Familienbetrieb feiert 150-jähriges Bestehen

Armin B. Pauly führt seinen Familienbetrieb in vierter Generation. In den Händen hält er ein Porträt seines Urgroßvaters Aloysius – der legte im Jahr 1871 den Grundstein für das Unternehmen. Foto: Christian Beier
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Armin B. Pauly führt seinen Familienbetrieb in vierter Generation. In den Händen hält er ein Porträt seines Urgroßvaters Aloysius – der legte im Jahr 1871 den Grundstein für das Unternehmen.

Armin B. Pauly führt Marmor Pauly in vierter Generation

Von Manuel Böhnke

Ganz allein ist Armin B. Pauly bei der Arbeit nie. Sitzt er am Schreibtisch, haben ihn Aloysius, Heinrich und Bernard A. Pauly im Blick. Porträts seines Vaters, Großvaters und Urgroßvaters hängen in dem kleinen Büro an der Brühler Straße. Aloysius legte dort den Grundstein für Marmor Pauly. Das Steinmetzgeschäft existiert 2021 seit 150 Jahren.

Die Verbindung der Familie mit dem Handwerk hat sogar noch eine längere Geschichte. Von der Lombardei aus zogen die Paulys als Wanderarbeiter über Frankreich entlang der Mosel nach Rhöndorf. In der Stadt am Rhein wurde Martin Pauly erstmals urkundlich als Steinhauer erwähnt – er lebte von 1719 bis 1790.

Angesichts dieser großen Tradition musste Armin B. Pauly nicht lange über seinen Berufswunsch nachdenken. Zum Studieren zog es den Architekten, Bauingenieur und Sachverständigen nach Aachen, anschließend arbeitete er in Frankreich und Düsseldorf. 1971 stieg er in den elterlichen Betrieb ein. „Das hat damals zum 100. Jubiläum gut gepasst“, blickt er zurück.

Inzwischen ist Armin B. Pauly 77 Jahre alt. Doch noch immer ist er wochentags acht Stunden im Betrieb zu finden, akquiriert Aufträge, schreibt Angebote. Mitarbeiter hat das Unternehmen nicht mehr. Mit der Umsetzung werden freiberufliche Steinmetze beauftragt. Das Lieferprogramm reicht von Fensterbänken über Bodenbeläge bis hin zu Denkmal- und Friedhofsarbeiten. Auch Steine für Fassaden bietet Marmor Pauly ein. Unter anderem war das Unternehmen für einige Banken- und Versicherungsgebäude in Solingen verantwortlich.

Mehr als 5000 verschiedene Natursteine gibt es, berichtet Armin B. Pauly. Momentan seien insbesondere dunkle Materialien gefragt. Sie tragen Namen wie Nero Assoluto, Noder ero Impala, Star Galaxy, kommen aus Indien oder Südafrika. Der 77-jährige Inhaber bevorzugt Steine aus der Region.

Die Vision ist eine Künstlerkolonie an der Brühler Straße

Auf dem hinteren Teil seines Firmengeländes hat er beispielsweise Bergische Grauwacke verbaut. Dort lässt Pauly derzeit Teile des früheren Betriebs zum Alterswohnsitz für seine Frau und sich umbauen. Daneben haben einige Handwerker und künstlerisch Aktive ihre Heimat gefunden. Die Idee, auf dem Gelände eine Seniorenanlage zu bauen, hat Armin B. Pauly längst verworfen. Stattdessen strebt er eine Künstlerkolonie an, weitere Studios sollen entstehen. Seine Liebe zur Kunst entdeckte der Solinger während seiner Zeit in Paris. Vor der Corona-Pandemie veranstaltete er an der Brühler Straße regelmäßig Ausstellungen.

Es steht fest, dass die lange Familientradition der Paulys enden wird, wenn sich mit dem 77-Jährigen die vierte Generation zur Ruhe setzt. Einen innerfamiliären Nachfolger gibt es nicht. Stattdessen gab es Gespräche mit externen Interessenten. Noch möchte Armin B. Pauly aber weitermachen – unter den aufmerksamen Blicken von Aloysius, Heinrich und Bernard A. 

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