Sicherheit

Erzieherinnen der Kindertagesstätte werden bedroht

Die Obdachlosenunterkunft an der Eckstraße in Mitte liegt in der Nähe der städtischen Kita Schatzkiste.
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Die Obdachlosenunterkunft an der Eckstraße in Mitte liegt in der Nähe der städtischen Kita Schatzkiste.

Die Obdachlosenunterkunft Eckstraße verursacht Probleme.

Von Philipp Müller

Solingen. Zu Beginn der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Mitte beschäftigte die gewählten Vertreterinnen und Vertreter ein Thema rund um die Unterbringung von Obdachlosen. Juliane Hilbricht, die Stadtdienstleiterin Wohnen, war in die Sitzung aufgrund einer CDU-Anfrage zur Situation der Obdachlosenunterkunft an der Eckstraße gekommen. Diese sei momentan zu 100 Prozent gefüllt. Rund 40 Bewohnerinnen und Bewohner finden dort Platz. Auf Rückfragen der CDU-Vertreterin in der BV, Barbara Uellendahl, entbrannte eine Debatte um die Sicherheit der nahen Kita.

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Uellendahl berichtete in der Sitzung von ständigen Polizeieinsätzen vor Ort. Beamte in Uniform und in Zivil gingen dort ein und aus. Außerdem würden Erzieherinnen der in der Nähe befindlichen Kita Schatzkiste und Mütter der Kinder von den Bewohnern der Unterkunft bedroht. Auf ST-Nachfrage räumt die städtische Kita die Geschehnisse ein. Rathaussprecherin Sabine berichtet für die Kita-Leitung: „Es ist etwa vor dem Haus und auch auf dem Parkplatz der Kita zwischen Personen, die in der Unterkunft wohnen, zu Auseinandersetzungen gekommen. In einem Fall wurde auch eine Mutter, die ihr Kind abholte, belästigt. Die Polizei wurde eingeschaltet.“

Die Kita informierte auch das Rathaus. Die zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfallhilfe habe laut Sabine Rische umgehend reagiert: „Um die Situation vor Ort aufzulösen, arbeitet die Fachstelle mit Umsetzungen und temporären Hausverboten.“ So sei ein Bewohner in eine andere Unterkunft verlegt, ein anderer ist derzeit nicht mehr untergebracht worden. „Der Außendienst ist täglich vor Ort, die zuständige Sozialarbeiterin sucht die Einrichtung regelmäßig auf“, berichtet die Sprecherin. Die Kontrollbesuche seien deutlich erweitert worden, auch mit Unterstützung des kommunalen Ordnungsdienstes und des Bezirkspolizisten. Fachstelle und Kitaleitung stünden zudem „in engem Austausch“.

Sozialarbeiterin kümmert sich um die Bewohner

Juliane Hilbricht bestätigte in der Sitzung der BV, dass Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst dort aktiv Durchsuchungen, auch auf Drogen, durchführen würden. Sie widersprach aber dem Vorwurf, die Stadt nehme die Einrichtung nicht genug in den Blick. Eine Sozialarbeiterin kümmere sich ausschließlich um die Belange der Bewohnenden. Für mehr sei aber kein Geld vorhanden. Auf ST-Nachfrage erläuterte die Stadtdienstleiterin, dass sich die Probleme auch immer dann besonders zeigen würden, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner entsprechend persönliche Probleme mit ins Haus brächten. Auch hätten der Kommunale Ordnungsdienst und die vor Ort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Besucher im Auge.

Auf Vorschlag von Dietmar Gaida (Grüne) soll die Sozialarbeiterin Kontakt zur Kita aufnehmen, um ihre Arbeit vorzustellen und die Sicht der Kita und Eltern aufzunehmen. Bezirksbürgermeister Hansjörg Schweikhart (CDU) meinte: „Das Thema kommt als sozialer Brennpunkt immer wieder auf.“ RD-Vertreter Armin Bender warnte, man dürfe das Thema nicht kleinreden, es sei „nicht gut um das Sicherheitsgefühl der Solinger“ bestellt.

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