Neubau

Dann soll die erste neue Feuerwehrwache fertig sein

Für den Neubau der Wache in Ohligs werden Ende Juni mehrere Wohnhäuser unter anderem an der Pfeilstraße abgerissen.
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Für den Neubau der Wache in Ohligs werden Ende Juni mehrere Wohnhäuser unter anderem an der Pfeilstraße abgerissen.

Beim Neubau der Feuer- und Rettungswache II in Ohligs ist mit höheren Kosten und Verzögerungen zu rechnen.

Von Kristin Dowe

Der Zeitplan ist ehrgeizig: Voraussichtlich Anfang 2027 soll die neue Feuer- und Rettungswache in Ohligs in Betrieb genommen werden. Mit Verzögerung sei aber angesichts der schwer kalkulierbaren Marktsituation zu rechnen, teilt Rathaussprecher Daniel Hadrys auf Nachfrage mit. „Zum einen stehen die Ausschreibungen für die Baumaßnahme noch aus, zum anderen ist die Situation im Bereich der Materialbeschaffung derzeit nur schwer einzuschätzen.“ In den folgenden Jahren ist perspektivisch dann der Neubau der Feuer- und Rettungswachen III in Wald (Frankfurter Damm) und I in Mitte (Katternberger Straße) geplant.

Ebenfalls unklar sei, ob die Plankosten von zuletzt 28,5 Millionen Euro für das Projekt in Ohligs eingehalten werden können, da mit der Ausschreibung der Gebäudeabbrüche an Saturn-, Pfeil- und Brunnenstraße bislang erst eine einzige Vergabe stattgefunden habe. Zunächst werden die betreffenden Gebäude entkernt, die eigentlichen Abbrüche erfolgten dann etwa Ende Juni, heißt es bei der Stadt weiter.

„Insbesondere die großen Ausschreibungspakete wie Tief- und Rohbau, Technische Gebäudeausrüstung, Gerüste, Dachdeckerarbeiten, Metallbauarbeiten, welche zurzeit erstellt und dann auf den Markt gebracht werden, zeigen dann, ob die aktuellen Plankosten eingehalten werden.“ Das Risiko weiterer Kostenerhöhung sei im Zuge der weiter steigenden Materialpreise allerdings entsprechend hoch. Ein architektonischer Vorteil für die Feuerwehr bei dem Gesamtprojekt liegt darin, dass Rettungsdienst und Feuerwehr sich bei Bedarf räumlich trennen lassen. Wie wichtig diese Möglichkeit ist, wurde während der Corona-Pandemie für die Einsatzkräfte besonders deutlich.

Denn die pandemische Lage hielt wie bereits 2020 auch im vergangenen Jahr zahlreiche Herausforderungen für die Brandschützer bereit, wie aus dem Jahresbericht der Feuerwehr für 2021 hervorgeht: So wurden zwischenzeitlich die Zugänge zu den Wachen gesperrt und deren Besuch untersagt, dienstliche Außentermine der Mitarbeitenden auf ein Minimum beschränkt und im Bereich der Verwaltung weitgehend auf Homeoffice umgestellt.

Zudem fanden die Wachbesetzungen der Freiwilligen Feuerwehr nicht mehr auf den Wachen der Berufsfeuerwehr, sondern an den Gerätehäusern statt. Sonderdienstpläne stellten außerdem sicher, dass die Berufsfeuerwehr auch bei Krankheitsfällen mit ausreichender Personalstärke einsatzbereit war. Kameradschaftliche Veranstaltungen wie der Ehrenabend oder das Kinderfeuerwehrfest mussten abgesagt werden. Neben den organisatorischen Veränderungen ergriff die Feuerwehr an allen drei Wachen sogar bauliche Maßnahmen, um die Funktionsgruppen räumlich zu trennen − ein Problem, das sich mit den neuen Feuer- und Rettungswachen irgendwann erübrigt haben wird.

Neben den Widrigkeiten der Corona-Pandemie hatte es die Feuerwehr Solingen 2021 durch das Hochwasserereignis am 14. Juli mit einer historischen Mammutaufgabe zu tun. „Über fünf Tage lang galt es für die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, THW und Polizei über 750 Einsätze zu bewältigen“, heißt es im Jahresbericht. Vor allem die Ortslagen Unterburg, Rüden, Wipperaue und Ittertal wurden dabei großflächig überflutet.

Jahresbericht der Feuerwehr

Einsätze: 2021 hatte die Solinger Feuerwehr 2229 Einsätze zu verzeichnen, 662 mehr als im Vorjahr. Den Großteil machten Hilfeleistungen mit 1870 Einsätzen aus. Auch die Zahl der Brandeinsätze hat sich mit 359 gegenüber 241 in 2021 erhöht.

Personal: Bei der Feuerwehr Solingen sind laut Bericht 220 Beamte bei der Berufsfeuerwehr und 269 Mitarbeitende bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv.

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