Neujahrsempfang der Wirtschaftsjunioren

Es braucht ein neues Wirtschaftswunder

Rund 230 Wirtschaftsjunioren und geladene Gäste wohnten dem Neujahrsempfang in der Alten Schlossfabrik bei.
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Rund 230 Wirtschaftsjunioren und geladene Gäste wohnten dem Neujahrsempfang in der Alten Schlossfabrik bei.

Rund 230 Gäste kamen zum Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsjunioren in Unterburg.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Es braucht ein neues Wirtschaftswunder. Das war der Tenor des Neujahrsempfangs der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsjunioren (WJ) am Freitagabend in der Alten Schlossfabrik. Rund 230 Wirtschaftsjunioren und geladene Gäste aus dem ganzen Bundesland diskutierten, wie Unternehmen und Gesellschaft gestärkt aus den zurückliegenden, gegenwärtigen und kommenden Krisen hervorgehen können.

Dass dabei immer wieder Bezug auf die Jahre des starken konjunkturellen Aufschwungs Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg genommen wurde, war kein Zufall. Der Abend in Unterburg stand unter dem Motto „Junioren Wirtschaftswunder – Aus Krisen lernen und Chancen erkennen“. Damit spielten die Solinger Wirtschaftsjunioren auf ihr Gründungsdatum 1953 an. Die Veranstaltung läutete ein besonderes Jahr für den Kreisverband ein: Er feiert 2023 sein 70-jähriges Bestehen.

Der Solinger Kreissprecher Christian Kern und seine Vorgängerin Nina Postler begrüßten die Besucher aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Dementsprechend froh zeigten sich Kreissprecher Christian Kern und seine Vorgängerin Nina Postler, dass sie einen Großteil der 27 nordrhein-westfälischen WJ-Kreise in der Klingenstadt begrüßen konnten. Dass sich Solingen als würdiger Gastgeber präsentierte, war dem sechsköpfigen Projektteam um Deborah Breuer zu verdanken. Fast ein Jahr lang hatte es auf die Veranstaltung hingearbeitet.

Den Ton des Abends setzte Nina Postler: „Mit Tatkraft können wir zusammen die Wirtschaftskraft wiederherstellen.“ Dafür sei, betonte Henner Pasch, ein „kleines Wunder“ notwendig. Der Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer, selbst langjähriges Mitglied der Wirtschaftsjunioren, forderte die Anwesenden dazu auf, ein Teil dieser Entwicklung zu sein. Es komme auf die jungen Generationen an, die wartenden Herausforderungen „aktiv zu gestalten“.

IHK-Präsident Henner Pasch ermutigte die Anwesenden, sich den Herausforderungen der Zeit selbstbewusst zu stellen.

An Aufgaben mangelt es nicht. Pasch streifte die hohen Preise für Strom und Wärme, die Energiewende („Wenn wir das nicht schaffen, schafft es niemand“), marode Infrastruktur und nicht zuletzt den Fachkräftemangel. Den habe es nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls gegeben. Zuwanderung lautete damals die Antwort – die brauche es nun erneut. „Wir müssen eine Willkommenskultur entwickeln. Wir können das nicht alleine schaffen“, appellierte Pasch.

Mark Klein, Landesvorsitzender der NRW-Wirtschaftsjunioren, lenkte den Fokus auf andere Schwerpunkte: Nachhaltigkeit, digitale Transformation und Unternehmensnachfolge. „Die junge Wirtschaft muss Verantwortung übernehmen und das Land nach vorne bringen“, mahnte er.

Neujahrsempfang der Wirtschaftsjunioren

Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren
Der Neujahrsempfang bei den Solinger Wirtschaftsjunioren © Michael Schütz

Henner Pasch gab sich trotz der Hürden optimistisch. Mit seiner Demokratie habe Deutschland die besten Voraussetzungen, die Herausforderungen zu meistern. Die dafür nötigen Veränderungen verunsichere viele Menschen, bemerkte Mark Klein. Die sei jedoch unbegründet: „Mit Krisen gehen Chancen einher.“

Thorsten Kabitz (M.) diskutierte mit Dr. Erich Schiffers (v. l.), Robin Reuschel, Frederic Knaudt und Heinz Hövener über Chancen der Krise.

Dass auch Wandel niemand fürchten muss, zeigte eine anschließende Diskussion. Moderator Thorsten Kabitz konnte einerseits Dr. Erich Schiffers und Robin Reuschel begrüßen. Ersterer ist Vorstandssprecher von Zwilling, seit 1731 Schneidwarenhersteller in Solingen – Zweiterer Gründer des Messer-Start-ups Kleng. Auch Heinz Hövener und Frederic Knaudt kommen aus derselben Branche, jedoch vollkommen unterschiedlichen Unternehmen. Während Hövener seit 1973 Edeka-Märkte führt, hat Knaudt 2018 den Online-Supermarkt Picnic nach Deutschland gebracht.

Wer ein Aufeinandertreffen zweier Welten erwartet hatte, lag falsch. Knaudt und Reuschel reagierten mit ihren Gründungen auf Trends in ihren Geschäftsfeldern. Doch auch bei den vermeintlichen Platzhirschen gibt es keinen Stillstand. „Wandel macht Spaß“, betonte Schiffers. So erziele Zwilling inzwischen 44,5 Prozent seiner Umsätze digital, der Direktvertrieb mache 23 Prozent aus. Hövener musste seine Märkte in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls immer wieder an verändertes Kundenverhalten anpassen.

Der Älteste in der Runde gab den Jungunternehmern einen Rat mit auf den Weg: „Machen Sie das, woran Sie glauben, dann kommt Erfolg.“ Auch wenn der manchmal auf sich warten lasse.

Hintergrund

Wirtschaftsjunioren: Die Solinger Wirtschaftsjunioren haben derzeit 29 aktive und 74 passive Mitglieder. Hinzu kommen 15 Interessenten.

Neujahrsempfang: Präsentiert wurde der Abend in der Alten Schlossfabrik von der Stadt-Sparkasse Solingen. Zu den weiteren Unterstützern zählten Brangs + Heinrich, Christian Dörr Headhunting, Fourtexx, Ledlenser sowie die Wirtschaftsförderung.

Standpunkt von Manuel Böhnke: Lasst sie machen!

manuel.boehnke@solinger-tageblatt.de

Corona, Krieg, Energiekrise, Inflation, Fachkräftemangel, Klimawandel – seit Monaten, teilweise Jahren jagt eine Hiobsbotschaft die nächste. Und natürlich beherrschten diese Themen auch den Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsjunioren am Freitagabend in der Alten Schlossfabrik. Doch von Depression angesichts der trüben Vorzeichen war in Unterburg nichts zu spüren. Stattdessen herrschten Aufbruchstimmung und Tatkraft. Probleme wurden klar benannt, mögliche Lösungen angesprochen.

Es scheint eine junge Unternehmergeneration heranzuwachsen, die in Anbetracht der Herausforderungen unserer Zeit nicht den Kopf in den Sand steckt, sondern mutig nach vorne blickt.

Das schlimmste, was passieren könnte, ist, diesen Elan mit Bürokratismus, Bedenkenträgerei und Denkmustern von vorgestern auszubremsen.

Es sind die heute 20-, 30-, 40-Jährigen, die die gegenwärtigen Probleme lösen und ihre Konsequenzen ausbaden müssen. Lasst sie machen!

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