Gespräche mit der Lebenshilfe laufen

Eishalle wird aus Kostengründen nicht neu gebaut

Die Eishalle wird aus Kostengründen nicht neu gebaut.
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Die Eishalle wird aus Kostengründen nicht neu gebaut.

Modernisierung der bestehenden Anlage ist naheliegende Option.

Von Kristin Dowe

Solingen. Ein Neubau der seit Langem sanierungsbedürftigen Eishalle am Südpark ist praktisch vom Tisch. Dies teilt Rathaussprecher Tomas Kraft auf ST-Nachfrage mit. „Alle Untersuchungen haben ergeben, dass die Pläne für einen Neubau für alle Beteiligten finanziell nicht zu leisten wären.“ Sie würden deshalb nicht weiter verfolgt und die Suche nach einem geeigneten Standort habe sich somit erübrigt.

Aktuell laufen Gespräche zwischen der Lebenshilfe als bisheriger Betreiberin der Eishalle, der auch das Grundstück gehört, und Solinger Vereinen – darunter der EC Bergisch Land, der ein wesentlicher Nutzer der Eishalle ist. „Wir haben bislang sehr gute und konstruktive Gespräche mit der Lebenshilfe geführt“, berichtet dessen Vorsitzender Wolfgang Lingen. Zu Details möchten sich beide Seiten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern. Im Raum steht nun vor allem die Frage, ob die Sanierung und Modernisierung der heutigen Eishalle ein gangbarer Weg wäre, sofern die Lebenshilfe das Grundstück nicht doch noch für den Bau einer neuen Werkstatt für Menschen mit Behinderung beanspruchen will – und ob die Eishalle perspektivisch etwa durch Solinger Vereine wie den EC Bergisch Land oder den Solinger Turnerbund (STB) betrieben werden könnte.

Die weitere Entwicklung hänge „eng mit den Plänen der Lebenshilfe zusammen“, so Kraft. In jedem Fall werde die Stadt weiterhin als Vermittlerin zwischen den Beteiligten agieren.

Der Sanierungsstau in der Eishalle ist groß

Falls es auf eine Sanierung der Eishalle hinauslaufen sollte, sieht Sabine Groß, die die Anlage im Auftrag der Lebenshilfe seit mehr als 17 Jahren mit Ehemann Klaus betreibt, noch einigen Handlungsbedarf: „Der Sanierungsstau ist schon gewaltig.“ So müssten etwa die Heizungsanlage und Kühltechnik komplett erneuert werden – darüber hinaus werde ein zweiter Verdichter benötigt. „Heutzutage wird Ammoniak auch nicht mehr für die Kühlung benutzt. Da gibt es energieeffizientere Alternativen wie zum Beispiel Sole“, regt Sabine Groß an.

Erbaut wurde des Gebäude an der Birkerstraße Mitte der 1970er Jahre, 1979 wurde die Eishalle in Betrieb genommen. Derweil wurden in ganz NRW viele Eishallen geschlossen, deren Technik ebenfalls veraltet war.

Standpunkt: Offene Fragen bleiben

Kommentar von Kristin Dowe

kristin.dowe@ solinger-tageblatt.de

Für alle, die sich in den vergangenen Jahren für den Erhalt der Eishalle in Solingen eingesetzt haben, wäre es eine gute Nachricht, wenn die bestehende Anlage wieder in Schuss gebracht werden könnte und ein Neubau somit nicht notwendig wäre. Die „konstruktiven Gespräche“ zwischen der Lebenshilfe in der Schlüsselrolle, Stadt und Vereinen, auf die alle Seiten unisono verweisen, sind zumindest ein hoffnungsvolles Signal, dass daraus etwas werden könnte – wenngleich alle Beteiligten sich in dem schwebenden Verfahren zurzeit noch bedeckt halten. Um eine Instandsetzung zu finanzieren, wäre allerdings ebenso Fantasie gefragt wie bei einem Neubau, denn die Zeit hat an dem Bau aus den 70er Jahren Spuren hinterlassen. Falls der Betrieb der Eishalle künftig von Sportvereinen gestemmt werden würde, hätten diese zumindest Aussicht auf Fördertöpfe des Landes NRW für die Sanierung von Sportstätten. Offene Fragen rund um Eishalle und Werkstattneubau der Lebenshilfe werden die Stadt aber wohl auch 2022 begleiten.

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