Es gab viele schöne und viele traurige Momente

Pfarrer Michael Mohr wünscht allen ST-Lesern ein frohes, gesegnetes neues Jahr 2022. Archivfotos: up/cb
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Pfarrer Michael Mohr wünscht allen ST-Lesern ein frohes, gesegnetes neues Jahr 2022. Archivfotos: up/cb

Theologen laden im ST zur Andacht ein – heute der katholische Stadtdechant Michael Mohr

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Frohes neues Jahr! Happy new year! Bonne année! Buon anno! Feliz año nuevo! Rund um den Globus wird zu Neujahr dieser Wunsch zu hören sein, und sicher sagen Sie diesen Satz in diesen Tagen sehr oft.

Dabei haben wir ein Jahr hinter uns, das nicht immer froh war, und wenn wir ehrlich sind, dann wissen wir auch jetzt schon: Auch 2022 wird nicht nur frohe Stunden, sondern auch manche Sorgen, Traurigkeiten oder sogar Schicksalsschläge bereithalten. Und trotzdem (oder gerade deswegen) ist es richtig, sich ein „frohes neues Jahr 2022“ zu wünschen!

Ich selbst setze meist die Bitte um den Segen Gottes dazu: „Frohes, gesegnetes neues Jahr!“ Ich habe das auch schon in den Jahren zuvor getan, aber tatsächlich ist mir das „gesegnet“ im Neujahrswunsch in diesem Jahr wichtiger als sonst. Denn mit dem nun zweiten Jahreswechsel im Zeichen von Corona und nach immer wieder neuen „Hiobsbotschaften“ erkenne ich immer mehr, dass der Wunsch, ein „frohes“ neues Jahr zu haben, wirklich gut und richtig ist. Aber weil realistisch gesehen auch das Jahr 2022 manche schlechte Nachricht mit sich bringen wird, glaube ich, dass der Segen Gottes im neuen Jahr wertvoll sein wird.

Natürlich weiß jeder, der ein „Frohes Neues“ wünscht, dass 2022 nicht nur froh, einfach und gut werden wird. Und der Wunsch bleibt richtig und gut, wenn er ehrlich gemeint ist. Aber die Bitte um Gottes Segen für das Jahr 2022 geht weiter: Gott ist an meiner Seite, und zwar egal, ob ich gesund oder krank bin, alt oder jung, arm oder reich, traurig oder froh. Mir tut es gut, das zu wissen und immer wieder auch zu spüren. Wenn ich auf „mein“ 2021 zurückschaue (auch das macht wahrscheinlich in diesen Tagen fast jeder), dann erinnere ich mich an viele wirklich frohe und schöne Momente. Oft sind das gar keine spektakulären Events, sondern eher leise, kleine Momente: Jemandem in Trauer beizustehen, Kinder zu taufen, Gespräche mit anderen Menschen, Treffen mit der Familie, Zeit mit den Neffen und Nichten und so weiter. Es war ein schönes Jahr! Aber ich erinnere mich auch an viele schwere und traurige Augenblicke: Die Sorgen, die die Pandemie immer noch und immer wieder macht, die immer neuen Regelungen, aber auch hier wieder viele unspektakuläre Momente, in denen es nicht so geklappt hat, wie ich mir das vorgestellt habe, in denen ich Menschen vielleicht enttäuscht habe.

Und besonders der Abschied von lieben Menschen tat weh. In allem aber spüre ich, dass Gott an meiner Seite ist. Ihnen klingt das vielleicht ein bisschen zu fromm? Das kann schon sein, schließlich bin ich da als Pastor in gewisser Weise „vorbelastet“.

„Die Höhen und Tiefen machen unser Leben aus.“

Aber ich meine das wirklich so: Ich spüre: Da ist jemand, der mich trägt. Der sich mit mir freut, wenn das gerade dran ist. Und der mich hält, wenn es nur noch zum Heulen ist. Ich spüre das beim Beten, aber auch in vielen Begegnungen mit anderen Menschen, die oft genug genau das richtige Wort zur richtigen Zeit für mich hatten. Und ich bin überzeugt, dass das nicht nur ein schöner Zufall ist. Und letztlich wäre ein immer gleichförmiges Leben eigentlich nur langweilig und eintönig.

Die Höhen und Tiefen machen unser Leben aus: Die, die im vergangenen Jahr bewältigt worden sind und auch die, die im kommenden Jahr auf uns alle zukommen. Und in alldem sind wir nie allein: Gott segnet unsere Jahre und er ist da.

Also: Ihnen und all Ihren Lieben ein frohes, gesegnetes neues Jahr 2022!

Ihr Pastor Michael Mohr

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