Bibelmarathon

Eine Woche der Heiligen Schrift widmen

Großer Moment (v. l.): Carolin Walendy, Jonah Schott, Lara Klaiber und Marla Werner waren vier von fünf Kindern, die zur Eröffnung des Bibel-Marathons aus der Bibel vorlasen. Foto: Christian Beier
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Großer Moment (v. l.): Carolin Walendy, Jonah Schott, Lara Klaiber und Marla Werner waren vier von fünf Kindern, die zur Eröffnung des Bibel-Marathons aus der Bibel vorlasen.

Beim Auftakt zum Bibelmarathon in der Stadtkirche steht die Alltagstauglichkeit des christlichen Buches im Mittelpunkt.

Von Leon Hohmann

Mit einem großen Gottesdienst wurde am Sonntagmorgen der Bibelmarathon in der evangelischen Stadtkirche am Fronhof eröffnet. Der bekennende Katholik Tim Kurzbach (SPD) übernahm als Oberbürgermeister die Lesung, die zur Predigt führte. Diese hielt Dr. Ilka Werner, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Solingen.

Unter den Gästen war auch NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), die als Mitglied zum Zentralrat der Deutschen Katholiken gehört. „Angesteckt haben sich die Organisatoren beim Bibelmarathon in Wuppertal-Elberfeld“, erklärte Edgar Daub, stellvertretender Vorsitzender der ACK. Man habe versucht, so viele Solinger Kirchen wie möglich in die ökumenische Veranstaltung einzubeziehen. Deswegen waren auch einige Gäste aus den katholischen Gemeinden nach Mitte gekommen.

Meinrad Funke, leitender Pfarrer im katholischen Seelsorgeverband Solingen-West und Mitglied der ACK, ging in seinem Grußwort der Idee hinter dem Bibelmarathon auf den Grund: „Andere Erzählungen können die Bibel nicht ersetzen. Sie prägt uns in allem christlichen Glauben.“ Darum sei es sehr wichtig, sich diese eine Woche Zeit zu nehmen und intensiv in der Bibel zu lesen. Denn: „Darin lassen sich auch aktuelle Zusammenhänge entdecken.“ Außerdem könne die kirchliche Verbundenheit nur funktionieren, wenn man auf die Wurzeln zurückkomme – die Bibel. Daub: „Bevor es die Bibel gab, wurde der Glaube weitererzählt. Das wollen wir mit dem Marathon nachahmen.“

Die Bibel als Lese- und als Lebensbuch begreifen

Es wirkte daher passend, einige Zitate in den ursprünglichen Sprachen vorzulesen, in denen die Bibel einst verfasst wurde: Verse der Schöpfungsgeschichte auf Hebräisch, einen Teil des Johannes-Evangeliums auf Griechisch und das „Vater unser“ in lateinischer Sprache. Kurze musikalische Einwürfe vom Kammerchor des katholischen Seelsorgeverbands Solingen-West, dem Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde in Wald sowie dem Gesang der Besucher lockerten den anderthalbstündigen Gottesdienst auf.

Wer mit der Bibel nicht aufwachse, breche die Tradition, erklärte Ilka Werner. Für die Superintendentin ist die Bibel das Fundament des christlichen Glaubens. „Sie ist ein Lese- und Lebensbuch, kein Nachschlagwerk“, sagte sie. Deswegen sei es sehr wichtig, sich bereits in der Kindheit mit dem richtigen Umgang vertraut zu machen. „Die Bibel muss ernst genommen werden, aber nicht wortwörtlich.“

Wer mit der Bibel aufgewachsen sei, der könne die Texte auf sein eigenes Leben beziehen. Wer das Buch nicht kenne, dem bleibe eine Welt verschlossen. „Das ist ein Traditionsbruch – zu Recht. Allein verstehen ist schwierig“, erklärte Werner. Die Menschen müssten gemeinsam über das Wort Gottes oder das Wort Jesu sprechen und dürften Verse nicht isoliert betrachten.

DER MARATHON

AUFTAKT Zu Beginn lasen Finalisten des Vorlesewettbewerbs der Solinger Grundschulen gemeinsam mit NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann die ersten Kapitel aus der Bibel. ABLAUF Täglich von 5 Uhr morgens bis nachts um 1 Uhr lesen Solinger aus der Heiligen Schrift. Orte und Zeiten unter: www.solinger-bibelmarathon.de

Solinger bekannten sich spontan zur Heiligen Schrift. Noch vor Beginn des Bibelmarathons direkt nach dem Gottesdienst richtete sich Edgar Daub mit der Bitte an die Besucher, folgenden Satz zu vollenden: „Ich lese die Bibel, weil . . .“. Viele taten dies, attestierten ihr Kraft und Halt, nannten sie faszinierend und bezeichneten sie als Oase zum Auftanken. „Ich lese die Bibel, weil ich daran glaube, dass sie Gottes Wort ist“, sagte Kurzbach. Laut Werner bereite sie den Menschen auf alle Aufgaben vor. Er dürfe ihr vertrauen.

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