Museumskonzert

Fabian Müller ist in der Carnegie Hall ebenso zu Hause wie auf kleinen Bühnen

Fabian Müller bot Kompositionen von Bach, Schumann und Schubert. Foto: Neda Nevaee
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Fabian Müller bot Kompositionen von Bach, Schumann und Schubert.

150 Zuhörer genießen das Museumskonzert von Fabian Müller.

Von Sven Karasch

Am Sonntag sorgte das Museumskonzert im Kunstmuseum Solingen für emotionale Momente und viel Applaus der rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörer, die nach den aktuellen Corona-Regeln geimpft oder genesen und zusätzlich getestet oder geboostert sein mussten.

Am Steinway-Flügel im Meistermann-Saal spielte der Pianist Fabian Müller Werke aus der Musikepoche der Romantik von Johannes Brahms, Robert Schumann und Franz Schubert. Konzertleiterin Renate Höller hob den 1990 in Bonn geborenen Musiker in ihren Eingangsworten als einen der bemerkenswertesten deutschen Pianisten seiner Generation hervor, der schon viele Preise erhalten habe – zum Beispiel beim renommierten Busoni-Wettbewerb in Bozen. „Er gibt Konzerte auf den großen Bühnen– wie zum Beispiel die Carnegie Hall in New York, die Elbphilharmonie in Hamburg und auf den kleinen Bühnen – so wie heute hier bei uns.“, sagte sie. Den Anfang machte Fabian Müller mit „Zwei Rhapsodien opus 79“ in h-Moll und g-Moll, die Johannes Brahms 1879 am Wörthersee komponierte.

Darauf folgte die technisch sehr anspruchsvolle und meist schnell gespielte „Sonate in g-Moll opus 22“ von Robert Schumann. Das Besondere: Fabian Müller spielte das Finale in der besonders anspruchsvollen Originalversion „Presto Passionato“, die erst nach Schumanns Tod veröffentlicht wurde. Nach dem letzten Akkord gab es deshalb vom Publikum nicht nur viel Beifall, sondern auch vereinzelte Begeisterungsrufe.

Den Abschluss bildete die große „Sonate in B-Dur D 960“, die Franz Schubert kurz vor seinem Tod mit nur 31 Jahren im Jahr 1828 komponierte. Alle vier Sätze boten viel Raum für spielerische Melodien und eingängige Themen – aber auch für große Kontraste und ein Auf und Ab der Emotionen. Im 2. Satz „Andante sostenuto“ konnte man die getragene, bleierne Schwere, die sich nur ab und zu in Melodien auflöste und dann wieder niederdrückte, fast schon spüren. Dagegen brachte der darauf folgende 3. Satz „Scherzo: Allegro vivace“ mit lebhaften, leichtfüßigen und tänzerischen Melodien viel Lebensfreude zum Ausdruck.

Zuhörer bedankten sich mit Applaus im Stehen

Nach dem Ende des vierten und letzten Satzes standen die Zuhörerinnen und Zuhörer von Ihren Plätzen auf und applaudierten Fabian Müller herzlich für seine leidenschaftliche Darbietung der romantischen Werke. Als Dankeschön spielte er als Zugabe eine Klavierfassung von „Ode an die Freude“ – dem Hauptthema des letzten Satzes aus Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie, das auch als Europahymne bekannt ist. Vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Entwicklungen war dies ein besonders emotionaler Moment.

Weitere Termine: Sonntag, 3. April, 19 Uhr, Solistin Eva Gevorgyan mit Werken von Beethoven, Chopin und Scrjabin. Sonntag, 1. Mai, 19 Uhr (Nachholkonzert vom 23. Januar) Solistin Annika Treutler mit Werken von Schubert, Ullmann und Brahms.

Weitere Infos gibt es online: www.kunstmuseum-solingen.de

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