Pandemie

Stadt sucht nach dem Ursprung der Virusmutation

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Wann sich alle Solinger im Impfzentrum im ehemaligen Kaufhof gegen das Coronavirus impfen lassen können, ist weiter unklar.

Schärfere Regeln sind zunächst nicht vorgesehen – Impfzentrum soll im Februar starten.

Von Björn Boch und Leon Hohmann

Solingen. Nachdem am Freitag das erste Mal eine mutierte Version des Coronavirus in Solingen nachgewiesen wurde, gibt es nun einen weiteren Fall. Wo sich die junge Frau angesteckt hat, ist noch unklar. Derweil bereitet die Stadt die Öffnung des Impfzentrums vor. Und: Die Solinger müssen sich auf neue Einschränkungen einrichten.

Währen die Infektionskette des Schülers, der vor wenigen Tagen aus England eingereist war, laut Stadt unterbrochen worden ist, läuft bei der jungen Solingerin noch die Ermittlung der Infektionsquelle. Darin seien unter anderem die Berliner Charité und die Uni Köln eingebunden. Bei der Frau seien deutliche Symptome feststellbar. Sie und Familienmitglieder, die sich ebenfalls mit Corona infiziert haben, werden ambulant behandelt.

Nun hat die Stadt mit Tests begonnen, um mehr über die mögliche Verbreitung der Sars-CoV-2-Variante VOC 202012/01 (Linie B.1.1.7) zu erfahren. „Seit Beginn dieser Woche werden die nächsten 100 positiven Solinger Befunde, die in Bethanien getestet werden, zur Uni-Klinik Köln geschickt und auf die englische Mutation untersucht“, erklärt Sprecher Thomas Kraft. Das nur Tests aus Bethanien untersucht würden, habe praktische Gründe. „An der Aussagekraft der Stichprobe ändert dieses Verfahren nichts“, betont er.

Strenge Regeln gelten für Solinger, die ins Oberbergische fahren wollen

Ob es verschärfte Schutzmaßnahmen gebe, wenn weitere Fälle der Mutation auftauchen würden, konnte die Stadt am Dienstag nicht sagen. „Wir warten nun zunächst einmal die Untersuchungen und die Analysen ab und werden uns dann mit den Ergebnissen befassen“, so Kraft.

Fest steht aber: Schon jetzt greifen für die Solinger schärfere Regeln, nachdem der Oberbergische Kreis eine 7-Tage-Inzidenz von 200 überschritt und das Land daraufhin eine Ausgangssperre ab 15 Kilometer nach der Stadtgrenze verfügt hat (| S. 21). Solinger müssen sich da auf Kontrollen einstellen. Andersherum aber auch Menschen, die im Oberbergischen wohnen, und in die Klingenstadt fahren – wenngleich Ordnungsdezernent Jan Welzel betont: „Die Regelung ist schon eine bürokratische Herausforderung. Die Stadt Solingen wird damit pragmatisch umgehen.“ Es werde nicht gezielt nach auswärtigen Fahrzeugen geschaut. Sollte es aber zu auffälligem Ausflugsverkehr etwas aus dem Oberbergischen Kreis kommen, würde die Stadt mit der Polizei „gezielter hinschauen und gegebenenfalls einschreiten“, sagt Welzel auf ST-Nachfrage.

Während die Stadt nach der Virusmutation forscht und das Geschehen im Oberbergischen beobachtet, bereitet sie auch den Start des Impfzentrums vor. Ab 25. Januar sollen die Über-80-Jährigen Termine vereinbaren können. Aktuell bereitet die Verwaltung dafür Informationsbriefe vor.

Ob, wie vom Land angekündigt, das Impfzentrum im ehemaligen Kaufhof Anfang Februar öffnen werde, sei allerdings ungewiss. „Das hängt letztlich auch davon ab, wann der Impfstoff dafür nach Solingen kommt“, erklärt Thomas Kraft. Auch sei unklar, ob die Kassenärztliche Vereinigung bis dahin alle die Impftermine organisieren sowie das medizinische Personal stellen könne.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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