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Erste Firma in Fürkeltrath startet am Montag

Blechcon ist die erste Firma im Gewerbegebiet Fürkeltrath I (unten). In der Halle wird an Laser-Schneidemaschinen gearbeitet. Fotos: Christian Beier
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In der Halle wird an Laser-Schneidemaschinen gearbeitet.

Die neu gegründete Blechcon bezieht ihre 3000 Quadratmeter große Fertigungshalle.

Von Andreas Tews

Gräfrath. Mit seinem Start-up-Unternehmen Blechcon hat Inhaber Frank Wedel ehrgeizige Ziele: Er will nicht nur innerhalb weniger Monate erreichen, dass seine Laser-Metallschneidemaschinen und Abkantpressen in der neu bezogenen Fertigungshalle ausgelastet sind. Auch plant er ein schnelles Wachstum. Jeweils zwei weitere Lasermaschinen und Pressen sind bestellt. Damit soll die Entwicklung des metallbearbeitenden Unternehmens aber noch nicht abgeschlossen sein.

Einen wichtigen Schritt hat Wedel mit seiner Firma jetzt vollzogen. Die neu errichtete 3000 Quadratmeter große Halle ist bezogen – als erste im Gewerbegebiet Fürkeltrath I, in dem seit 2006 Baurecht besteht. Der offizielle Start soll am kommenden Montag sein.

Blechcon hat sich auf das Zuschneiden von Blechen mit Lasertechnik spezialisiert. Die Firma fertigt für gewerbliche Kunden Teile aus Stahl-, Edelstahl- und Aluminiumblechen. Auf eine bestimmte Branche ist sie nicht spezialisiert. Die in Gräfrath gefertigten Teile kommen unter anderem im Maschinenbau, in landwirtschaftlichen Geräten, in Brotbackmaschinen von Supermärkten oder an diversen Stellen in Flughäfen zum Einsatz. Die geleistete Arbeit rechnet Wedel mit den Auftraggebern stundenweise ab.

Der Inhaber und Geschäftsführer hat in die Maschinen rund 4,8 Millionen Euro investiert. Die von Blechcon angemieteten Hallen hat ein Investor errichtet. Insgesamt wurden laut Wedel rund 11 Millionen Euro investiert.

Bei seinem Geschäftsmodell setzt er auf schlanke Strukturen. Die Auftragsannahme läuft zum Beispiel voll automatisch. Kunden laden Pläne hoch und bekommen nach Wedels Angaben innerhalb von 30 Sekunden ein Angebot. Entscheidend sei dabei ein Hochleistungsanschluss ans Internet, der in Fürkeltrath gegeben sei, erklärt der 51-Jährige. Das fertige Produkt sollte innerhalb von ein bis zwei Wochen beim Auftraggeber sein.

Der Inhaber glaubt fest daran, dass es für die Arbeit seiner Firma einen Markt gibt. Allein in den Städten Solingen, Remscheid und Wuppertal gebe es die Kapazitäten, um vier Lasermaschinen auszulasten.

Gräfrath: Blechcon-Geschäftsführer setzt auf Expansion

Die Produktion belegt bisher nur einen recht kleinen Teil der neuen Halle. Der Geschäftsführer setzt auf Expansion. Nach seinen Plänen werden in einigen Jahren bei Blechcon jeweils acht Laserschneider und Pressen im Einsatz sein. Dafür hat er sich nebenan das Vorkaufsrecht auf ein Grundstück gesichert, auf dem eine weitere 3000-Quadratmeter-Halle entstehen könnte. Er peilt perspektivisch einen Jahresumsatz von 20 bis 30 Millionen Euro an.

Der gebürtige Aufderhöher versichert, dass Nachhaltigkeit für ihn ein wichtiges Thema sei. So soll zum Beispiel die Abwärme der Schneidemaschinen zum Heizen der Halle genutzt werden. 60 bis 70 Prozent des eigenen Strombedarfs will er mit einer Solaranlage abdecken, die auf dem Firmendach noch entstehen soll.

Mit Lärm oder Abgasen seiner Firma werden die Nachbarn nach Wedels Angaben nicht konfrontiert. Die Geräusche der Produktion seien außerhalb der Halle nicht zu hören. Eine Filteranlage werde verhindern, dass Abgase in die Umgebung gelangen. Zudem werde der gesamte Lieferverkehr über den direkt benachbarten Autobahnzubringer Roggenkamp abgewickelt.

Blechcon ist die erste Firma im Gewerbegebiet Fürkeltrath I.

Um seine Ziele zu erreichen, muss Wedel noch viele Kunden gewinnen. Seitdem die Corona-Kontaktverbote aufgehoben sind, will er in diesem Bereich viele persönliche Gespräche nachholen.

Gewerbegebiet Fürkeltrath I

Das Gräfrather Gewerbegebiet Fürkeltrath I verfügt über eine Netto-Gewerbefläche von 37 000 Quadratmetern. Es liegt am Autobahnzubringer Roggenkamp in Nachbarschaft des Gewerbegebiets Piepersberg.

Das Start-up-Unternehmen Blechcon hat sich für seine beiden Bauabschnitte 15 000 Quadratmeter im unteren Bereich des Gebietes gesichert.

Über ein 8000-Quadratmeter-Grundstück am Roggenkamp führt die Wirtschaftsförderung laut Geschäftsführer Frank Balkenhol Gespräche mit einem Interessenten. Auf den übrigen Flächen könnten sich zwei bis drei weitere Unternehmen ansiedeln.

In unserer Stadtteilserie nehmen wir in den kommenden acht Wochen immer einen Stadtteil besonders in den Blick. Hier geht´s zur Übersicht.

Der Umbau des Überwegs der Korkenziehertrasse über die Wuppertaler Straße (Bundesstraße 224) soll dazu beitragen, den Fahrradverkehr in Solingen insgesamt voranzubringen. 

Rat verhindert Fällung von Bäumen in Gräfrath: Die Politik will die zwei Blutbuchen und zwei Eichen an der Melanchthonstraße erhalten.

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