Kriegsrelikt

Experten vermuten Bomben-Blindgänger auf Rasspe-Gelände

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Kampfmittelräumdienst hat Luftaufnahmen der Alliierten ausgewertet. Bohrungen im August.

Von Hans-Peter Meurer 

Möglicherweise schlummert im Boden des ehemaligen Rasspe-Geländes in Stöcken ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Dies haben Auswertungen von Luftbildaufnahmen der Alliierten Streitkräfte durch Experten des Kampfmittelräumdienstes in Düsseldorf ergeben.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt, die inzwischen im Besitz des 69 000 Quadratmeter großen Geländes ist, hatte die Expertise in Auftrag gegeben, weil das gesamte Areal der Wirtschaftsbrache demnächst überplant werden soll. „Dies ist ein ganz normaler routinemäßiger Vorgang, der bei jedem geplanten Hochbau zwingend vorgegeben ist“, sagte dazu am Dienstag Hans-Michael Schwebel von der Solinger Wirtschaftsförderung. „Wir sind noch im Vorermittlungsstadium“, betont Schwebel, der derzeit „keinen Handlungsdruck“ sieht.

Die Luftbilder der Alliierten von den Bombenangriffen auf Solingen vom 4. und 5. November 1944 ließen vage Rückschlüsse darauf zu, dass in einem etwa 100 Quadratmeter großen Geländeabschnitt des hinteren Deponiebereichs eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg nicht detoniert sein könnte. Derzeit handele es sich lediglich um einen Anfangs-verdacht. Am Dienstagvormittag hatte es zunächst ein Treffen zwischen dem Wirtschaftsförderer, einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes und einem Feuerwerker des Kampfmittelräumdienstes auf dem Rasspe-Areal gegeben. Dabei sei die ungefähre Stelle des im Boden vermuteten Blindgängers lokalisiert worden, sagte Schwebel. Sie liege nördlich des eigentlichen Baukörpers und verlaufe bis an die Grenze der Deponie Bärenloch.

Spezialfirma wird Suche mit Metalldetektoren fortsetzen

„Wir müssen jetzt diese Stelle zunächst von Strauch- und Baumbewuchs befreien, bevor der Kampfmittelräumdienst Sondierungsbohrungen vornehmen wird“, sagte Schwebel. In diese Bohrlöcher würden Metalldetektoren eingebracht. Diese Bodenuntersuchung werde frühestens im August stattfinden, fügte Schwebel hinzu. Hierzu beauftrage der Kampfmittelräumdienst in der Regel ein Spezialunternehmen.

Unter dem Arbeitstitel „Stöcken 17“ wird das ehemalige Rasspe-Gelände derzeit reaktiviert. Vor zwei Wochen präsentierten drei Gutachterbüros ihre Konzepte zur Sanierungsuntersuchung inklusive Entsorgungskonzept. Erste Vorbesprechungen finden in der kommenden Woche statt.

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