Boulevard-Komödie

Erfolgloser Autor trifft leichtes Mädchen

Stephan Tacke-Unterberg und Aylin Öcal spielten „Die Eule und das Kätzchen“ im Kammerspielchen in Gräfrath. Foto: Moritz Alex
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Stephan Tacke-Unterberg und Aylin Öcal spielten „Die Eule und das Kätzchen“ im Kammerspielchen in Gräfrath.

Premiere für Komödie im Kammerspielchen.

Von Karl-Rainer Broch

Die Premiere der Boulevard-Komödie „Die Eule und das Kätzchen“ am Samstag im Gräfrather Kammerspielchen war die erste Theater-Aufführung seit der Unterbrechung wegen Corona. Die Plätze waren wegen der Sicherheitsbestimmungen deutlich reduziert, und Theater-Chef Ernst Quambusch servierte den Besuchern persönlich die Getränke, die diese ausnahmsweise am Sitzplatz einnehmen konnten: „Wie früher im Kino vor dem Hauptfilm.“ Zu den verfügbaren Plätzen erklärte er: „Normalerweise haben wir 55 Plätze, doch bei 25 Vorbestellungen mache ich Schluss.“

Das 1970 entstandene Theaterstück von Bill Manhoff – in Solingen von Michael Oenicke inszeniert – wurde im selben Jahr mit Barbra Streisand und George Segal erfolgreich verfilmt. Es gehört, wie Ernst Quambusch berichtete, in Deutschland zu den beliebtesten und meistgespielten Komödien überhaupt.

Stephan Tacke-Unterberg und Aylin Öcal spielten die beiden unterschiedlichen Protagonisten mit viel Engagement: Felix, ein erfolgloser Schriftsteller, und Doris, ein leichtes Mädchen mit viel Herrenbesuch. Als Felix beobachtet, wie das Mädchen gegenüber für ihre Dienste Geld bekommt, schwärzt er die Dame beim Hausvermieter an, so dass sie ihre Wohnung verliert und kurz darauf wutentbrannt bei ihm an die Tür klopft. Daraufhin entwickelt sich ein amüsantes Geplänkel mit vielen Wortspielen zwischen dem prüden Intellektuellen und dem attraktiven Mädchen mit Problemen bei der Auswahl der richtigen Wörter. Doris stellt dabei fest: „Prüde wie ein Ire, geizig wie ein Schotte“, er daraufhin: „Und stolz wie ein Spanier.“

Doris verhöhnt den auf seiner Schreibmaschine im Zwei-Finger-Suchsystem herumklappernden Schriftsteller als „Schmalspur-Shakespeare“, während er ihre Stimme als „enervierend“ beschreibt. Vorhersehbar landen sie dennoch im Bett, sie benutzt gekonnt die Klaviatur ihrer Verführungsmasche und wechselt ständig zwischen „Schmutzfink“ und „Liebling“.

Quambusch hatte Aylin Öcal nach ihrer Schauspielausbildung in Köln entdeckt und ihr gleich eine Rolle mit Claus Wilcke verschafft. Sie verkörpert die Rolle mit ihren „100 Gesichtern“ perfekt, und der linkisch wirkende Wuppertaler Stephan Tacke-Unterberg bringt seine Emotionen auch glaubhaft rüber, so dass beim Schlussbeifall ein Regen von Rosen auf der Bühne niederging.

Weitere Aufführungen: Freitag und Samstag, 25. und 26. September, je 20 Uhr, Sonntag, 27. September, 15 Uhr. Freitag und Samstag, 2. und 3. Oktober, je 20 Uhr, Sonntag, 4. Oktober, 15 Uhr. Kammerspielchen, Gerberstraße 9. Kartenvorbestellung: P (01 74) 907 29 95.

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