Schwimmbad

Familienbad: Technik-Probleme gelöst?

Blick auf den Sprühpark für Kinder: Das Planschbecken ist seit einer Woche wieder geöffnet.
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Blick auf den Sprühpark für Kinder: Das Planschbecken ist seit einer Woche wieder geöffnet.

Bädergesellschaft hatte mit Schwierigkeiten bei der Wasseraufbereitung und Personalausfall zu kämpfen.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Seit einer Woche können Kleinkinder wieder im Planschbecken im Familienbad Vogelsang spielen: Nach einer wochenlangen Sperrung im Frühjahr waren der Sprühpark und das Planschbecken zuletzt wieder gesperrt. „Es gab Probleme mit der Wasseraufbereitung“, erklärt Kirsten Olsen-Buchkremer, Geschäftsführerin der Solinger Bädergesellschaft. „Wir fanden das genauso ärgerlich wie unsere Gäste.“ Sie hofft, dass die Probleme nun endgültig vom Tisch sind. Technische Probleme in anderen Bereichen hatten auch zu kurzzeitigen Schließungen des kompletten Bades geführt.

Betriebsleiterin Cornelia Duhr zeigt die Wasseraufbereitung für das Planschbecken. Dort wurde der Filter ausgetauscht.

2019 wurde das Familienbad nach 13 Monaten Bauzeit eröffnet. „Wir sind zufrieden mit dem Bad, und die Gäste sind es auch“, sagt Olsen-Buchkremer. In dem Neubau stecke jedoch mehr Technik als im alten Hallenbad. „Das ist sehr komplex.“ Während es früher ein einfaches, rechteckiges Planschbecken gab, können Kinder heute im Sprühpark spielen, der per Knopfdruck funktioniert. In dem Bereich, der wie Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken einen eigenen Wasserkreislauf hat, seien die Messwerte nicht korrekt gewesen. „Das Zusammenspiel der zu überprüfenden Parameter unter anderem zu Chlorgehalt und pH-Wert stimmte nicht“, erklärt Betriebsleiterin Cornelia Duhr.

Zusammen mit der Herstellerfirma für die Wasseraufbereitungsanlage sei man auf Ursachensuche gegangen. Eine Herstellergarantie greife aber nicht mehr, da die Anlage älter als zwei Jahre ist. Der Filter sei ausgetauscht worden. Zudem wurde das Programm für den Sprühpark neu installiert: Die Wasserdusche wird nun regelmäßig in Gang gesetzt und nicht nur dann, wenn ein Kind den Knopf drückt, berichtet sie.

Familienbad Vogelsang: Warten auf Austauschmaterial hat lange gedauert

Das Warten auf Austauschmaterial habe Zeit in Anspruch genommen. „Außerdem muss sich neues Filtermaterial erst setzen“, erläutert Duhr. Und vor der Freigabe des Planschbeckens mussten die Wasserwerte im Labor mikrobiologisch analysiert werden. Zu den Kosten der Reparatur kann die Bädergesellschaft noch nichts sagen.

Weitere Probleme gab es im Juli: An zwei Tagen standen Gäste vor verschlossener Tür, weil nicht nur Teilbereiche, sondern das gesamte Bad nicht geöffnet werden konnte. Einmal sei nachts die Lüftungsanlage für die Schwimmhalle ausgefallen, ein anderes Mal sei die Chloranlage betroffen gewesen. Beides konnte kurzfristig behoben werden. „Sicherheit geht vor“, sagt Kirsten Olsen-Buchkremer.

Das gilt auch im Hinblick auf die personelle Ausstattung. Denn auch die Bädergesellschaft hat in diesem Sommer mit Ausfällen zu kämpfen. „Wir haben 45 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Das reicht auch von September bis Mai“, erklärt die Geschäftsführerin. Für die Sommersaison, wenn das Team neben Familienbad und Klingenbad auch das Heidebad betreuen muss, werde mit zusätzlichen Kräften aufgestockt. Doch in diesem Jahr habe es mehrfach kurzfristig Ausfälle beim Personal gegeben, erklärt Olsen-Buchkremer. „Wenn ein Fachangestellter sich morgens krank meldet und ich niemanden habe, der die Betriebssicherheit abnehmen kann, dann kann ich das Bad nicht öffnen.“

Es wird versucht, Öffnungszeiten anzupassen

Seien Ausfälle absehbar, versuche man, die Öffnungszeiten anzupassen. So blieb das Heidebad unter anderem am Montag und Dienstag vergangener Woche geschlossen. Dort ist die Saison seit Sonntag beendet , ab morgen folgt das Hundeschwimmen.

Unsicher ist, wie die Situation in den Hallenbädern in den kommenden Monaten aussieht. Die Stadtverwaltung will ihre Pläne zum Energiesparen im September vorstellen. „Wir heizen mit Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk“, erklärt Olsen-Buchkremer. „Es sieht danach aus, dass wir offen bleiben können. Aber das entscheidet die Politik.“ Im Planschbecken sei das Wasser 32 Grad warm, im Nichtschwimmerbecken 31 und bei den Schwimmern 29.

Schon 2009 war die Temperatur im alten Hallenbad Vogelsang auf 28 Grad abgesenkt worden, um Kosten zu sparen. Nach Protesten unter anderem von Reha-Sportvereinen wurde die Maßnahme nach einigen Jahren wieder zurückgenommen.

Heidebad

Saisonende: Die Saison im Heidebad ist seit Sonntag beendet. Morgen, 7. September, startet das Hundeschwimmen. Termine: 7. bis 11. und 14. bis 18. September, von 12 bis 18 Uhr. Preis: 2,50 Euro pro Hund, der so viele Menschen mitbringen kann wie gewünscht. Sechser-Karte: 12,50 Euro.

Besucherzahlen: Bis zu 2600 Gäste pro Tag seien in diesem Sommer in der Spitze im Heidebad gewesen, sagt Kirsten Olsen-Buchkremer. „Die Spitzenwerte von bis zu 3500 Gästen vor der Pandemie haben wir nicht erreicht.“ Dennoch sei man angesichts von rund 33 000 Gästen in dieser Saison im Heidebad sehr zufrieden. „Das war ein gutes Mitteljahr.“

Standpunkt von Anja Kriskofski: Bäder offen lassen

anja.kriskofski@solinger-tageblatt.de

Dreieinhalb Jahre ist das neue Familienbad Vogelsang alt. Dass es in den vergangenen Monaten am Planschbecken mehrfach Probleme mit der Technik gab, ist ärgerlich – vor allem für Familien, für die das Bad ja vor allem gedacht ist. Doch die Schwierigkeiten bei der Wasseraufbereitung sind nun hoffentlich ausgeräumt.

Entspannen wird sich wohl auch die Personalsituation. Wenn das Heidebad nach dem Hundeschwimmen die Saison beendet, stehen die Mitarbeiter der Bädergesellschaft voll und ganz für die beiden Hallenbäder zur Verfügung.

Die sollten auch angesichts Energiekrise offen bleiben – und danach sieht es derzeit aus. Solingen hat das Glück, dass die Bäder mit Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk versorgt werden. Besonders für Kinder ist es wichtig, dass Schwimmen auch im Winter möglich ist. Bedingt durch die Corona-Einschränkungen haben viele nicht schwimmen gelernt, die Nachfrage nach Kursen ist groß. Wenn die Bäder schließen, um Energie zu sparen, würde das einmal mehr die Jüngsten treffen.

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