Nach Lockdown

Eisbahnen-Betreiber hoffen auf Öffnung

Die Eisbahn im Ittertal ist ein beliebter Treffpunkt. Ob der Betrieb wie im vergangenen Jahr möglich sein wird, ist ungewiss. Foto: Christian Beier
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Die Eisbahn im Ittertal ist ein beliebter Treffpunkt. Ob der Betrieb wie im vergangenen Jahr möglich sein wird, ist ungewiss.

Im Ittertal und an der Birkerstraße ist alles für das Ende des Lockdowns bereit – Kosten laufen weiter.

  • Eislaufbahnen sind bis mindestens Ende November geschlossen.
  • Eislose Bahn im Ittertal benötigt für den Betrieb eine Woche Vorlaufzeit.
  • Gefrorene Fläche in der Eishalle verschlingt bis zu 300 Euro - am Tag.

Von Moritz Jonas und Andreas Tews

Solingen. Aus Sicht der Eisbahnen-Betreiber steht einem Saisonstart Anfang Dezember organisatorisch nichts im Wege. Die Aktiven der Freizeitanlage Ittertal und die Verantwortlichen der Eishalle an der Birkerstraße müssen trotzdem hoffen und bangen. Ob sie für Besucher wirklich öffnen dürfen, hängt von der weiteren Entwicklung bei den Corona-Beschränkungen ab. Vor allem die Betreiber der Eishalle kostet der derzeitige Leerlauf viel Geld.

„Wir können innerhalb von zwei Tagen den Betrieb wieder aufnehmen.“
Sabine Groß von der Eishalle

Eislaufbahnen gehören zu den Freizeiteinrichtungen, die seit dem 2. November mindestens bis zum Ende des Monats geschlossen bleiben müssen. Dies haben die Ministerpräsidenten der Länder zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen. Am Montag kommen sie erneut zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

In der Freizeitanlage im Ittertal sollte die Eislaufsaison eigentlich am Wochenende der letzten Novemberwoche beginnen. Dies haben die Aktiven wegen der Corona-Beschränkungen verschieben müssen. Der Fördervereins-Vorsitzende Hartmut Lemmer hofft jetzt auf einen Saisonstart eine Woche später, also am Wochenende des 5. und 6. Dezember. Sicher sei dies allerdings nicht. Lemmer hofft darauf, dass er und seine Mitstreiter im Ittertal im Lauf dieser Woche mehr Planungssicherheit erhalten werden. Vor allem hofft er in diesem Zusammenhang darauf, dass die Infiziertenzahlen im Land bis dahin sinken. Geschieht dies nicht, befürchten Experten mittlerweile eine Verlängerung des seit 14 Tagen geltenden Shutdowns.

Da die derzeit eislose Bahn seit Wochen regelmäßig gepflegt und unter anderem vom Herbstlaub befreit werde, wäre im Ittertal etwa eine Woche Vorlaufzeit nötig, bis für die Eislauffans alles bereit wäre. So lange brauchen die Aktiven laut Lemmer, um die Bahn noch einmal gründlich zu reinigen und um die nötige Menge an Eis zu produzieren.

Der Vereinsvorsitzende stellt sich auf jeden Fall darauf ein, dass der Betrieb nur unter Einschränkungen laufen wird. Ein Hygienekonzept sei noch nicht im Detail ausgearbeitet, erklärt Lemmer. Dies werde aber in jedem Fall mit den zuständigen Stellen des Gesundheits- und des Ordnungsamtes abgestimmt. Ein Vorteil könnte es seiner Einschätzung nach sein, dass die Bahn im Ittertal im Freien liegt. Dennoch sei damit zu rechnen, dass die Eislauffreunde in diesem Jahr auch auf der Eisfläche eine Mund- und Nasebedeckung tragen müssen. Zudem werden die Betreiber der Bahn vermeiden müssen, dass die Besucher während der Zeiten, in denen das Eis neu aufbereitet wird, zu nah beieinander stehen.

Auch für die Eissporthalle im Südpark war es bisher eine gebrauchte Eislaufsaison. Nachdem der ursprünglich für Mitte September geplante Start aufgrund von Reparaturen verschoben werden musste, folgte einen Monat nach der Wiedereröffnung gleich die erneute Schließung. Sabine Groß, die gemeinsam mit ihrem Mann Klaus Groß für den Betrieb der Eishalle verantwortlich ist, zeigt sich hinsichtlich einer Wiedereröffnung zum 1. Dezember durchaus hoffnungsvoll: „Aktuell lassen wir erst einmal alles weiterlaufen, so dass wir innerhalb von zwei Tagen den Betrieb wieder aufnehmen können“, erklärt Groß. Aber irgendwann komme sicherlich der Punkt, an dem es finanziell nicht mehr sinnvoll sei, die Eisfläche gefroren zu halten. Täglich fallen allein dafür nämlich 150 bis 300 Euro Stromkosten an, so Groß weiter.

Auch am bewährten Hygienekonzept soll nichts verändert werden. Im Fall der Wiedereröffnung dürfen sich also weiterhin maximal 100 Besucher gleichzeitig auf der Eisfläche befinden. Tickets für die Eishalle können auf der Internetseite erworben werden. Der Verkauf für Dezember läuft.

www.eissporthalle-solingen.de // www.ittertal-verein.de

Mobile Eisbahnen im Umland fallen aus

Solingen gehört zu den wenigen Städten in der Region mit dauerhaften Eislaufangeboten. Im Umland werden für den Winter sonst allenfalls mobile Bahnen aufgebaut. Auf diese Angebote müssen die Eislauffreunde dieses Jahr aber weitgehend verzichten. Eine Auswahl:

Remscheid: In der Nachbarstadt Remscheid wird es in diesem Herbst und Winter keine Eisbahn geben. Dort wurde wegen der Folgen der Pandemie nicht nur der Weihnachtstreff abgesagt. Auch die damit verbundene Eislaufbahn wird nicht auf dem Theodor-Heuss-Platz vor dem Remscheider Rathaus aufgebaut.

Rheinmetropolen: Ähnlich sieht es auch in Köln und Düsseldorf aus. Dort haben die Veranstalter mitgeteilt, dass unter anderem die „DEG-Winterwelt“, die sonst bis zu 50 000 Besucher auf die Königsallee lockt, und „Heinzels Wintermärchen“ auf dem Heumarkt der Domstadt ausfallen.

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