Politik

Ehrenamtliche rechnen nicht mit früherer Rente

Nach Vorschlag von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD).

Von Andreas Römer

Solingen. Nein, so richtig gezündet hat dieser Vorschlag von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bei den Freiwilligen in Solingen nicht. Ihre Idee: Menschen, die viele Jahre ehrenamtlich tätig waren, dürfen ein Jahr früher in Rente gehen. „Man muss darüber nachdenken, wie man denjenigen etwas Gutes tun kann, die das ihr Leben lang getan haben“, erklärte die Ministerin. Damit könne der Staat auch Anreize für ein freiwilliges Engagement schaffen.

Einen Anreiz für das Ehrenamt – das sehen grundsätzlich auch Solinger Freiwilligen-Agentur, Freiwillige Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz (DRK) oder Technisches Hilfswerk (THW). Und freiwillige Helfer könne man ja auch nie genug haben.

Doch wie so ein Vorschlag konkret umgesetzt werden kann, mag sich noch niemand so recht vorstellen. Wie wird der Einsatz der Freiwilligen im Detail bewertet? Da gebe es doch Unterschiede, ob jemand mal einen halben Tag mitmacht oder andere wochenlang im Einsatz seien.

Insgesamt ist die Zahl der Ehrenamtlichen in der letzten Zeit, vermutlich auch durch Corona, rückläufig. Dennoch engagieren sich weiterhin viele Solinger in Vereinen und Verbänden, auf Trainingsplätzen, in Museen und Krankenzimmern. Mit ihrem Engagement unterstützen sie soziale und kulturelle Projekte in der Stadt.

Deshalb möchte die Verwaltung noch einmal für freiwilliges Engagement und die „Belohnung“ – die Ehrenamtskarte – werben. Bis zum 31. Oktober läuft die aktuelle Bewerbungsfrist dafür. Wer 5 Stunden in der Woche oder 250 Stunden im Jahr für eine oder mehrere Organisationen ehrenamtlich im Einsatz ist, kann diese Karte beantragen. Aktuell sind davon in der Stadt 69 vergeben. Damit erhalten engagierte Menschen vergünstigten Eintritt in viele öffentliche und private Einrichtungen und zu Veranstaltungen unterschiedlicher Art in Solingen und in NRW.

Organisationen wünschen sich mehr Unterstützung im Alltag

Grundsätzlich wünschen sich alle Organisationen mehr Unterstützung für Freiwillige. Das könne eine bessere Freistellung durch den Arbeitgeber sein oder etwa freie Fahrt im ÖPNV. Das sei alles leichter umzusetzen als ein kompliziertes System wie die Rente anzupacken, sagen sie.

Zu mehr als ein paar Gedankenspielen reicht der Vorschlag der Bundesinnenministerin also bislang nicht. Nicht einmal im Kollegenkreis sei das Thema ernsthaft diskutiert worden, heißt es bei den Organisationen übereinstimmend. Die Bereitschaft, sich bei der Erarbeitung konkreter Vorschläge in dieser Richtung zu beteiligen, ist aber bei allen vorhanden. Doch eher rechnet man damit, dass sich die Idee schnell wieder im Sande verläuft, gebe es doch schon auf allen politischen Ebenen Bedenken.

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