Prozessbeginn

Tod eines Kleinkindes: Pflegemutter muss vor Gericht

Zwei Jahre nach der Anklage wird der Fall im Landgericht verhandelt. Archivfoto: lho
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Zwei Jahre nach der Anklage wird der Fall im Landgericht verhandelt.

Das Mädchen wurde nur 21 Monate alt. Es starb am 12. Juni 2017 in einer Solinger Klinik.

Von Dirk Lotze

Solingen. Der tragische Fall um den gewaltsamen Tod eines Kleinkindes in einer Solinger Pflegefamilie kommt vor Gericht. Aufgrund der Anklage der Staatsanwaltschaft muss sich die 51 Jahre alte Pflegemutter öffentlich wegen Vorwürfen der gefährlichen Körperverletzung mit Todesfolge und wegen der Misshandlung des Kindes verantworten, das ihr anvertraut war. Das Mädchen wurde nur 21 Monate alt. Es starb am 12. Juni 2017 in einer Solinger Klinik. Das Landgericht in Wuppertal verhandelt ab November und hat zunächst für den Fall sechs Prozesstage anberaumt.

Der Anklage zufolge wusste die Frau, dass sie schwere Folgen riskierte. Sie habe den Tod zwar nicht gewollt, müsse sich aber dafür verantworten, dass er eintrat. Die Pflegemutter soll in ihrer Wohnung das Kind mehrfach geschlagen und getreten haben.

Das nicht mal zweijährige Mädchen habe zahlreiche Verletzungen erlitten, darunter sogar Risse im Schädel. Dazu sollen schwerste innere Verletzungen gekommen sein. An den Folgen sei das Kind gestorben, noch bevor die Angeklagte den Rettungsdienst gerufen habe.

Laut früheren Berichten stammte das Kleinkind aus einer Leverkusener Familie, in der es in Gefahr gewesen sei. Über das dortige Jugendamt und eine Hilfsstelle sei es nach Solingen gekommen.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft stammt aus dem Jahr 2018, seither prüfte das Landgericht die Vorwürfe. Zuletzt war ab September 2019 ein Gerichtsarzt beauftragt, die Angeklagte zu begutachten.

Dabei ging es um Fragen der Schuldfähigkeit einerseits und andererseits der Gefährlichkeit durch eine mögliche psychische Erkrankung oder durch Hang zu Suchtmitteln. Ein Grund für die lange Verzögerung ist eine Überlastung des Gerichts.

Die 51-Jährige ist in Freiheit, weil keine Flucht-, Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr besteht. Damit haben andere Verfahren Vorrang, bei denen Angeklagte in Untersuchungshaft sitzen.

In der nun angekündigten Verhandlung müssen die Richter die Vorwürfe unabhängig prüfen. Sitzung des Landgerichts, 5. Strafkammer, am Dienstag, 3. November, 9.15 Uhr im Gerichtszentrum Wuppertal, Eiland, Saal J9SG.

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