Es ist eine Herzenssache

AWO-JUBILÄUM 90 Jahre sozialpolitisches Engagement, Solidarität und Hilfe in der Not.

Auf 90 Jahre soziales und politisches Engagement konnte am Wochenende die Arbeiterwohlfahrt zurückblicken: Anlässlich des Gründungsjubiläums veranstaltete der Vorstand im Theater und Konzerthaus einen Festakt mit musikalischer Untermalung des Jugendblasorchesters.

Mehr als 500 Gäste aus Politik und den Bezirksverbänden der Organisation waren angereist, um dem historischen Ereignis bei zu wohnen. Der AWO-Niederrhein-Ehrenvorsitzende und gebürtiger Solinger Paul Saatkamp entführte mit seinem Vortrag die Gäste in die Vergangenheit der Organisation und beleuchtete Rolle der AWO in Gegenwart und Zukunft.

Änne Franz (86), die bereits über 60 Jahre ein aktives Mitglied ist, konnte sich lebhaft an die Wiedergründung nach dem zweiten Weltkrieg erinnern: „1947 nahmen wir in einem kleinen Büro die Arbeit auf. Wir sortierten Kleidersäcke aus Amerika, betreuten Tuberkulose-Kranke und verteilten Care-Pakete. Es ist eine Herzenssache.“

Skandal sei, dass in einem reichen Land immer mehr Arme leben

Für ihr langjähriges Engagement erntet sie zurecht die Bewunderung des Vorstandes: „Es ist erstaunlich, was Änne Franz geleistet hat“, sagte Paul Saatkamp, „Vor allem bei der Organisation der zweiten Reichskonferenz der AWO in der alten Stadthalle im Jahre 1949 hat sie außerordentliche Disziplin und Solidarität bewiesen. 1 200 Teilnehmer waren angereist. Sie mussten natürlich auch verpflegt und irgendwo untergebracht werden.“

Trotz aller Nostalgie gerät die gegenwärtige Rolle der AWO nicht aus den Fokus. „Wir leben in einem reichen Land, doch immer mehr Menschen geraten in Armut. Das ist eine bedauerliche Entwicklung und ein gesellschaftlicher Skandal“, schilderte Paul Saatkamp, der eine besondere Aufgabe der AWO in der politischen Einflussnahme sieht.

Mit zahlreichen Angeboten und Einrichtungen versucht die AWO, die sich als Arbeiterselbsthilfeorganisation versteht, dieser Entwicklung zu begegnen. Als besonderes Standbein dient dabei der Stab der Ehrenamtlichen. Rund 140 Ehrenamtler arbeiten derzeit für den Solinger Verband und machen mit ihrem Engagement die Projekte erst möglich.

Auch Bernd Böhm, Geschäftsführer des Solinger Kreisverbandes, weiß das unentgeltliche Engagement zu schätzen: „Unsere Mitarbeiter sagen für sich selbst, dass es ihnen was bringt und ihnen gut tut. Für sie zählt allein der solidarische Gedanke.“ jp

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