Feierstunde

Erwin Kohnke verabschiedet: Ohne ihn gäbe es OB Kurzbach nicht

Viele langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter verabschiedeten Erwin Kohnke (r.) in den Ruhestand. Foto: Christian Beier
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Viele langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter verabschiedeten Erwin Kohnke (r.) in den Ruhestand.

Erwin Kohnke war langjähriger Leiter des Oberbürgermeister-Büros in Solingen.

Von Andreas Römer

Solingen. Der ehemalige Leiter des Oberbürgermeister-Büros, Erwin Kohnke, wurde am Samstag mit einem kleinen Festakt in der Alten Maschinenhalle offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

„Wenn es nach dir gegangen wäre, hätte es diese Feier nie gegeben“, wandte sich sein Ex-Chef, Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), an Kohnke. „Du hättest einfach die Mappen zugemacht und wärst gegangen“. Das könne aber nicht wirklich jemand erwarten, wenn ein verdienter Vertreter nach 46 Jahren im Dienst der Stadt und ihrer Menschen ausscheide.
Im OB-Büro folgt auf Kohnke übrigens wieder Kohnke.

Freunde und Weggefährten verabschiedeten Kohnke, den sie als „Institution in der Stadt“ und als „Zeremonienmeister des Rates“ würdigten. Kurzbach bezeichnete sich selbst als „wehmütig, weil ohne Erwin Kohnke gäbe es keinen Oberbürgermeister Tim Kurzbach.“ Für ihn sei Kohnke ein Freund, mit dem man lachen kann und Freude teilt, mit dem man aber auch gemeinsam weinen kann.

Der OB erinnerte, das der Ruheständler die Verwaltung von der Pike auf kennenlernte und es immer verstanden habe, Politik, Kommunikation und Kreativität für die Stadt einzusetzen. „Dabei hattest du einen hohen Anspruch – vor allem an dich selbst. 100 Prozent waren das Minimum, du warst eigentlich nie zufrieden.“

An sein neues Leben hat Erwin Kohnke sich noch nicht gewöhnt

Ohne Kohnke und seinen Ehrgeiz hätte im Verwaltungsbetrieb der Stadt vieles nicht funktioniert, ist Kurzbach überzeugt. „Du warst verantwortlich für den Ablauf der Demokratie in unserer Stadt, du warst immer der Fels in der Brandung.“ Dafür erhielt Kohnke auch ein großes Gemälde einer Solinger Künstlerin mit dem Motiv eines Felsens in der Brandung.

„Ich bin tief geehrt und gerührt“, ergriff auch Erwin Kohnke das Wort. Zum Glück habe er nach dem Ausscheiden zum Jahreswechsel ein wenig Abstand gewonnen, sonst hätte er die Reden ohne Tränen nicht überstanden. Eigentlich, so erzählte Kohnke, wollte er Kassierer bei der Sparkasse werden, weil er im Monopoly so gut war. Kanzler schien ihm auch ein anstrebenswerter Job. Doch im Nachhinein bereut er nichts, schließlich sei er eine Art Kanzleramtsminister in Solingen geworden.

Angefangen hat er unter OB Georg Schlößer

Dabei erinnerte er sich an den ersten der sechs Oberbürgermeister, die er im Laufe der 46 Jahre kennengelernt hat: Georg Schlößer. Der habe bei jedem Brief, der an ihn gerichtet war, sofort eine Geschichte über die Absender parat gehabt, genau gewusst, wie dieser mit wem verbandelt war. Das habe er immer bewundert.

Auch nach mehr als drei Monaten, in denen er nicht mehr ins Büro geht, hat sich Erwin Kohnke noch nicht so richtig an den Ruhestand gewöhnt. „Es fehlt noch der Rhythmus.“ Aber er genieße die Zeit und den Abstand. „Und wenn meine Frau dann ins Büro gegangen ist, lese ich erst einmal gemütlich im Liegen das Tageblatt.“

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