Bastelprojekt

Eine alpenländische Kapelle in Solingen

Die Kapelle im Hintergrund hat Gerhard Wagner in den zurückliegenden Monaten geschaffen. Die Krippe in ähnlichem Stil ist bereits im vergangenen Jahr entstanden.
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Die Kapelle im Hintergrund hat Gerhard Wagner in den zurückliegenden Monaten geschaffen. Die Krippe in ähnlichem Stil ist bereits im vergangenen Jahr entstanden.

Gerhard Wagner baut in seiner Freizeit Krippen und andere Modelle aus Holz.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Berge sind ein beliebtes Reiseziel für Gerhard Wagner. Dort lässt er sich nicht nur von der atemberaubenden Natur und den traumhaften Wanderwegen inspirieren. Auch die alpenländischen Kapellen begeistern den 72-jährigen Aufderhöher. An ihnen orientiert sich sein aktuellstes Bastelprojekt: In den vergangenen Wochen hat er in Kleinarbeit die Nachbildung eines Gotteshauses geschaffen.

Wenn der Solinger Besuch von seinen Enkelkindern bekommt, führt deren erster Weg meist in den Keller. Sie wollen sehen, was ihr Großvater Neues aus Holz geschaffen hat. „Die sind begeistert davon“, erzählt er. Zu entdecken gibt es im Tiefgeschoss viel: Knapp 15 Krippen bewahrt Gerhard Wagner dort auf. Sie sind in den zurückliegenden Jahrzehnten ebenso seiner Fantasie entsprungen wie Dutzende Uhren.

Die Leidenschaft fürs Handwerk, das Arbeiten mit Holz begleitet den Solinger lange. „Das ist einfach in mir drin“, sagt er. Bereits als junger Mann probierte er sich aus, baute Möbel selber. Ein guter Ausgleich zum bisweilen stressigen Alltag sei das, erzählt der frühere städtische Beamte. „Als ich noch arbeitete, brauchte ich das nach Feierabend richtig. Da sprudelten die Ideen nur so.“

Es klingt beinahe paradox: Heute fehlt dem Pensionär bisweilen die nötige Zeit und Ruhe. Familiäre Verpflichtungen lassen es nicht immer zu, dass er sich stundenlang in seine Werkstatt zurückziehen kann. „Mir wird nicht langweilig“, sagt Gerhard Wagner. Aber manchmal komme er doch noch zu seinem Hobby.

„Ideen habe ich viele.“

Gerhard Wagner über neue Bastelprojekte

So wie im Falle der Kapelle. Über Jahre ist die Idee für das Projekt in ihm gereift, ehe er Anfang September die Arbeit aufnahm. Mal hat er nur ein paar Minuten daran gearbeitet, bei anderen Gelegenheiten mehrere Stunden. Unter dem Strich stecken 20 bis 30 Arbeitsstunden in dem Modell, schätzt er. Fertig geworden ist er zu Beginn dieser Woche – und damit pünktlich zum Weihnachtsfest.

Die Wände bestehen aus verputzten und gestrichenen Gasbetonsteinen, Türen, Fenster, Dächer und Details wie das Kreuz über dem Eingang hat Gerhard Wagner aus Holz geschaffen. Im vergangenen Jahr ist eine Krippe in ähnlichem Stil entstanden. Um den dabei verwendeten Hölzern einen rustikalen Charakter zu verleihen, hat er einige von ihnen angeraut – der 72-Jährige achtet auf Kleinigkeiten.

Und er hat die Pläne für kommende Projekte bereits im Kopf: „Ideen habe ich viele.“ Auf einer alten Holztüre möchte er ein kleines Dorf bauen – die neue Kapelle in der Mitte, ein paar seiner Krippen darum angeordnet. Das sei allerdings noch Zukunftsmusik.

Gleiches gilt für ein neues Krippen-Projekt, das dem 72-Jährigen vorschwebt. Im Laufe der Jahre habe er an unterschiedlichen Orten Altholz gesammelt. Etwas davon hat er für seine Krippen und Uhren verwendet, doch möchte er eines Tages einen kleinen Stall schaffen, der ausschließlich aus altem Holz besteht. Eilig hat er es damit nicht: „Ich fange an, wenn es mich überkommt.“

Wenn Weihnachten vor der Tür steht, hat Gerhard Wagner die Qual der Wahl, welche Krippe er aufstellt. Eins seiner Modelle zu verkaufen, kommt ihm nicht in den Sinn. Seinen Kindern überlasse er gerne Exemplare, wenn die Enkel alt genug sind, um etwas damit anfangen können. Dann können sie sich auch zu Hause vom handwerklichen Geschick des Großvaters überzeugen.

Hintergrund

Mit Krippen wird in der Weihnachtszeit an Jesu Geburt in Bethlehem erinnert. Die Tradition in ihrer heutigen Form geht wohl auf Franz von Assisi zurück. 1223 soll der Heilige die Weihnachtsgeschichte im italienischen Ort Greccio mit Menschen und Tieren nachgestellt haben, um sie anschaulich zu erläutern.

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