Mein Blick auf Weihnachten

Es war einmal... eine Geschichte über Häuptlinge und Stammesfehden

stefan.kob@solinger-tageblatt.de
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Weihnachten ist die Zeit, in der man sich gern unter dem Baum versammelt, um Geschichten und Erzählungen zu lauschen. Daher an dieser Stelle ausnahmsweise einmal ein besonderer Beitrag von ST-Chefredakteur Stefan Kob.

TOP Die folgende Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen wie Tim Kurzbach (Oberbürgermeister) und den Fraktionsvorsitzenden Iris Preuß-Buchholz (SPD), Daniel Flemm (CDU), Frank Knoche (Grüne), Jürgen Albermann (FDP) und Jan Michael Lange (BfS/ABI) sind keinesfalls zufällig, sondern voll beabsichtigt.

FLOP Der Autor entschuldigt sich vorab beim woken Teil der Leser:innenschaft und allen indigenen Völkern für die unangemessene kulturelle Aneignung.

„Es war einmal ein Indianer-Dorf in den Bergen, in dem Oberhäuptling Kleiner Fluss seit Jahren unangefochten über die Stämme seiner Siedlung herrschte. Er führte mit wachem Geist und listigen Tricks, die er von den alten Medizinmännern und Schamanen gelernt und zur Perfektion gebracht hatte.

Vor allem sein Redetalent, das er an vielen langen Abenden an den Lagerfeuern immer wieder unter Beweis stellte, war sogar über die Grenzen des Landes hinaus bekannt – bewundert vom Freund, gefürchtet vom Feind. Dabei war das Murren unter den Stammesführern im Dorf zuletzt immer lauter geworden. Denn richtig rund lief das Leben nicht. Die Zelte waren an vielen Stellen geflickt und zugig, die holprigen Wege führten häufig um die Siedlung herum statt in sie hinein, die Kriegskasse war ewig leer, und auch sonst fehlte es an vielen Ecken und Enden – vor allem an Zutrauen in die eigene Stärke.

So kam Kleiner Fluss auf die Idee, eine gewaltige Arena zu errichten, um das Selbstbewusstsein zu stärken. Dort sollten künftig große Stammesfeiern und Wettstreite mit der Lederkugel ausgetragen werden. Kleiner Fluss war der Meinung, dass so ein Riesenzelt auch in sein Dorf gehörte – schließlich hatten alle anderen großen Nachbarn auch so etwas. Na ja, fast alle, wenn man das große Nachbardorf im tiefen Tal des bergischen Amazonas ausklammerte.

Doch Häuptling Grüner Knochen, der einst gemeinsam mit Führerin Rote Buche für das Dorfoberhaupt in die Schlacht gezogen war, fühlte sich in der letzten Zeit enttäuscht von Kleiner Fluss. Als Folge stimmte er sich bei Großen Palavern öfter gegen ihn, auch in dieser Frage.

Allein Häuptling Rote Buche blieb als treue Gefährtin an seiner Seite. Blöd nur, dass sie selbst Riesenprobleme in ihrem eigenen Stamm hatte. Ständig musste sie sich der Angriffe aus den eigenen Reihen erwehren, einige ihres Fußvolkes waren schon abtrünnig geworden – sehr zur Freude von Häuptling Schwarzes Flämmchen. Dieser war selbst an die Macht gekommen, weil seine Vorgänger sich lieber selbst gemetzelt hatten statt mit dem wahren Feind zu ringen. So war zum Beispiel der kleine Stamm der abtrünnigen Blaufuß-Indianer von Häuptling Langer Michel entstanden, der sich vom schwarzen Volk abgespalten hatte.

Schwarzes Flämmchen trachtete nun selbst danach, Oberhäuptling im Dorf zu werden. Doch angesichts des scheinbar übermächtigen Gegners verließ ihn oft der Mut, das Kriegsbeil auszugraben. Zumal seine einzigen treuen Verbündeten, die vom gelben Stamme, in der letzten Zeit ziemlich irrlichternd durch die Prärie geritten waren. Spät, vielleicht zu spät, hatten die alten gelben Führer den Weg für die Jugend freigemacht, die sich untereinander aber auch nicht grün war. Nun versuchte Häuptling Gelbe Albe die Seinen zu einen, doch so richtig gut gelang das nie.

So musste sich Kleiner Fluss eigentlich keine großen Sorgen um seinen Job machen. Zumal er listig die Häuptlinge aller Stämme (bis auf die von den Braunsocken) um sich scharte, um gegen die ferne Große Siedlung aufzubegehren, wo Häuptling Stille Kanzel über das Land regierte. Da waren sich alle ausnahmsweise mal einig, dass von den Beutezügen der Hauptstadt-Indianer in ihren Kriegsfarben rot, gelb und grün viel zu wenig übrig blieb für die Dörfer im Land. Nach ihrer Überzeugung gehörte Stille Kanzel an den Marterpfahl, weil er sich weigerte, fair zu teilen – obwohl er vor der letzten großen Schlacht bei Manitu gelobt hatte, den kleinen Stämmen in ihrer Not zu helfen.

Und wieder hatte es Kleiner Fluss geschafft, die Pfeile von sich abzulenken und auf Stille Kanzel zu richten. Wie der Kampf ausging? Das Kapitel muss erst noch geschrieben werden.“

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