Tiere

Erna Brand möchte Igel schützen

ST-Leserin Erna Brand will Igel vor dem Tod im Rasenmäher schützen und Flyer verteilen. Foto: Michael Schütz
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ST-Leserin Erna Brand will Igel vor dem Tod im Rasenmäher schützen und Flyer verteilen.

ST-Leserin macht mit Flyern auf die Gefahr durch Mähroboter aufmerksam.

Von Alexandra Dulinski

Auf der Terrasse in ihrem Garten hat ST-Leserin Erna Brand schon einige gefunden: im Sterben liegende Igel mit zahlreichen Kopfverletzungen. Sie rühren von Mährobotern her, berichtet sie. Das mache sie tief betroffen. „Ich habe erlebt, wie ein Igel aussieht, wenn er von einem Mähroboter überfahren wird. Wie die Tiere leiden müssen, bis sie ihren Verletzungen erlegen, ist fürchterlich“, sagt Erna Brand.

Deswegen setzt sie sich nun dafür ein, ihr Umfeld auf die Igel aufmerksam zu machen. Über eine Tierärztin, der sie ein verletztes Tier gebracht hat, ist sie auf einen Igelschutzverein gestoßen, bei dem sie Flyer bestellt hat. Diese klären über die Gefahr auf, die von Mährobotern ausgeht, informieren über den problematischen Einsatz von Gift im Garten und erklären, warum Müll und Gartenteiche für die Igel gefährlich werden können.

„Ich habe mir überlegt, in den Geschäften im Stadtgebiet zu fragen, ob ich die Flyer bei ihnen deponieren darf“, berichtet die 72-Jährige. Ihr liege es am Herzen, so auch die Menschen außerhalb Solingens zu erreichen. „Viele wissen nicht, dass Igel nachtaktiv sind und lassen den Mähroboter nachts laufen“, sagt Brand.

Der Igel sei ein Insektenfresser, der aber nicht nur nachts, sondern auch in den frühen Abend- und Morgenstunden unterwegs ist, wenn es dämmert, berichtet Dr. Jan Boomers, Geschäftsführer der Biologischen Station Mittlere Wupper. Zu finden seien die Tiere in Wäldern, Parkanlagen und Gärten, die gute Versteckmöglichkeiten bieten. „Bei unmittelbarer Bedrohung rollen Igel sich zusammen. So sind sie Fressfeinden gegenüber gut geschützt, haben aber keine große Fluchtbereitschaft“, erklärt der Biologe. Das werde ihnen bei Mährobotern zum Verhängnis.

Ein zweites Problem sei, dass die Roboter den Rasen oder die Wiese stets kurz halten würden. So werden die Unterschlupfe von Insekten zerstört und folglich finden die Igel keine Nahrung mehr.

Dr. Jan Boomers rät dazu, den Grünflächen Ruhephasen zu gönnen und Versteckmöglichkeiten wie Laubhaufen am Gartenrand zu schaffen. Wer einen verletzten Igel findet, sollte sich an die nächste Igelstation wenden und das Tier einem Fachmann übergeben. Die nächste Igelstation befindet sich in Wuppertal. Weitere Informationen gibt es online.

https://t1p.de/0lzr

www.pro-igel.de

Test

Der Igelschutzverein „Pro Igel“ rät dazu, den „Apfel-Test“ zu machen. Dabei wird ein Apfel ins Gras gelegt und geschaut, ob der Mähroboter das Hindernis über- oder umfährt. Ein Bodenabstand von etwa 4,5 Zentimetern sollte eingestellt werden.

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