Geringere Kosten

Eishalle: Neue Lösung für defekte Eismaschine

Ob sich die Türen der Eishalle an der Birker Straße im September öffnen, das ist völlig unklar. Stadt und Lebenshilfe. Betreiber der Halle, ringen um die Finanzierung einer Reparatur der Eismaschine. Die Halle selbst soll 2022 geschlossen werden. Foto: Tim Oelbermann
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Ob sich die Türen der Eishalle an der Birker Straße im September öffnen, das ist völlig unklar. Stadt und Lebenshilfe. Betreiber der Halle, ringen um die Finanzierung einer Reparatur der Eismaschine. Die Halle selbst soll 2022 geschlossen werden.

Lebenshilfe und Stadt Solingen suchen nach Lösung für Reparatur der defekten Eismaschine.

  • Die Reparatur der Eismaschine könnte rund 60.000 Euro kosten.
  • Ob der Schlittschuhverleih überhaupt öffnen könnte, ist fraglich.
  • Die Stadt Solingen unterstützt die Lebenshilfe bei der Lösungsfindung.

Update vom 22. August: Lösung in Sicht?

Ein kaputter Kühlmittelverdichter gefährdet die Öffnung der Eishalle an der Birker Straße Mitte September. Betreiber der Halle ist eine Tochter der Lebenshilfe Solingen. Der Verein „Solingen braucht Eis“ glaubt nicht, dass die von der Lebenshilfe genannten Kosten von 60 000 Euro für die Reparatur aufgewendet werden müssen.

Der stellvertretende Vorsitzende Frank Heinzen berichtet, „Solingen braucht Eis“ habe seine guten Kontakte zu befreundeten Vereinen spielen lassen. Dabei habe sich herausgestellt, dass die notwendigen Ersatzteile über Nordhorn oder Bergisch Gladbach für 10 000 Euro zu besorgen seien. Das werde man der Stadt am Montag darlegen. pm

Unser Artikel vom 20. August: Eishalle: Saisonstart steht auf der Kippe

Von Philipp Müller

Solingen. Auf der Internetseite der Eishalle an der Birkerstraße steht als Termin für den Saisonbeginn der 19. September. Ob das kommt, ist jedoch mehr als fraglich. Andreas Engeln, der Geschäftsführer der „anders leben – Eissporthalle Solingen gGmbH“, einer Tochtergesellschaft der Lebenshilfe Solingen, erklärt: „Ein Kühlmittelverdichter der Eismaschine ist defekt.“ Er rechnet mit Reparaturkosten von rund 60 000 Euro. Wegen der Schließung der Halle durch die Corona-Pandemie sei dieser Betrag aber nicht in der Kasse und die Lebenshilfe dürfe da mit ihren zweckgebundenen Mitteln für die Betreuung Behinderter auch nicht aushelfen.

Wegen der fehlenden Einnahmen seit März sei die Situation der Eishalle „nicht ganz einfach“, räumt Egeln ein. Daher sei die Lebenshilfe auch mit der Stadt im konstruktiven Gespräch. Selbst wenn gemeinsam mit der Verwaltung eine Lösung für die Reparatur der Eismaschine gefunden werden sollte, sei die Angelegenheit noch nicht in trockenen Tüchern.

Die Eisdisco werde es mit bis zu 800 Besuchern durch die Abstands- und Hygieneregeln nicht geben können. Ob überhaupt der Schlittschuhverleih öffnen könne, sei ebenfalls mehr als fraglich, da aufwendige Desinfektionsmaßnahmen die Wirtschaftlichkeit in Frage stellen würden.

„Wir wollen die Eishalle nicht durch die Hintertüre schließen.“

Andreas Engeln, Lebenshilfe

Aber eins betont Engeln: „Wir wollen die Eishalle nicht durch die Hintertüre schließen.“ Die Lebenshilfe stehe zu ihrer Aussage, noch zwei bis drei Jahre den Betrieb an der Birkerstraße aufrecht erhalten zu wollen. Danach soll die Halle einer neuen Werkstatt für Behinderte weichen.

Die Stadt sei von der Lebenshilfe über die Problematik in der Eishalle informiert worden, erklärt Sprecherin Sabine Rische. Jetzt gehe es darum, eine Lösung zu finden. Dabei unterstützte die Stadt die Lebenshilfe. „Ziel ist es, dass die Eishalle so rechtzeitig wie möglich in die Saison starten kann“, sagt Rische.

Lutz Nippes, Vorsitzender des Solinger Turnerbunds (STB), ist über die unklare Situation verärgert. Die Eislaufabteilung habe 120 Mitglieder. „Die Trainingspläne ab Mitte September stehen eigentlich schon“ sagt er. Er fürchtet um den Fortbestand der Abteilung. Gebe es nicht bald feste Termine, wann wieder Eis an der Birkerstraße vorhanden sei, rechnet er mit Abmeldungen der STB-Vereinsmitglieder. Für die Eishalle vermisst er auch Signale von der Stadt und der Lebenshilfe, wie der STB bei der Finanzierung der Reparatur der Eismaschine helfen könne. Es gebe sicher Töpfe beim Land, die man anzapfen könne. Er sei zur konstruktiven Zusammenarbeit bereit – wenn die Entscheider auf den STB zukommen.

Weil die alte Eissporthalle, aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr renoviert werden kann, suchen Vereine und Stadt nach einer Lösung für einen Neubau. Deshalb hatte sich in diesem Jahr der Verein „Solingen braucht Eis“ gegründet. Er versuche gerade, sich die Gemeinnützigkeit anerkennen zu lassen, berichtete zuletzt die Vorsitzende Frauke Rautenberg. Hinter den Kulissen redet der Verein parallel mit der Stadt, besonders mit Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos). Zwar ist wohl ein möglicher Standort für eine neue Halle gefunden, doch kann dieser noch nicht öffentlich benannt werden.

Damit setzen Verein und Stadt ihre Ankündigung aus dem Frühjahr um, sich über den Sommer auf ein weiteres Vorgehen zu verständigen. Aber zwei Hürden gilt es zu nehmen: Noch gibt es weder Baurecht für das neue Gelände, noch einen Investor.

Betrieb der Eishalle

Nutzer: Der EC Bergisch Land, der STB und die Eissportschützen nutzen die Halle neben vielen privaten Schlittschuhläufern. Für den Vereinssport mietet die Stadt jedes Jahr 900 Stunden á 150 Euro für den Eissport von der Lebenshilfe an. Von den 135 000 Euro müssen die Vereine selbst 25 000 aufbringen. Der Mietzins ist auch als Beitrag für den Betrieb der Halle gedacht.

Laufzeit: Die Eishalle soll wohl noch mindestens bis April 2022 geöffnet bleiben. Bislang galt die Betriebsgarantie der Lebenshilfe nur bis 2021.

Standpunkt: Das Vereinsleben leidet

Von Philipp Müller

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Die Eishalle ist schon länger bei den Vereinen und Nutzern Gesprächsthema. Zunächst deshalb, weil der Betreiber Lebenshilfe sie aufgeben will. Nun kommt hinzu, dass aktuell keiner weiß, wann die Halle für die kommende Saison öffnen wird. Das bedeutet vor allem für die Vereine einen Kraftakt, die die Halle nutzen. Der Turnerbund nutzt die von der Lebenshilfe betriebene Halle vor allem für Eislauftraining. Die Raptors jagen dort im Ligabetrieb dem Puck nach. Auch für sie muss es schnell Gewissheit geben, wann es losgehen könnte. Jetzt die Lebenshilfe zum Sündenbock zu machen, ist aber unfair.

Der Verein mit seinen vielfältigen Aufgaben im Bereich der Integration Behinderter, macht auf die Folgen der Corona-Pandemie aufmerksam: keine Einnahmen, keine Rücklagen. Zugleich eine ungewisse Zukunft, wie sich Erlöse überhaupt entwickeln werden. Das wird man als Argument noch aus ganz anderen Wirtschaftszweigen hören. Daher ist es wichtig, jetzt die Richtung zu besprechen, ob es überhaupt noch eine Halle an einem anderen Standort geben soll.

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