Stadtwerke Solingen

Energiekrise bestimmt Zukunftstag in Solingen

Detlev Janning von den Stadtwerken berichtete zu großflächigen Ladeinfrastrukturen für E-Autos Stadtwerke.
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Detlev Janning von den Stadtwerken berichtete zu großflächigen Ladeinfrastrukturen für E-Autos Stadtwerke.

Stadtwerke: Photovoltaik-Anlagen und alternative Heizmöglichkeiten zu Gas und Öl waren gefragt.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Das Interesse am diesjährigen „Zukunftstag“ der Stadtwerke Solingen war am Samstag auch von den Sorgen um steigende Energiepreise und Auswege daraus geprägt. Erstmalig hatten die Stadtwerke Solingen als Ausrichter des Tags nicht nur das Thema „Elektromobilität“ thematisiert, sondern boten aufgrund der aktuellen Energieversorgungssituation durch den Ukraine-Krieg Information zu alternativen Heizmöglichkeiten, Optimierung bestehender Heizanlagen zum Energiesparen oder der Installation von Photovoltaik(PV)-Anlagen auf Dächern an.

Dort lag in diesem Jahr sehr offensichtlich auch das Haupt-Augenmerk der Besucher: Zum Teil längere Wartezeiten wurden geduldig in Kauf genommen, um mit den anwesenden Experten ins Gespräch zu kommen. Zwar war der Andrang laut Einschätzung von Stadtwerkepressesprecherin Lisa Nohl bis mittags „nicht so stark wie in den letzten Jahren“. Aber das sei wohl dem verhangenen Wetter geschuldet, sie rechnete zum Nachmittag hin mit noch mehr Besuchern.

Beim Zukunftstag stand neben E-Mobilität kluges Energie-Management im Mittelpunkt.

Schon früh hatte Ulrich Pagenstert viel zu tun, der aber nicht müde wurde, immer wieder den Weg zu einer PV-Anlage auf dem eigenen Dach zu erläutern. Derzeit sei die Nachfrage nach Sonnenenergie riesig, sagte er. Man müsse folglich mit Wartezeit rechnen. „Wenn man jetzt die ersten Schritte geht, hat man gute Chancen, in den ersten Monaten von 2023 mit der eigenen Solarenergie loslegen zu können.“ Seit 2018 schon böten die Stadtwerke ein Gesamt-Paket an, das ein Erstgespräch vor Ort, die Bestandsaufnahme mit einer kooperierenden Fachfirma und den sich anschließenden Einbau beinhalte. „Zu klären ist, ob sich ein Dach vom Standort her eignet oder ob es – bei einem Altbau zum Beispiel – zuvor möglicherweise saniert werden muss.“

Er weiß auch: „Die meisten möchten gerne einen Überschuss in den eigenen Speicher überführen.“ Aber es gelte auch: „Die Zeiten, in der eine Einspeisung ins öffentliche Stromnetz wirtschaftlich interessant war, sind derzeit vorbei.“ Die häufig im Kontext gestellte Frage nach einer Wall-Box zum Laden etwa von E-Autos wurde positiv beantwortet. „Man kann natürlich den gewonnenen Strom dort einspeisen, so dass er für ein E-Auto zur Verfügung steht“, so Pagenstert.

Matthias Sinn, Leiter des Stadtdienstes Umwelt und Natur, führte am Stand zum Thema Altbausanierung viele Informationsgespräche. Hier demonstrierte ein Versuch die Wichtigkeit einer „guten“, also auf den entsprechenden Bedarf im Haus ausgerichteten, Heizung. „Viele Installateure scheuen die Mühe, weil das viel Zeit kostet“, sagt er. „Aber unterm Strich lässt sich durch durchdachtes Regeln der Heizung viel Energie einsparen“.

Die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Solingen stellten beim Zukunftstag ihre moderne Bus-Flotte vor.

Ansonsten riet er, bei individuellen Fragen, wie und in welcher Reihenfolge man vorgeht, um das eigene Haus Schritt für Schritt energetisch für die Zukunft zu optimieren, zu einem unabhängigen Energie-Berater. Da spielten nicht nur „große“ Fragen wie die nach einer Wärmepumpe eine Rolle, sondern auch die „kleineren“, wie die nach Dach-, Fenster- oder Wand-Dämmung.“

Das „digitale Rathaus“ zeigte am Samstag mit Informationen zu neuesten Entwicklungen Flagge beim Zukunftstag der Stadtwerke: Die Solingen-App werde mit neuen Funktionen für einen verbesserten Bürgerservice im Oktober überarbeitet an den Start gehen, die Seite „solingen.de“ folge zum 1. Januar 2023, sagte Chief Information Officer Nils Gerken.

Weitere Infos

Informationen rund um das Thema Energie und Alternativen der Versorgung gibt es unter: stadtwerke-solingen.de

Zur energetischen Sanierung von bestehenden Wohngebäuden und Förderprogrammen unter: alt-bau-neu.de/solingen/

Standpunkt von Philipp Müller: Alternativen gesucht

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Der Blick in die überregionalen und lokalen Nachrichten macht eins deutlich: Die Preise für Gas, aber auch Strom werden für die Solinger Haushalte und Firmen als Folge des Ukraine-Kriegs massiv steigen. Nicht alle können jetzt sofort in alternative, möglichst regenerative Energien umsteigen.

Die, die es können, müssen aber auch genau rechnen. Dafür sind die Informationen, die die Stadtwerke mit ihrem Zukunftstag boten, genau der richtige Einstieg. Und schnell lernt man: Das ist alles nicht so einfach. Viele Handwerksbetriebe müssen bei Solartechnik oder dem Einsatz von Wärmepumpen miteinander am Ziel arbeiten, eigenen Strom herzustellen.

Angesichts steigender Energiepreise läuft da auch schnell die Zeit davon. Da wollen wir gar nicht vom Heilsbringer Wasserstoff reden. Der ist momentan noch ganz leise Zukunftsmusik. Und was bleibt denen, die sich den Einstieg in Zukunftstechnik nicht leisten können oder lange warten müssen? Vermutlich nur, Gas und Strom einzusparen.

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