Statistik

Finanzamt in Solingen zählt zur bundesweiten Spitze

Steuerberater loben die Erreichbarkeit der Finanzamt-Mitarbeiter an der Goerdelerstraße.
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Steuerberater loben die Erreichbarkeit der Finanzamt-Mitarbeiter an der Goerdelerstraße.

Portal „Lohnsteuer kompakt“: Nur in Olpe und Dillenburg wird schneller gearbeitet als an der Goerdelerstraße.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Das Solinger Finanzamt ist das drittschnellste in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest das Portal „Lohnsteuer kompakt“. Demnach lag die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Einkommensteuererklärungen an der Goerdelerstraße im vergangenen Jahr bei 26,1 Tagen. Das bedeutet den dritten Platz hinter Olpe (23,6) und Dillenburg (24,1). Die Oberfinanzdirektion Nordrhein-Westfalen als Aufsichtsbehörde möchte das Ergebnis jedoch nicht überinterpretieren.

Jährlich vergleicht Lohnsteuer kompakt, wie schnell die deutschen Finanzämter arbeiten. Der Anbieter beruft sich auf eine Stichprobe von rund 400 000 im vergangenen Jahr über das Portal erstellte Steuererklärungen. Solingen belegte bei der Auswertung schon einmal einen Spitzenplatz: 2020 landete die Klingenstadt auf dem zweiten Rang.

Marcus Junga hat mit Finanzämtern in ganz Deutschland zu tun. „In Solingen funktioniert das im Großen und Ganzen sehr gut“, betont der Steuerberater und Geschäftsführer der JC Junga Consulting GmbH. Gerade im Vergleich zu Behörden in Metropolen wie Berlin und Hamburg sei der Draht zu den Beschäftigten an der Goerdelerstraße persönlicher. Andernorts sei die Zusammenarbeit mitunter angespannt. „Hier habe ich nicht das Gefühl, dass bei Steuererklärungen oder Betriebsprüfungen gegeneinander gearbeitet wird“, sagt Junga.

„Weder Schelte noch Lob“ möchte Hans-Jürgen Wichelhaus aussprechen. Der Solinger Steuerberater mit Kanzlei an der Neuenhofer Straße nennt jedoch durchaus positive Aspekte der Zusammenarbeit. Die Erreichbarkeit in der Pandemie sei wesentlich besser gewesen als in anderen Finanzämtern der Region. Zudem werden Betriebsprüfungen zeitnah abgewickelt. Und das Miteinander sei verlässlich: „Was vereinbart wurde, wird eingehalten.“

Grundsätzliche Schlüsse zu ziehen, sei jedoch schwierig, betont Wichelhaus. „Viel hängt von der Hierarchie und dem Personal in den Finanzämtern ab.“ Das bestätigt Marcus Junga: „Überall arbeiten Menschen. Manchmal steht und fällt es mit einzelnen Sachbearbeitern.“

Bearbeitungsdauer hängt von vielen Faktoren ab

Auch aus Sicht der Oberfinanzdirektion lasse sich die Arbeit einzelner Finanzämter nur schwer miteinander vergleichen. Die Fall- und Organisationsstrukturen seien „sehr unterschiedlich“, die Bearbeitungszeiten von vielen Faktoren abhängig. So gebe es beispielsweise Standorte, die eher mit wenig komplexen Steuererklärungen von Arbeitnehmern zu tun haben, während andere vermehrt Unternehmen und steuerlich beratene Fälle bearbeiten müssen.

Rückfragen, Nachreichen von Belegen und besonders komplexe Fälle können den Prozess ebenfalls in die Länge ziehen. Grundsätzlich werden Einkommenssteuererklärungen in NRW der Oberfinanzdirektion zufolge zu fast 95 Prozent binnen eines Zeitraums von zwei Wochen bis vier Monaten bearbeitet.

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