Eltern können Lese-Rechtschreibschwäche rechtzeitig erkennen

Die Lerntherapeutin Sabine Martin informiert über die Möglichkeiten, eine Lese-Rechtschreibschwäche früh zu erkennen. Foto: Christian Beier
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Die Lerntherapeutin Sabine Martin informiert über die Möglichkeiten, eine Lese-Rechtschreibschwäche früh zu erkennen.

Mit den richtigen Übungen werden betroffene Kinder effektiv unterstützt

Von Susan Jörges

Langsames Lesen, fehlendes Sprachgefühl oder Probleme beim Klatschen oder dem Farbenlernen können Anzeichen für eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) sein. Wie Eltern und Erzieher schon im Kindergartenalter einen wachsamen Blick für mögliche Probleme ihres Nachwuchses entwickeln können, erklärte die Lerntherapeutin Sabine Martin am Donnerstagabend auf einem virtuellen Informationsabend der Kita Klingenbande. Denn: Je früher eine LRS erkannt wird, desto besser können Lerntherapie und Förderübungen greifen.

Etwa fünf Prozent aller Schulkinder in Deutschland und somit mindestens ein Kind pro Schulklasse haben eine diagnostizierte Legasthenie, wie die LRS in Fachkreisen bezeichnet wird.

Was ist eine LRS?

Eine LRS ist eine Störung der phonologischen Informationsverarbeitung, durch die das Gefühl für Wörter, Silben und Laute fehlt. Erlernte Wörter können nicht im Langzeitgedächtnis gespeichert werden, so dass das Kind keinen Wortspeicher aufbauen kann, der jedoch für das Lernen von Sprache unabdingbar ist.

Lese- und Rechtschreibschwäche können dabei auch isoliert voneinander auftreten. Die Ursachen für eine LRS sind von der Wissenschaft bisher nicht eindeutig ergründet, wie Martin, die in ihrer Praxis Kinder und Jugendliche mit Legasthenie betreut, erklärte. Probleme bei der Hirnentwicklung und genetische Faktoren seien jedoch in vielen Fällen ausschlaggebend.

Mit einer geringen Intelligenz hängen die Schwierigkeiten jedoch nicht zusammen, stellte Martin mehrfach klar. Leide ein Familienmitglied unter einer LRS, sollte die Entwicklung des Kindes besonders genau beobachtet werden.

Wie erkenne ich eine LRS?

„Eine LRS ist wie ein Fingerabdruck und zeigt sich individuell bei jedem Kind“, weiß Martin. Mit Feingefühl und einem wachsamen Blick können Eltern erste Anzeichen schon im Kindergartenaltern erkennen: Klassisch seien mühsames Lesen, eine Unlust am Musizieren, Klatschen und Reimen oder Probleme, sich auf Aufgaben zu merken.

Bettina Henkel, Mutter eines Sohnes mit LRS, kann das bestätigen: Erst in der fünften Klasse wurde die Diagnose bei ihrem Sohn gestellt, viel zu spät, sagte die Mutter. „Ich war unwissend. Hätte ich die Warnsignale für eine LRS gekannt, hätte ich reagieren können“, und rät zur Wachsamkeit.

Was tun, wenn eine LRS diagnostiziert wurde?

Auffallen sollte eine LRS zumeist bei Vorschultests im Kindergarten. Die Beantwortung der Aufgaben bereitet betroffenen Kindern häufig Schwierigkeiten. Sollte der Verdacht bestehen, muss ein Kinderpsychologe die Diagnose stellen. Wichtig ist: „Nicht in Panik verfallen!“, mahnt Martin.

Verhindert oder aufgelöst werden könne eine LRS zwar nicht. Doch eine professionelle Lerntherapie und Übungen zum Klatschen, Lauschen, Reimen und Lesen können bei der Entwicklung unterstützen. Besonders wichtig sei ein intensiver Austausch zwischen Pädagogen und Eltern. Kinder an ihrem aktuellen Lernstatus liebevoll abzuholen und sie mit ihren Stärken und Schwächen zu akzeptieren, sei essenziell.

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