Schülerrockfestival

Ein Kulturaustausch der besonderen Art

Im Probenhaus Monkeys fanden die jungen Leute schnell einen Draht zueinander.
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Im Probenhaus Monkeys fanden die jungen Leute schnell einen Draht zueinander.

„Rock City Friends“ – Musiker aus Chalon-sur-Saône probten mit Solingern für das Schülerrockfestival am 25. Mai.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Tief unter der Erde in Solingen findet deutsch-französischer Kulturaustausch statt. Dort kommen im Proberaumhaus Monkeys fünf junge Musiker aus der französischen Partnerstadt Chalon-sur-Saône und zehn junge Musiker aus Solingen zusammen, um gemeinsam zu jammen, also Musik zu machen. Das ist Teil des neuen Projekts „Rock City Friends“, das eine Woche lang zum ersten Mal stattfindet.

Hier treffen unterschiedliche Lebensweisen, Kulturen und Sprachen aufeinander. Doch das sei kein Problem, denn „Musik ist international und eine super Methode, sich ohne Sprache zu verständigen“, stellt Jens Stuhldreier von der Jugendförderung fest. Daher sei das Monkeys der richtige Partner, um zu proben, denn hier fänden sie alles vor, was sie bräuchten.

Das erste Projekt dieser Art überhaupt

Dass die Altersunterschiede und die verschiedenen Herkunftsländer kein Problem darstellen, bemerkte auch der Musikpädagoge und Leiter des Bandcamps, Jörn Quade, schnell. Keine zwei Minuten sei man im Jam-Session-Raum gewesen, da „ging es schon los“. Alles habe sich schnell entwickelt.

Eine Jam-Session ist das zwanglose Zusammenspiel von Musikern, die üblicherweise nicht in einer Band zusammenspielen, und das sei auch die Hauptsache. Man wolle den Jugendlichen den Freiraum geben, sich ungezwungen in der Musik zu bewegen. „Improvisation ist was Schönes und gibt den Künstlern ein Gefühl von Freiheit“, stellt er klar.

Dr. Franka Bindernagel ist Koordinatorin für Internationale Beziehungen und eine der Organisatorinnen des Austausches. Es sei das erste Projekt dieser Art überhaupt, erklärt sie. Völlig offen seien sie an die Sache herangegangen und hätten keine Vorgaben an die Musiker oder die Musikrichtungen gemacht. Man wollte einfach „mal gucken, wer kommt“ und wie man die Künstler fördern könne.

In der französischen Partnerstadt Chalon-sur-Saône sei man sehr interessiert an einem kulturellen Austausch gewesen, und so kam es, dass fünf Musiker aus der Stadt nach Solingen gereist sind. „Das Ganze hat super funktioniert“, stellt sie fest.

Das Ziel des Projektes sei es, das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken und die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern: „Austausch und Begegnung ist das Wichtigste.“

Auch in Solingen sei das Interesse an dem Projekt riesig gewesen, erklärt Jens Stuhldreier. Bei einem Vortreffen zum Schülerrockfestival habe er den anwesenden Musikern das Projekt vorgestellt und nach Interessierten gefragt. Das Resultat: „Ein Meer von Armen“. Man habe da einen Nerv getroffen, freut er sich ob der großen Resonanz. Auch er findet, dass das Thema ganz wichtig sei.

Wackelkontakt ist eine der Solinger Bands, die an dem Projekt teilnehmen. Zwei Songs habe man in kurzer Zeit gemeinsam entwickelt, die beim Schülerrockfestival gespielt werden sollen. Die Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Songs habe trotz der Altersunterschiede sehr gut funktioniert und es sei ein schönes Miteinander zwischen den Künstlern erklärt Marie Postelt, die als Auszubildende bei der Stadt das Projekt begleitet. Neben der Freude am Musizieren sei auch die Abenteuerlust ein großer Treiber des Projekts. Gemeinsam unternahm man Ausflüge, besuchte das Dürpelfest, fuhr nach Köln oder besichtigte die Müngstener Brücke.

Zudem wohnten die französischen und deutschen Künstler seit Beginn des Austausches gemeinsam im Haus der Jugend an der Dorper Straße. Eben dort, wo am Mittwoch auch der Höhepunkt des Austausches stattfinden wird: der gemeinsame Auftritt beim Schülerrockfestival und Antirassismustag.

Schülerrockfestival: Mittwoch, 25. Mai, 17 Uhr  (Einlass: 16.30 Uhr), hinter dem Haus der Jugend an der Dorper Straße

Das Projekt

Das Projekt „Rock City Friends“ – 20. bis 26. Mai – fand in Kooperation mit Solingens französischer Partnerstadt Chalon-sur-Saône zum ersten Mal statt. Gefördert wird die Aktion von der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland und der Landesregierung in NRW.

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