Bürgerpreis 2022

Stefano de Nuccio packt überall mit an, wo es nötig ist

Stefano de Nuccio ist in Gräfrath zu Hause. In seinem Stadtteil, aber auch in anderen Bereichen Solingens ist der 50-Jährige oft mit helfenden Händen und organisatorischem Talent zur Stelle.
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Stefano de Nuccio ist in Gräfrath zu Hause. In seinem Stadtteil, aber auch in anderen Bereichen Solingens ist der 50-Jährige oft mit helfenden Händen und organisatorischem Talent zur Stelle.

Stefano de Nuccio ist einer von vier Kandidaten für den Solinger Bürgerpreis 2022.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Bei der Aufzählung all der Vereine, in denen Stefano de Nuccio sich engagiert und der Projekte, die er „mal eben“ stemmt, um zu helfen, kann man leicht den Überblick verlieren: Wie, so fragt man sich, schafft er es, all das hintereinander zu kriegen? Für den gebürtigen Italiener aus Lecce, der mit 18 durch ein befreundetes Paar nach Solingen kam, stellt sich diese Frage nicht. Er macht eben. Freundlich, locker und selbstverständlich.

Der 50-jährige Gräfrather ist einer der vier Kandidatinnen und Kandidaten für den Solinger Bürgerpreis 2022. Dieser wird jährlich für herausragende ehrenamtliche Tätigkeit verliehen. Die Stadt-Sparkasse vergibt den Preis, das Solinger Tageblatt (als Mitinitiator) und Radio RSG sind Medienpartner. Schirmherr ist Oberbürgermeister Tim Kurzbach.

„Helfen, machen, organisieren“ ist als Dreiklang offensichtlich das Motto des lebhaften Mannes, der sein privates Leben mit Ehefrau Bärbel, einem Hund und vier Katzen teilt. Außerdem hat er täglich Mittagsgäste. Eine 96-jährige Nachbarin kommt seit längerem zum Essen herüber und seit Kurzem wird der Tisch auch für einen jüngst verwitweten Freund gedeckt. Für Stefano – und auch Bärbel – de Nuccio ist solche Hilfsbereitschaft normal.

Bürgerpreis: Stefano de Nuccio hilft Geflüchteten

So normal wie es für den 50-Jährigen ist, geflüchteten Menschen zu helfen, im für sie neuen Land ihr Leben neu einzufädeln: „Bei Gräfrath hilft“ ist er einer der Teamer, die sich für Menschen einsetzen, die ihre Heimat aufgeben mussten, weil dort Krieg und Gewalt herrschen. Dieser Teamgeist ist für Stefano wichtig. „Miteinander kriegen wir die nötige Hilfe für die bedürftigen Menschen schnell und umfassend hin“, sagt er – und kann seinerseits längst auf Gegenhilfe zählen.

Hier können Sie abstimmen

„Seine Jungs“ nennt er eine Truppe junger Männer, mit denen er gemeinsam nach dem Sommerhochwasser im vergangenen Jahr unten an der Wupper zugepackt hat. „Rüden, Wipperaue, Landhaus Ferres“, zählt er auf. „Der Schlamm stand meterhoch und wir alle haben tagelang geackert. Anstrengend, aber zugleich unglaublich klasse, denn mit uns zusammen hat gefühlt ganz Solingen mitgearbeitet, um den betroffenen Menschen am Wupperufer zu helfen.“

Auch hier an seiner Seite: Bärbel de Nuccio. „Meine gute Seele“ nennt Stefano seine Frau. Zurecht, denn immer wieder muss sie ihren Mann an seine chronische Lungenerkrankung erinnern, die ihn vor Jahren zwang, seinen Beruf als Altenpflegehelfer in der Fachklinik Bethanien aufzugeben. Dennoch: „Nur zu Hause sitzen und ins TV starren, wäre gar nichts für mich“, sagt er nachdrücklich. „Es erfüllt mich, helfen zu können, das ist zwar manchmal Stress, aber nur positiver“. Sein randvoller Terminkalender belegt: Seine Tage sind ausgefüllt.

Weihnachtsbeleuchtung, Marktfest, Martinszug: Stefano de Nuccio ist bei vielen Anlässen verlässlich präsent

Als Mitglied des erweiterten Vorstands bei der Arbeitsgemeinschaft der Gräfrather Vereine ist Stefano de Nuccio „Lagerist“, hat also den Überblick über vereinseigene Ausstattung wie Bänke und Tische. „Wenn Schulen oder die Gemeinde Feste feiern, verleihen wir das Mobiliar gerne. Ich regele dann das Wie und Wo der Transporte, führe Buch und wenn bei solchen Aktionen etwas kaputt geht, kümmere ich mich darum“, erläutert der „kleine Italiener“ wie er von seinen Vereinskollegen liebevoll genannt wird. Meist repariert er selbst, so gut wie nie muss er Fremdhilfe in Anspruch nehmen.

Weihnachtsbeleuchtung, Marktfest, Martinszug: Stefano de Nuccio ist bei vielen Anlässen verlässlich präsent und packt mit an. Daneben ist er seit ein paar Jahren aktives Mitglied im Karnevalsverein Grün-Weiß Gräfrath und hilft bei der Tiertafel mit.

Außerdem verbringt er viel Zeit im Pflegeheim Eugen-Maurer-Haus, um dort mit Bewohnern spazieren zu gehen, sie im Rollstuhl zu fahren, mit ihnen zu plaudern und ihnen zuzuhören, wenn sie erzählen. Jahrelang war er hauptamtlich in der Altenpflege tätig. Darum weiß er, wie wenig Zeit dem Fachpersonal für dergleichen bleibt. Er genieße es jetzt sehr, einfach Zeit und Zuwendung zu schenken.

Solinger Bürgerpreis 2022

Kandidaten: Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Bürgerpreis sind: Regina Brabender, Stefano de Nuccio, Barbara Eufinger und Benny Kaßler.

Wahl: Den Preisträger wählen die ST-Leser. Bis Sonntag, 29. Mai, müssen Ihre Rückmeldungen per Coupon oder über die Bürgerpreis-Internetseite des ST eingetroffen sein: www.solinger-tageblatt.de/buergerpreis

Unter allen Abstimmungsteilnehmern werden drei Hofgarten-Gutscheine über jeweils 50 Euro verlost.

Wir versichern Ihnen, dass Ihre persönlichen Daten sowie die Daten genannter Dritter nur im Rahmen des Solinger Bürgerpreises verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken o. ä. erfolgt nicht
(www.solingertageblatt. de/datenschutz).

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