Fachwerk

Denkmal im Schnitterter Hof wird erhalten

Das große Haus in der Hofschaft Schnittert wurde in mehreren Phasen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert errichtet. Es wird kernsaniert.
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Das große Haus in der Hofschaft Schnittert wurde in mehreren Phasen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert errichtet. Es wird kernsaniert.

Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher überbrachte Förderbescheid über 140 000 Euro. In dem großen Haus in der Hofschaft Schnittert entsteht Wohnraum.

Von Philipp Müller

Solingen. Hohen Besuch hatte am Mittwoch die Hofschaft Schnittert. Doch Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher war nicht auf eine Tasse Kaffee bei Marie Güthues und Markus Wolfegg vorbeigekommen. Sie überbrachte einen Förderbescheid des Landes NRW aus dem Denkmalschutz-Programm. Da war der Ort gut gewählt, Schnittert zählt zu den Hofschaften in Solingen, die eine jahrhundertealte Bebauung haben. Das Haus war auch gut gewählt, stammt es in Teilen doch aus dem 16. Jahrhundert. 140 000 Euro gibt es für den Wiederaufbau des Fachwerkhauses aus der Landeskasse.

Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher schaute sich am Schnitterter Weg das Haus aus dem 16. Jahrhundert an, das mit Mitteln aus der Denkmalpflege das Landes NRW saniert wird.

Doch vor Güthues, die in der Nähe aufgewachsen ist und jetzt aus Germaringen in Bayern zurück nach Solingen möchte, liegt viel Arbeit. Nicht vor Ende 2022 sollen die zwei Wohnungen fertiggestellt sein. Zunächst ist ein Zimmerer immer noch damit beschäftigt, die Einsturzgefahr des Gebäudes zu beseitigen. Im Inneren stehen überall Baustützen und die Gefache sind freigelegt.

„Damals gab es noch einen neun Meter hohen Wehrturm.“

Marie Güthues, Schnittert

Im 16. Jahrhundert sei der hintere Teil des Hauses entstanden. „Damals gab es noch einen neun Meter hohen Wehrturm“, erzählt die Eigentümerin. Zusammen mit der Bauforschung des Landschaftverbands Rheinland wurde das herausgefunden. Der Turm habe auf einem Mauerwerk und stabilem Fachwerk gestanden. Er wird nicht wiederhergestellt. Dafür aber die Vorderhälfte des Hauses, die aus dem 19. Jahrhundert stammt.

Marie Güthues und Markus Wolfegg erklärten, was mit den 140 000 Euro an Fördermitteln neben Eigenkapital und Eigenleistung umgesetzt wird.

Mit der Regierungspräsidentin war der Dezernent für Denkmalpflege, Harald Siebert, angereist. Das Haus sei das größte und mit das älteste in der Hofschaft. Die seien typisch für das Bergische Land. In der Summe habe das den Ausschlag gegeben, Güthues und Wolfegg zu unterstützen.

Rund 25 Millionen Euro gibt das Land jährlich für Denkmalpflege aus, allein sechs Millionen fließen in den Regierungsbezirk Düsseldorf. Siebert nannte weitere Zahlen. 112 Anträge hätten Düsseldorf vorgelegen, unter den 80 Bewilligten habe sich eine Handvoll aus Solingen befunden. Bereits am Vormittag hatte Radermacher einen Förderbescheid über 71 000 Euro in Obenrüden für den Erhalt eines Fachwerkhauses überreichen können.

Das Programm des Landes NRW für die Denkmalförderung konzentriert sich auf den Erhalt der Substanz. Das kann die Aufarbeitung und Instandsetzung von Fenstern, Fassaden, Wänden, Dächern, dabei auch als denkmalgerechte Neueindeckung, umfassen. Das sind alles Dinge, die in Schnittert noch erledigt werden. Über Kontakte ihrer Familie hat Güthues Zugang zu Handwerkern, die die Immobilie jetzt wieder herrichten werden. Zugleich habe sie wertvolle Tipps von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Solingen bekommen.

NRW-Förderung für Denkmale

Träger: Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen entscheidet auf Basis der Programmvorschläge der Bezirksregierungen über die beantragten Maßnahmen.

Förderung: Darunter fallen die Aufwendungen, die für die bauliche Erhaltung des Denkmals erforderlich sind, ebenso Ausgaben für Bauvoruntersuchungen, wissenschaftliche Erforschung und Erfassung sowie Präsentation. Gefördert werden Reparaturen, Aufarbeitungen und Instandsetzungen sowie die hierfür angemessenen Architekten- und Ingenieurkosten.

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