Weltfrauentag

Erzählung aus der Nachkriegszeit wirkt bedrückend aktuell

Bei ihrer Lesung in der Stadtbibliothek versagte Bestsellerautorin Susanne Abel kurz die Stimme. Foto: Michael Strahlen
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Bei ihrer Lesung in der Stadtbibliothek versagte Bestsellerautorin Susanne Abel kurz die Stimme.

Susanne Abel las aus „Stay away from Gretchen“.

Von Tanja Alandt

Solingen. Rund 70 Frauen hörten gebannt der „Stay away from Gretchen“-Autorin Susanne Abel zu, als sie am Weltfrauentag in der Stadtbibliothek Ausschnitte aus ihrem Bestseller vorlas. Im Fokus steht eine große Liebe in der Nachkriegszeit.

In Kooperation mit der Gleichstellungsstelle sowie dem Kulturmanagement sei zum ersten Mal anlässlich des Internationalen Frauentages eine Lesung in der Stadtbibliothek veranstaltet worden, berichtete die Leiterin Heike Pflugner. Bewusst hätten sie eine „starke Frau und eine starke Geschichte“ für diesen Tag ausgesucht. Da die Autorin seit 50 Wochen mit ihrem Erstlingswerk auf der Bestsellerliste steht, fiel die Wahl auf sie, erklärte sie.

Bürgermeisterin Ioanna Zacharaki appellierte in ihrer Begrüßungsrede, den 8. März wie in Berlin und demnächst in Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls in NRW als einen gesetzlichen Feiertag zu verankern. Sie erinnerte an das schlechte Ergebnis des Equal Pay Days, die vielen weiteren Nachteile von Frauen sowie die Gewalt, die Frauen oftmals erfahren müssen. Natürlich war auch der Krieg in der Ukraine Thema, für den sie auf ein schnelles Ende hofft.

Die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Sandra Ernst bemerkte, dass bei Planung der Veranstaltung nicht abzusehen war, wie aktuell das Kriegsthema sein würde.

Vor diesem Hintergrund versagte auch der Autorin Sandra Abel kurz die Stimme: an der Stelle, wenn Greta im Jahr 1944 in Ostpreußen als 13-Jährige mit ihrem Großvater den Kriegsnachrichten aus dem Feindsender „Radio Moskau“ lauscht. „Mir fällt es gerade schwer, weil es so aktuell ist“, entschuldigte sie sich.

Zuhörerinnen erzählen von der Flucht ihrer Mütter

Nachdem Abel rund 45 Minuten aus ihrem Buch vorgelesen hatte, stellten die Zuhörerinnen viele Fragen und lobten, wie authentisch und gut recherchiert der Roman sei. Auch die Themen afroamerikanische Soldaten (GI) und Besatzungskinder, „Brown Babies“ fanden großes Interesse. Abel, die eigentlich Puppenspielerin und Regisseurin ist, erläuterte, dass sie vermutlich durch eine Schauspieltechnik, „bei der man die Gefühle nicht spielt, sondern ist“, Gretas 45-jährigen Sohn Tom so gut in der Ich-Person darstellen konnte. Viele hatten das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen und freuen sich bereits auf Juni, wenn die Fortsetzung des Romans erscheint, in der es um Toms Vater gehen wird.

Einige Zuhörerinnen berichten zudem von ihren Müttern, die aus Ostpreußen flüchten mussten.

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