Eltern sollten das Kind nicht zu sehr in den Fokus stellen

Die Pädagogin Andrea Daun kam in der Stadtbibliothek mit den Eltern zu pädagogischen Fragen ins Gespräch. Foto: Christian Beier
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Die Pädagogin Andrea Daun kam in der Stadtbibliothek mit den Eltern zu pädagogischen Fragen ins Gespräch.

Andrea Daun gab pädagogische Tipps unter dem Motto „Sag Oma Guten Tag und nimm das schöne Händchen!“

Von Tanja Alandt

Alle Tische waren belegt, als Pädagogin Andrea Daun am Großeltern- und Eltern-Nachmittag in der Stadtbibliothek am Freitag ihren Vortrag „Sag Oma Guten Tag und nimm das schöne Händchen!“ hielt. Dieser wurde vom Solinger Tageblatt präsentiert. Organisatorin und ST-Mitarbeiterin Daniela Neumann freute sich, dass die Veranstaltung mit der Referentin nun endlich stattfinden konnte. Eigentlich war dieser Nachmittag in Kooperation mit Hans-Reiner Häußler von der Freiwilligen-Agentur SoFRrei und Heike Pflugner von der Solinger Stadtbibliothek bereits im März 2020 geplant gewesen und musste aufgrund der Pandemie verschoben werden.

Auf die Idee, diesen Vortrag zu veranstalten, kam die Journalistin und zweifache Mutter durch die ST-Kolumne mit Andrea Daun, die sie betreute. Da auf dieser Familienseite mit pädagogischen Themen die Leser eingeladen waren, Andrea Daun Fragen zu stellen, wurde deutlich, wie hoch der Bedarf ist. Daun lernte bei dem bekannten Familientherapeuten Jesper Juul. „Meine Vorträge sind immer anders, ich rede, was mir einfällt, und bin immer gespannt, was das Publikum an Fragen und Geschichten mitbringt. Auch Kummer oder Konflikte werden immer neu beleuchtet“, berichtete sie.

Seit Januar ist sie außerdem Leiterin des Kindergartens „Villa Kunterbunt“ in Remscheid. „Wir haben uns früher die Knie blutig geschlagen, sind in Pfützen gefallen, haben uns im Busch versteckt – aber heute steckt in jedem Busch eine Mutter. Die Welt für die Kinder ist so viel enger geworden. Aber was wir früher erlebt haben, haben wir gebraucht und das müssen heute unsere Kinder unter den Augen der Erwachsenen machen. Das Unmittelbare haben Großeltern nicht mehr, nur noch das Mittelbare“, begann sie ihren Vortrag.

Bei den Großeltern ist die Laune oftmals besser

Sie erläuterte unter anderem, wieso die Laune der Kinder bei den Großeltern oftmals viel besser als bei den Eltern sei: Dort spüren die Kinder, dass die Großeltern sich bewusst Zeit für sie nehmen, da sie einfach mehr Zeit haben – und nicht wie gestresste Eltern mit den Gedanken woanders sind. Daun wies auch darauf hin, dass die Kinder am meisten davon profitieren, wenn sich die Eltern um sich selber kümmern, anstatt das Kind in den Fokus zu stellen und zu beobachten, wie es isst oder am Tisch sitzt. Vor allem sei es wichtig, sich Zeit zu nehmen, um mit dem Kind gemeinsam zu lachen. Unter den aufmerksamen Zuhörern war unter anderem die Mutter Daniela Böckly, die wie die anderen Gäste beeindruckt von den Erläuterungen von Andrea Daun war.

Sie konnte den Impuls der Youtuberin und Buchautorin nur bestätigen, dass es natürlich ein Unterschied sei, ob man sein Kind fragt, ob es „mal den Teller wegräumen mag“ – worauf es garantiert mit einem „nööö!“ antworten wird, anstatt seinen Wunsch in die klare Bitte zu formulieren: „Bitte räume deinen Teller weg!“

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