Nachhaltigkeit

Eine neue Heizung kann sich lohnen

Dagmar Blum, Florian Bublies (l.) und Hartmut Hoferichter verdeutlichten gestern vor dem Rathaus, wie hoch der durchschnittliche Verbrauch einer Ölheizung in Nordrhein-Westfalen ist: Er liebt bei rund zehn Fässern pro Jahr. Mit der Aktion „Besser heizen“ informiert die Verbraucherzentrale zu nachhaltigeren Technologien und Fördermöglichkeiten. Foto: Christian Beier
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Dagmar Blum, Florian Bublies (l.) und Hartmut Hoferichter verdeutlichten am Mittwoch vor dem Rathaus, wie hoch der durchschnittliche Verbrauch einer Ölheizung in Nordrhein-Westfalen ist: Er liebt bei rund zehn Fässern pro Jahr. Mit der Aktion „Besser heizen“ informiert die Verbraucherzentrale zu nachhaltigeren Technologien und Fördermöglichkeiten.

Verbraucherzentrale startet Aktion „Besser heizen“.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Knapp zehn großen Ölfässern entspricht der Heizverbrauch von privaten Haushalten pro Jahr. Zumindest bei den 25 Prozent, die in Nordrhein-Westfalen laut Angaben der Verbraucherzentrale noch auf den fossilen Brennstoff setzen. Weitere 55 Prozent heizen demnach mit Gas, einer ebenfalls endlichen Ressource. Ist das zukunftsträchtig? Nein, findet Florian Bublies. „Jetzt ist genau der richtige Moment mit noch ausreichend Zeit, um sich in Ruhe über die individuell beste Heizmethode für die Zukunft Gedanken zu machen“, sagt der Energieexperte der Beratungsstelle Solingen.

Mit der Aktion „Besser heizen“ starten die Verbraucherzentralen in Nordrhein-Westfalen eine Informations- und Beratungsoffensive zu moderner Heiztechnologie. Damit reagiere man auf ein zuletzt deutlich gestiegenes Interesse am Thema. Das führt Florian Bublies zum einen auf die neue Bepreisung zurück, die seit Anfang des Jahres für CO2-Emissionen erhoben wird. Heizöl und Erdgas werden dadurch beispielsweise teurer. „Vor allem treiben aber die hohen Fördergelder die Nachfrage.“

„Vor allem treiben die hohen Förder- gelder die Nachfrage.“

Florian Bublies, Energieberater

Insbesondere der Bund stellt Mittel für den Heizungstausch bereit. Wie hoch die Unterstützung ist, richtet sich unter anderem nach der Art der neuen und der alten Anlage. „Wichtig ist, dass der Anteil regenerativer Energie bei der neuen Technik bei mindestens 25 Prozent liegt“, sagt der Energieberater. Wird dieses Ziel erreicht, seien Zuschüsse in Höhe von bis zu 45 Prozent der Investitionskosten möglich. Die Abwicklung erfolgt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Auch an anderer Stelle gebe es Sparpotenzial: Beispielsweise können sich durch die energetische Sanierung eines Hauses steuerliche Vorteile ergeben.

Doch welcher Heiztechnik kommt zukünftig die größte Bedeutung zu? Diese Frage vermag Florian Bublies nicht zu beantworten: „Dafür gibt es leider keine Blaupause.“ Für den einen Haushalt eigne sich eine Wärmepumpe, der andere fahre mit einem Holzpelletkessel besser.

In vielen Fällen bieten sich laut dem Energieberater auch Hybridsysteme an. Zum Beispiel könne eine Solarthermieanlage auf dem Dach einen Beitrag zur Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung leisten. „Wir schauen auf die Gebäudestruktur, die Anzahl der Bewohner und die Heizflächen, um individuell die beste Lösung zu finden“, sagt Florian Bublies.

Unterstützung beim Planen einer neuen Heizanlage erhalten die Solinger bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale. „Dieses Angebot gibt es seit 1992 bei uns und wir sind sehr froh, dass die Finanzierung für mindestens fünf weitere Jahre bewilligt wurde“, sagt Dagmar Blum. Sie leitet die Solinger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale am Werwolf. Die Kosten für das Angebot tragen das Land und die Kommune. In Solingen teilen sich wiederum Stadt und Stadtwerke den Betrag.

Solingen: „Wir spüren eine positive Wirkung.“

„Das ist uns ein Anliegen, weil die Energieberatung eine wirklich wichtige Unterstützung für uns ist“, betont Hartmut Hoferichter. Der Erste Beigeordnete verantwortet im Rathaus die Themen Planung, Bauen, Verkehr und Umwelt. Auf dem Weg zu mehr Klimaschutz in Solingen seien auch die Privathaushalte ein wichtiger Faktor. Die bei Bestrebungen für mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen, sei bei der Haushaltslage der Stadt nicht immer einfach. Umso wichtiger sei die Beratung der Verbraucherzentrale: „Wir spüren eine positive Wirkung.“

Deshalb begrüßt Hartmut Hoferichter auch die aktuelle Aktion „Besser heizen“. Das liege nicht nur an den positiven Effekten für die Umwelt: „Ein Heizungstausch lässt sich komplett von Unternehmen vor Ort umsetzen. Die Solinger Betriebe freuen sich über Aufträge.“

Energieberatung

Trotz der Corona-Pandemie behält die Verbraucherzentrale Solingen ihr Angebot aufrecht. „Momentan führen wir viele Videoberatungen durch“, erklärt Dagmar Blum. Sie leitet die Einrichtung am Werwolf. Die Nachfrage ist groß. Allein 300 Beratungsgespräche hat Florian Bublies 2020 zu Energiethemen durchgeführt – telefonisch und per Videokonferenz. Wer Hilfe beim Planen einer neuen Heizung benötigt, kann sich unter Tel. (02 11) 33 99 65 55 oder per Mail an die Verbraucherzentrale wenden. solingen.energie @verbraucherzentrale.nrw

Sie verlassen das Haus und die Heizung wird automatisch heruntergeregelt. Sie sind auf dem Heimweg und die Heizung sorgt dafür, dass es bei Ihrer Ankunft mollig warm ist. Klingt nach Zukunftsmusik, ist aber schon Realität.

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