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Elisabeth Szakács lebt Musik nicht erst seit 25 Jahren

An der Orgel der Ketzberger Kirche ist einer der wichtigsten Arbeitsplätze von Elisabeth Szakács. Aber auch in der Arbeit mit den Chören lebt sie auf. 
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An der Orgel der Ketzberger Kirche ist einer der wichtigsten Arbeitsplätze von Elisabeth Szakács. Aber auch in der Arbeit mit den Chören lebt sie auf. 

Kantorin feiert in der evangelischen Gemeinde Ketzberg ein berufliches Jubiläum.

Von Jutta Schreiber-Lenz

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Solingen. Wenn Elisabeth Szakács über „ihre“ fünf Chöre spricht, bekommt ihre Stimme einen warmen, beinahe zärtlichen Klang. Der Kinderchor, die Soul-Teens, die „Young Voices“, der Klassik- Chor und „Unisono“ sind ihr spürbar ans Herz gewachsen. Unzählige Projekte hat sie im Laufe ihrer 25 Jahre in Ketzberg als hauptamtliche Kirchenmusikerin der evangelischen Gemeinde mit den Sängern und Sängerinnen vorbereitet und gestemmt: Konzerte und Auftritte in kleinem wie großem Rahmen, sowohl im Konzertsaal, in Kirchen und auf der Outdoor-Bühne bei „Leben braucht Vielfalt“. Darüber hinaus 2018 die erfolgreiche Teilnahme am WDR-Format „Der beste Chor im Westen“ – und immer wieder die Präsenz auf dem Kölner Weihnachtsmarkt.

So viel mit Menschen erreicht zu haben, die sie fürs Singen begeistern konnte, macht die passionierte Musikerin spürbar stolz. Fröhlich und temperamentvoll erzählt sie von Schülerinnen, die sie vom Kindergarten- bis ins Erwachsenenalter als Chor-Leiterin und Musiklehrerin begleitet hat.

In dem kleinen schwäbischen Ort Sonnenbühl in einer durch und durch musikalischen Familie aufgewachsen, atmete Elisabeth Szakács die Leidenschaft für Klänge sozusagen ganz nebenbei und selbstverständlich ein. Klavier, Geige, Blockflöte und auch Orgel wurden früh ihre besonderen instrumentalen Freunde. Jugend-Kantorei und Jugendchor waren im Schulalter beliebte Freizeit-Tummelplätze, später war sie ehrenamtliche Leiterin und Organistin.

Einem Pädagogikstudium in Reutlingen folgte eines im Fach Musik mit Schwerpunkt Kirchenmusik in Heidelberg, die Begegnung der großen Liebe inklusive: Kommilitone Imre Szakács wurde Ehemann und Vater der gemeinsamen Kinder Lizzy und Christian.

Er war es, der die Familie 1989 nach Solingen mitzog, wo er in Ketzberg eine Stelle als hauptamtlicher Kantor antrat. Sie habe zunächst großes Heimweh gehabt, erinnert sich Elisabeth Szakács. „Aber der Satz meines Mannes: ,Hier gibt es überall Freunde, wir kennen sie nur noch nicht´, hat sich schnell bewahrheitet. Musik verbindet und öffnet schnell Türen und Herzen.“

„Irgendjemand hat den Begriff der liebevollen Peitsche geprägt.“

Elisabeth Szakács

Zunächst ehrenamtlich und ab 1996 – als Imre Szakács sich beruflich Richtung Stadtmitte veränderte – in Vollzeit, widmete sich die jetzt 60-Jährige voller Elan und Inbrunst ihren kirchenmusikalischen Aufgaben in der Gemeinde. „Die bereits zu Ehrenamtszeit begonnene Chorarbeit wuchs, Zug um Zug“, schaut sie zurück.

Der ihr eigene Mix aus Begeisterungsfähigkeit, Freude, Energie und Spaß, gepaart mit akribischer Arbeit, Genauigkeit, struktureller Planung und Disziplin trug schnell Früchte. „Irgendjemand meiner Chor-Leute hat den Begriff der ,liebevollen Peitsche' geprägt“, sagt sie. Sie selbst spricht von einem „kameradschaftlichen Führungsstil“.

Dazu passt, dass sie sich während der Pandemie nicht damit aufgehalten hat, den Lockdown und die damit unmöglich gewordenen Präsenz-Proben zu bejammern. „Klar, erst war da so eine Schockstarre“, sagt sie. „Aber dann habe ich überlegt und recherchiert und schnell Online-Formate gefunden, die ich mit den Chören ausprobiert und immer weiter optimiert habe.“ So entstand zum Beispiel ein Internet-Weihnachtsgruß: „Wenigstens ein kleines, liebevolles: ,Hallo, wir sind noch da', das war uns sehr wichtig.“

Inzwischen sind Proben in kleinen Grüppchen wieder möglich – und der Optimismus manifestiert sich. „Wir hoffen so sehr, dass es bald wieder richtig losgeht und es nicht wieder einen Rückschlag gibt“, sagt sie. Immerhin sind schon die Auftritte auf dem Kölner Weihnachtsmarkt zugesagt. Und die klassischen Unisono-Herbstkonzerte? „Vielleicht kleiner, bescheidener, weniger. Aber wir wollen!“

Am 19. September gibt es in der Ketzberger Kirche einen Jubiläumsgottesdienst für Elisabeth Szakács.

Serie

In unserer Stadtteilserie behandeln wir acht Stadtteile für jeweils eine Woche als Schwerpunkt. Auf die Gräfrath-Woche folgen Wald, Ohligs, Aufderhöhe, Merscheid, Solingen-Mitte Burg und Höhscheid.

Ab heute widmet sich das Tageblatt erneut acht Wochen lang den Zentren der Stadt. Was geschieht gerade in Ohligs, Burg oder Wald? Was in Höhscheid, Mitte oder Aufderhöhe? Den Anfang macht in dieser Woche Gräfrath.

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