Gemeinden

Eintritt: Evangelische Kirche setzt auf niederschwelliges Angebot

Gemeinden verlieren immer mehr Mitglieder – Gegensteuern mit neuen Öffnungszeiten und mehr Personal.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Zwischen 70 und 100 Menschen treten in Solingen in jedem Jahr in die Evangelische Kirche ein und setzten damit ein kleines Gegengewicht zu den im Schnitt 350 Austritten pro Jahr. Möglich ist dieser Schritt bei Pfarrerinnen und Pfarrern. Etwa ein Drittel aber nutzt die Kircheneintrittsstelle in der Stadtkirche am Fronhof. Ab sofort werden dort auch vier ehrenamtlich Mitarbeiter Solingerinnen und Solinger (wieder-)aufnehmen.

„Die Bestimmung hat sich geändert“, erklärt Kirchenkreissprecher Thomas Förster. Bis vor wenigen Jahren durften nur ordinierte Pfarrer Kircheneintritte vornehmen. Jetzt können dies auch Ehrenamtliche tun. „Diese Änderung gibt uns die Möglichkeit, unsere Öffnungszeiten auch auf den Samstag zu erweitern und parallel zu den Turmbesteigungen der Stadtkirche an jedem zweiten Samstag im Monat präsent zu sein“, sagt Pfarrerin Almut Hammerstaedt-Löhr, die bislang in der Kircheneintrittsstelle alleine für diese Aufgabe zuständig war.

Die Gründe für die Eintritte seien sehr unterschiedlich, berichtet sie. Mitunter seien es formalistische Überlegungen, wenn Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen anstünden. Das Gros aber käme aus Gründen, die viel mit der eigenen Lebensgeschichte zu tun hätten. So zum Beispiel Elke Frank, die vor Jahren aus ihrer alten Religionsgemeinschaft ausgeschieden war, aber peu à peu die Gemeinde Wald kennen und schätzen gelernt hat und dort eingetreten ist. „Dazu gab es ein langes seelsorgerliches Gespräch, ein Gebet am Altar und ein paar Unterschriften.“

Manche Solinger wenden sichbewusst nicht an Pfarrer

Claudia Rukover, Presbyterin in Ketzberg und eine der vier neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Kircheneintrittsstelle, sieht durch die Änderung einen Mehrwert. Weil eben nicht nur Pfarrerinnen und Pfarrer den Eintritt in die Kirche in die Wege leiten können, werde das offene Angebot in der Stadtkirche nochmals niederschwelliger als es schon sei. „Manche Menschen wenden sich bewusst nicht an die eigenen Pfarrer oder wissen im Zweifel gar nicht, wer das wäre.“

Ein noch stärkeres Ungleichgewicht zwischen Aus- und Eintritt als bei der Evangelischen Kirche gibt es bei den Katholiken. In diesem Jahr stehen bereits 401 Austritte zwölf Eintritten gegenüber. Infos zum Prozedere in der katholischen Kirche gibt es über die Pfarrbüros der Gemeinden.

Eintrittsstelle

Voraussetzung: Wer in die evangelische Kirche aufgenommen werden möchte, muss christlich getauft sein, egal nach welcher Konfession.

Öffnungszeiten: dienstags von 16 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 12 Uhr, donnerstags, 15 bis 17 Uhr, jeder zweiter Samstag im Monat 10 bis 12 Uhr.

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