Drei weitere Studiengänge geplant

EUFH startet in Solingen: Hochschule möchte Angebot ausweiten

25 junge Menschen haben Anfang Oktober ihr Studium am neuen EUFH-Standort bei Ebbtron in Ohligs aufgenommen.
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25 junge Menschen haben Anfang Oktober ihr Studium am neuen EUFH-Standort bei Ebbtron in Ohligs aufgenommen.

Erst in dieser Woche hat der Vorlesungsbetrieb am neuen Solinger Standort der Europäischen Fachhochschule (EUFH) begonnen. Doch es gibt bereits konkrete Pläne, das Angebot auszuweiten, berichtet Projektleiter Prof. Dr. Tanju Aygün.

Von Manuel Böhnke

Prof. Dr. Tanju Aygün hat sich als Projektleiter maßgeblich für den neuen EUFH-Standort in seiner Heimatstadt Solingen eingesetzt.

Solingen. Im kommenden Jahr sollen drei weitere Fächer an den Start gehen. Neben dem Bachelor-Studium General Management werden 2022 die Master-Studiengänge Business Development Management sowie Digitales Projektmanagement angeboten. „Natürlich müssen wir eine Mindestteilnehmerzahl erreichen“, erklärt Aygün. Er zeigt sich jedoch optimistisch, dass das gelingt.

Mitte 2019 wurden erste Gespräche über einen Standort der staatlich anerkannten, privaten Fachhochschule in Solingen geführt. Seit Anfang Oktober finden bei Ebbtron Lehrveranstaltungen statt. An der Dunkelnberger Straße in Ohligs nutzt die EUFH das Auditorium und einen Seminarraum. Zudem existiert ein Büro, in dem Ansprechpartner für die Studierenden zu finden sind. Über Bibliotheken verfügt die Fachhochschule in Brühl und Neuss. Die meisten Quellen seien inzwischen ohnehin im Internet abrufbar, sagt Aygün.

„Das Ziel sind mehrere Hundert Studierende in einigen Jahren.“

Prof. Dr. Tanju Aygün, EUFH-Projektleiter

25 junge Menschen erleben derzeit ihre ersten Vorlesungen und Seminare – darunter 17 im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen sowie acht angehende Wirtschaftsinformatiker. Zwölf von ihnen stammen aus Solingen, sieben aus der Region, sechs aus dem Rest Deutschlands – von Arnsberg über Osnabrück bis Itzehoe.

„Es freut mich sehr, dass sie zum Studieren nach Solingen gekommen sind“, betont Tanju Aygün. Er ist in der Klingenstadt geboren worden, hat 1995 sein Abitur am Gymnasium Vogelsang gemacht und im Anschluss Industriekaufmann bei der Firma Krups gelernt. Zum Studium zog es ihn nach Köln. Er hofft, dass der Fachhochschul-Standort einen Beitrag leistet, dass die Attraktivität der Region für junge Menschen steigt.

Drei Monate lang studieren sie zunächst an der EUFH in Ohligs. „Der Standort ist wirklich super und kommt sehr gut an“, berichtet Aygün. Bei Präsenzveranstaltungen gelte die 3G-Regel, die überwiegende Mehrheit der Studierenden sei ohnehin geimpft oder genesen. Regelmäßig gibt es zudem Wochen mit digitalen Lehrveranstaltungen. An den theoretischen Teil des dualen Studiums schließen sich dreimonatige Phasen in den Praxisunternehmen an. Die meisten Betriebe sind in Solingen ansässig, vertreten sind aber auch Firmen aus Remscheid, Wuppertal, Haan und Düsseldorf.

Ein Hochschulbeirat begleitete die Ansiedlung der EUFH in Solingen unterstützend und beratend. Ihm gehören neben der Stadt, der Bergischen Industrie- und Handelskammer sowie Vertretern der Solinger Schulen auch hiesige Unternehmen an. Das Gremium, dessen Vorsitzender BIA-Geschäftsführer Jörg Püttbach ist, bleibt über die Gründung des Standorts hinaus aktiv, bestätigt Aygün. Weiterhin seien regelmäßige Treffen vorgesehen.

„Der Beirat wird uns in Zukunft bei der Weiterentwicklung und Qualitätssicherung unterstützen“, betont der gebürtige Solinger. Die lokalen Ansprechpartner seien wichtige Partner – sie kennen sich in der Region aus, können aus erster Hand aktuelle Bedarfe nennen. In Solingen mit den Studiengängen Wirtschaftsingenieurwesen und -informatik zu starten, sei beispielsweise auf einen Wunsch der Unternehmerschaft vor Ort zurückzuführen.

So möchte sich die Europäische Fachhochschule im Bergischen Land etablieren, das Angebot sukzessive ausbauen. „Das Ziel sind mehrere Hundert Studierende in einigen Jahren“, gibt Tanju Aygün einen Ausblick. Läuft alles nach Plan, werden 2022 zunächst insgesamt fünf Studiengänge in der Klingenstadt angeboten. Bezüglich des Raumbedarfs dafür gebe es bereits Überlegungen, berichtet der Projektleiter: „Ich bin optimistisch, dass das bei Ebbtron klappt.“ | Standpunkt

EUFH

Die staatlich anerkannte, private Europäische Fachschule (EUFH) hat sich auf „praxisorientierte Abschlüsse“ in zwei Bereichen spezialisiert – Gesundheit und Soziales sowie Management und Technik. Die GmbH zählt laut eigenen Angaben derzeit rund 2750 Studierende an acht Standorten. Diese sind neben Solingen Aachen, Berlin, Brühl, Köln, Neuss, Rheine und Rostock. Die EUFH ist Teil der Klett-Gruppe mit Sitz in Stuttgart.

www.eufh.de

Standpunkt: Ein Anfang

Kommentar von Manuel Böhnke

manuel.boehnke@solinger-tageblatt.de

25 junge Menschen machen noch keine Studentenstadt – aber sie sind ein Anfang. Nach etwas mehr als zwei Jahren Vorlauf haben in diesen Tagen die ersten Lehrveranstaltungen am Solinger Standort der Europäischen Fachhochschule (EUFH) stattgefunden. Bei Ebbtron an der Dunkelnberger Straße arbeiten sie in den kommenden Jahren auf ihren Bachelor-Abschluss in Wirtschaftsingenieurwesen beziehungsweise Wirtschaftsinformatik hin. Ab dem kommenden Jahr werden aller Voraussicht nach drei weitere Fächer angeboten, darunter erstmals zwei Master-Studiengänge. Das zeigt, dass die EUFH, ein Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen, an den Standort glaubt. Das ist nicht zuletzt der Verdienst der zahlreichen Partner insbesondere aus der Wirtschaft, die das Projekt in den zurückliegenden Monaten maßgeblich unterstützt haben. Als Gegenleistung können sie auf gut ausgebildete Fachkräfte hoffen, die Solingen zum Studieren nicht mehr verlassen müssen – und dem Bergischen Land hoffentlich auch nach ihrem Abschluss erhalten bleiben.

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