Prozess um Gewalt an einer Gräfrather Grundschule

Ex-Frau steht unter Verdacht der Falschaussage

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Vater greift Betreuer einer Grundschule an. Prozess am Landgericht weitet sich aus.

Von Dirk Lotze

Solingen. In einem Prozess um Gewalt auf dem Schulhof einer Gräfrather Grundschule weitet sich das Verfahren aus. Der angeklagte Vater (53) eines Schülers soll einen Ganztagsbetreuer (28) im Streit mit einem Kopfstoß verletzt haben. Thema sei gewesen, dass der Betreuer den Sohn des Mannes geschlagen habe. Die geschiedene Frau (43) des Angeklagten steht nach ihrem Zeugenauftritt im Landgericht Wuppertal unter Verdacht, für den 53-Jährigen falsch ausgesagt zu haben. Zusätzlich könnte sich der frühere Anwalt des Mannes beruflichen Ärger zugezogen haben: Laut Aussage der Frau hat er ihr Kopien von Teilen der Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft gegeben, die sie nicht haben durfte. Der vorbestrafte Mann muss für die Körperverletzung 800 Euro zahlen, sein Einkommen von 40 Tagen. Dem Mann verdeutlichte der Vorsitzende Richter: „So geht’s nicht.“

Laut Aussage des Geschädigten kam es zu dem Übergriff am 15. September 2021 auf dem Hof der Schule, abseits spielender Kinder: Der Angeklagte und seine geschiedene Frau hätten den Betreuer sprechen wollen. Der Mann sei laut geworden und näher gekommen. Dann habe er mit dem Vorderkopf zugestoßen. Der Geschädigte soll am Oberkörper getroffen worden sein und eine Prellung erlitten haben.

Hintergrund war ein Geschehen zwischen dem Schüler und dem Betreuer einige Tage zuvor. Dieser Mann sagte aus: „Ich habe die Hand des Jungen runter genommen und gesagt: Sieh mich an, wenn wir miteinander reden.“ Er wisse, dass das pädagogisch unglücklich gewesen sei. Zu Hause soll der Junge unter Tränen berichtet haben, er sei geschlagen worden. Die Eltern wären aufgebracht gewesen. Mit dem Mann habe er sich trotz des Stoßes noch die Hand gegeben und Entschuldigungen ausgetauscht, fügte der Betreuer hinzu und sagte: „Ich hätte das auf sich beruhen lassen, wenn er nicht später gegenüber der Schulleitung alles abgestritten hätte.“

Auch interessant: Prozess um getötete Solingerin: Zeuge kann nicht aussagen

Das wiederholte der Angeklagte vor Gericht: „Wenn ich dem einen Kopfstoß gegeben hätte, wäre er im Koma.“ Seine frühere Frau bestätigte, keinen Angriff gesehen zu haben.

Das Fazit des Gerichts, an den Angeklagten gerichtet: „Mag sein, dass man mit ihrem Sohn nicht richtig umgegangen ist. Aber das rechtfertigt nicht, dass man einen Betreuer angreift.“

Wenn das Urteil rechtskräftig wird, muss die Frau wegen ihrer Aussage mit einem eigenen Strafverfahren rechnen. Das Verhalten des Anwalts kann die Anwaltskammer prüfen.

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