Coronavirus

Facebookgruppe verbindet die Solinger

In der Facebookgruppe #CoronaCareSG bieten Mitglieder ihre Hilfe an.
+
In der Facebookgruppe #CoronaCareSG bieten Mitglieder ihre Hilfe an.

Wer Hilfe sucht oder anbietet, kann sich an die Plattform wenden. Wohlfahrtsverbände richteten Hotline ein.

  • Facebookgruppe hat 600 Mitglieder in den ersten 24 Stunden.
  • Dort gibt es unter anderem Hilfe beim Einkaufen.
  • Bei Hilfe müssen Hygieneregeln beachtet werden. 

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Social Distancing, also Soziale Distanzierung, ist momentan das Schlagwort, das überall kursiert. Besonders ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankung sollen das Haus am besten nicht mehr verlassen. Allerdings: Wie bekomme ich meine Lebensmittel, wenn ich selber nicht vor die Tür komme und keine Angehörigen helfen können? „Es gab noch keine zentrale Anlaufstelle für Leute, die Hilfe brauchen bei Corona. Das brauchte es und das haben wir mit unserer Facebookgruppe geschaffen“, sagt Michael Roden, Initiator der Facebookgruppe.

Am vergangenen Sonntag, 15. März, hat Roden die Gruppe „#CoronaCareSG: Solingen hilft sich - wir machen mit“ erstellt, innerhalb der ersten 24 Stunden hatte sie bereits um die 600 Mitglieder, jetzt bereits über 1000. „Das ist fantastisch, ganz viele Menschen bieten ihre Hilfe an“, freut sich Roden. Die Idee dazu entstand aus einer deutschlandweiten Gruppe. „Das war zu weit gefasst. Wir wollten eine eigene für Solingen haben und haben das am Sonntagabend ruckzuck umgesetzt.“

In der Gruppe bieten die Mitglieder ihre Hilfe in den Stadtteilen an, in denen sie wohnen und arbeiten. Dazu gehören Einkaufen, Botengänge, Spaziergänge mit dem Hund oder Futtereinkäufe für Haustiere. Außerdem gibt es telefonische Unterstützung sowohl als Unterhaltung als auch für die Kommunikation mit Banken, Krankenkassen, Post und Ähnlichem. Mithilfe der Kommentarfunktion oder der privaten Nachrichtenfunktion organisieren sich die Mitglieder untereinander. Roden: „Es wird schon viel geholfen.“

Coronavirus: Facebook-Gruppe kooperiert mit Solinger Wohlfahrtsverbänden

Das Problem einer solchen Gruppe ist, dass nur Menschen erreicht werden, die dem sozialen Netzwerk beigetreten sind. Deshalb war es Roden wichtig, auch die anderen Bürger der Klingenstadt zu vernetzen. Dafür wurden Zettel entworfen, die in den Hausfluren aufgehängt werden können, und auf denen Bewohner eintragen können, wobei sie Hilfe anbieten oder welche Hilfe gesucht wird. Außerdem kooperieren sie mit den Solinger Wohlfahrtsverbänden. „Die Stadtspitze hatte sich an uns gewendet und wollte eine Stelle haben, an die sich die Bürger wenden können. Dafür haben wir eine Hotline eingerichtet“, erklärt Tina Julia Thiermann, Kreisgruppengeschäftsführerin des Paritätischen Solingen. Zusätzlich haben sie sich dann mit Michael Roden zusammengetan. Ziel der Kooperation ist, die Hilfsangebote „ins echte Leben weiterzugeben“ und umgekehrt. „Wir stellen sozusagen eine Zentrale dar“, sagt Thiermann.

Momentan übersteige das Hilfsangebot noch die Nachfrage. „Wir sind gut aufgestellt und können erstmal alles bedienen“, erklärt die Geschäftsführerin. Bisher bezögen sich die meisten Fragen, die über die Hotline reinkämen, jedoch noch hauptsächlich auf Fragen zu bisher beschlossenen Regelungen, wichtige Telefonnummern und Öffnungszeiten. Allerdings wurden auch schon Lebensmittelanfragen bearbeitet und die ersten Einkäufe getätigt und ausgeliefert. Thiermann: „Sowohl über die Hotline als auch über Facebook haben wir ein gutes System gefunden.“

Coronavirus: Hilfe ist wichtig, Hygienehinweise sollten aber beachtet werden

Um noch mehr Klingenstädter zu erreichen, werden in den nächsten Tagen auch Flyer an ambulante Pflegen, Lebensmittelläden oder Apotheken verteilt. Wichtig sei es aber auch, dass die Leute, die Hilfe suchen, keine Scheu haben zu fragen, sagt Roden.

Trotz der überwältigenden Anzahl an Hilfsangeboten darf nicht aus den Augen verloren werden, die Hygieneregeln zu beachten. Roden rät deshalb dazu, den Leuten nur bis zur Haustür zu helfen, keine Hände zu schütteln und Kaffeeeinladungen auszuschlagen. Bei Erkältungssymptomen solle keine Hilfe erfolgen. Außerdem ist es wichtig, vorher über Bezahlungsmodalitäten zu reden. „Das Elementarste in der jetzigen Zeit ist jedoch das Sprechen – mit den Eltern, den Nachbarn“, sagt Roden.

Die Solinger Tafel verteilt trotz der Corona-Krise weiterhin Lebensmittel.

KONTAKT

NUMMER An die Hotline der Wohlfahrtsverbände können sich sowohl Leute wenden, die Hilfe suchen, als auch diejenigen, die Hilfe anbieten. Erreichbar ist sie unter Tel. 88 07 32 99.

FACEBOOK Der Facebookgruppe „#CoronaCareSG: Solingen hilft sich - wir machen mit“ kann jeder Solinger beitreten, der Hilfe sucht oder in irgendeiner Form welche anbietet.

https://t1p.de/z48u

Aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen lesen Sie in unserem Live-Blog.

Die Behörden haben Geschäfte und Gaststätten geschlossen. Die Stadt setzte dies am Mittwoch um. Das ST schaute sich in Solingen um.

Das könnte Sie auch interessieren

Top-Links

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen weiter
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein

Kommentare