Literatur

Faust und Mephisto werden lebendig

Goethe-Lesung in den Güterhallen

Von Andreas Römer

Solingen. Lust auf Literatur, Lust auf Goethe wollte Dr. Marius Fränzel am Donnerstagabend mit seinem Faust-Abend im Güterhallen-Atelier „Gleis 3“ machen. Und gleich zu Beginn versuchte Literaturdozent und Rezitator Fränzel den rund 50 Gästen die Angst vor Deutschlands Dichterfürsten zu nehmen. „Wer sagt, der Faust sei schwere Kost, der hat ihn vermutlich nicht gelesen“, so Fränzel. Für ihn ist Faust das zugänglichste Stück von Goethe, was er unter anderem damit begründet, dass Johann Wolfgang von Goethe hier noch Humor beweist, womit „er sich in späteren Werken schwergetan hat“.

Dr. Marius Fränzel fand schon früh zu Goethe

Man erfährt alles über die Entstehungsgeschichte des Faust‘, über die Tragödie Teil 1 und Teil 2 sowie den „Ur-Faust“, den wir einem Burgfräulein verdanken, dass das erste Manuskript heimlich abschrieb.

Eindrucksvoll und stimmgewaltig liest Fränzel Szenen aus dem Faust, lässt diesen ebenso wie Mephisto lebendig werden. Er beschränkt sich auf einzelne Szenen, „eine komplette Lesung beider Teile würde uns bis vier Uhr morgens hier zusammen bleiben lassen“, zeigt auch Fränzel Humor. Er selbst findet auch Teil 1 sei leichter als der zweite Teil. Den sollte man auch nicht lesen, sondern hören oder gleich eine DVD ansehen.

Fränzel selbst fand schon früh zu Goethe. „Zuerst habe ich den jungen Werther gelesen“, erzählt er in der Pause. Schon als Teenager hat er dann Faust „förmlich aufgesaugt“ und ist seitdem Goethe-Fan. Dessen Klasse erkenne man vor allem, wenn man andere Autoren der gleichen Zeit lese. Zudem ist der Goethe-Liebhaber überzeugt, der große Dichter habe nicht lange um passende Worte gerungen, „er konnte das einfach.“ Deshalb sei er bekennender Bewunderer dieser Kunst und findet es schade, dass der Faust zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht mehr das meistgespielte Stück auf deutschen Bühnen ist.

Zu den gelesenen Szenen gab es immer wieder Informationen, die die Literatur der damaligen Zeit einordneten. So sei ja auch der Zusatz „Tragödie“ für den Faust eigentlich eine falsche Bezeichnung, da ja Faust und auch Gretchen am Ende gerettet werden. Wie das passiert, müsse aber jeder selbst im Teil 2 nachlesen.

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