Pandemie

Eislaufsaison: Rückblick auf ein dahingeschmolzenes Jahr

Nur eine dünne Eisschicht, von Regen und Tauwasser entstanden, befindet sich auf der Betonbahn im Ittertal. Zum Eislaufen reicht das aber nicht.Foto:Christian Beier
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Nur eine dünne Eisschicht, von Regen und Tauwasser entstanden, befindet sich auf der Betonbahn im Ittertal. Zum Eislaufen reicht das aber nicht.

Im Ittertal wurde die Eislaufsaison bereits für beendet erklärt – die Eishalle zeigt sich hingegen weiter hoffnungsvoll.

Von Moritz Jonas

Solingen. Im vergangenen Jahr wahren Freizeitaktivitäten ein sehr knappes Gut – das haben auch die Eisbahn im Ittertal und die Eishalle an der Birkerstraße zu spüren bekommen. Denn bei beiden ist die Saison nahezu gänzlich ins Wasser gefallen. Und auch zu Beginn des neuen Jahres gibt es zunächst einmal wenig Hoffnung auf Besserung.

Es ist ein sehr ernüchternder Rückblick auf die Eislauf-Saison im Ittertal. Denn nicht ein einziger Besucher ist im vergangenen Jahr mit den Kufen über das Eis im Ittertal geglitten. Dem ursprünglich für das letzte Novemberwochenende geplanten Saisonstart wurde auf den letzten Metern ein Strich durch die Rechnung gemacht. Der Grund dafür waren die erneuten Corona-Beschränkungen seitens der Bundesregierung, die zu dieser Zeit beschlossen wurden und bis heute andauern.

Im November gab sich Hartmut Lemmer, der Vorsitzende des Fördervereins im Ittertal, noch recht zuversichtlich, was eine Eröffnung im Dezember anging. Allerdings ist inzwischen klar: Bis frühestens nächsten November wird niemand die Schlittschuhe bemühen müssen. „Unsere Saison ist gelaufen“, so Lemmer. Es wäre nicht mehr lohnenswert, das Eis noch einmal aufzubereiten. Denn die laufstarken Monate seien nun vorbei. „Zu Weihnachten und Neujahr wäre es in jedem Fall gut gewesen, noch mal das Eis aufzubereiten“, sagt Lemmer. Aber mit der Aussicht auf eine Wiedereröffnung im Februar mache es sowieso wenig Sinn, da dies ohnehin die Monate seien, in denen wenig los ist, berichtet Lemmer weiter. Außerdem müsse damit gerechnet werden, dass – wenn wieder Besucher erlaubt wären – dies nur zu einer bestimmten Anzahl möglich sei und Laufzeiten für jeweils 100 Leute einzurichten, sei keine Option. „So könnten wir täglich vielleicht fünf Laufzeiten anbieten und könnten etwa 500 Leute begrüßen, zu unseren Stoßzeiten haben wir allerdings 2500 Gäste. Also selbst in dem Fall würde es sich nicht lohnen, dass Eis neu herzurichten.“

„Wir kämpfen ums Überleben.“
Hartmut Lemmer, Vorsitzender des Fördervereins Ittertal

Die traurige Bilanz von Hartmut Lemmer lautet: „Wir kämpfen aktuell ums Überleben.“ Trotz allem gebe es aber auch in diesen Zeiten Erfreuliches zu berichten: In den letzten Wochen erhalte man nämlich vermehrt Spenden von Privatleuten. „Das freut und hilft uns sehr. Das ist eine unglaublich tolle Wertschätzung“, sagt Lemmer.

Ebenfalls stark gebeutelt wurde im vergangenen Jahr die Eishalle in Solingen. Auch hier herrscht seit November Stillstand. Dennoch zeigte man sich hinsichtlich eines verspäteten Saisonstarts noch positiv: „Aktuell lassen wir erst einmal alles weiterlaufen, so dass wir innerhalb von zwei Tagen den Betrieb wieder aufnehmen können“, erklärte Sabine Groß, die gemeinsam mit ihrem Mann Klaus die Eishalle betreibt, Mitte November. Inzwischen ist das Eis auch dort abgetaut. Die Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar habe sie zu dieser Entscheidung bewogen, so Groß. Dennoch besteht noch die Hoffnung, dass die Eishalle in diesem Frühjahr nochmals für Besucher öffnen wird. Sollte es im Februar wieder möglich sein, Besucher zu empfangen, dann wäre es durchaus vorstellbar, das Eis wieder aufzubereiten. „Wir wären innerhalb von vier Tagen bereit“, erklärt Groß. Erst wenn klar ist, dass im Februar auch kein Eislaufen möglich sein wird, erst dann würde man die Saison für beendet erklären. Die Gründe für das Festhalten an der Hoffnung hat keinesfalls wirtschaftliche Hintergründe: „Sicher wäre es nicht lukrativ, noch mal zu öffnen, aber wir würden es tun, weil alle so lange aufs Eislaufen verzichten mussten“, sagt Groß.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Ausblick auf 2021

Ittertal: Die Zeit, in der kein Betrieb herrschte, wurde genutzt, um Reparatur- und Sanierungsarbeiten durchzuführen. Auch wenn der Betrieb innerhalb der laufenden Saison nicht mehr aufgenommen wird. Der Verein hofft auf eine bessere Saison 2021, für die bereits die Planungen laufen.

Eishalle: Bei den Betreibern der Eishalle, Sabine und Klaus Groß, besteht noch Hoffnung für die aktuell laufende Saison. Sollte dies nicht klappen, sind sie für die kommende Saison vorbereitet. Denn auch sie nutzen die Zeit, um die Halle zu restaurieren und aufzubereiten.

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