Theater

Engstirniger Brautvater sorgt für viele Lacher

Pastor Blume (Markus Griebenow, l.) nimmt Harry Förster (Thorsten Nindel) die Beichte ab. Foto: Uli Preuss
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Pastor Blume (Markus Griebenow, l.) nimmt Harry Förster (Thorsten Nindel) die Beichte ab.

Die Komödie von Lydia Fox sorgte auch bei der zweiten Aufführung für ein fast ausverkauftes Kammerspielchen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Nicht genug damit, dass die älteste Tochter Nonne ist und damit ihrem Vater keine Enkel schenken wird. Harry Försters Sohn Patrick outet sich als schwul. Damit ruhen die Hoffnungen für den Witwer und frommen Katholiken, endlich Großvater zu werden, auf dem Nesthäkchen Klara.

Die war bisher damit beschäftigt, regelmäßig die Studienfächer zu wechseln – doch nun bringt sie zum Osterurlaub einen jungen Mann mit, den sie als „Verlobten“ ankündigt. Die Freude des schlichten Kleinbürgers über die erfreuliche Wendung schlägt radikal um, als sich herausstellt, dass der Heiratskandidat Djamal heißt, aus Jordanien stammt und muslimischen Glaubens ist.

Man ist tolerant, bis man selber betroffen ist

Unter der Regie von Marc Ossenbrink kam die Doppelmoral des Spießbürgertums auf unterhaltsame Weise zutage: Natürlich ist man tolerant – bis man selber betroffen ist. In der Komödie von Lydia Fox lässt Förster in seiner verzweifelten Enttäuschung über die Wahl seiner Klara kaum ein Vorurteil aus: „ein Kameltreiber“ als Schwiegersohn – entsetzlich!

Flott inszeniert entstanden urkomische Szenen, die mitunter ins Zotige abkippten: So musste der zum festlichen Ostermittagessen geladene Pastor Blume im Garten essen, um ein Zusammentreffen mit dem „Jordanier“ zu vermeiden: „Ich wollte für den Gemeinderat kandidieren, da ist ein Moslem in der Familie nicht förderlich“. Viel Wortwitz und ein Spiel voller Energie machten den Abend zur fröhlichen Unterhaltung.

Thorsten Nindel, durch sein Mitwirken in der „Lindenstraße“ bekannt, glänzte als engstirniger Harry Förster. Sandy Horáková schlüpfte perfekt in die Rolle der kessen Klara. Marc Oliver Teschke gab den höflichen und zurückhaltenden Djamal; seine Tante Rania bekam von Nika von Altenstadt Profil. Markus Griebenow überzeugte als pfiffiger Pastor, der sich vor der Beichte gerne einen Schluck aus dem Flachmann genehmigt.

Termine: Freitag, 21., und Samstag, 22. Oktober, jeweils 20 Uhr; Karten für 27,56 Euro in allen ST-Geschäftsstellen. Ausverkauft: Sonntag, 23. Oktober, 15 Uhr

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