Effekte auch auf die Bühne gebracht

Die magischen Tiere hatten menschliche Unterstützter, um lebendig zu werden. Foto: Junges Theater Bonn
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Die magischen Tiere hatten menschliche Unterstützter, um lebendig zu werden.

„Schule der magischen Tiere“ im Theater

Von Julia Wodara

Die 2013 von Margit Auer kreierte Kinder- und Jugendbuchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ feiert noch immer großen Erfolg: 2021 lag die Verkaufszahl bei sieben Millionen. Im Oktober desselben Jahres erschien der Spielfilm – und am Samstag kam das Ensemble des Jungen Theaters Bonn mit seiner Adaption des ersten Bandes in den gut besuchten Pina-Bausch-Saal des Theaters und Konzerthauses.

Nick Westbrocks anderthalbstündige Inszenierung bringt vor allem einen Aspekt der Erzählung hervor: den empathischen Zugang zu den Charakteren. Ida – gespielt von Ingrid Bergman – fühlt sich nach einem Schulwechsel einsam inmitten ihrer neuen Mitschüler und Mitschülerinnen. Trost spendet ihr zunächst nur die Hoffnung auf einen versprochenen magischen Tierbegleiter. Doch das Stück erforscht nicht bloß ihre Situation, sondern fokussiert gleichermaßen die Hintergründe und Handlungsmotivationen aller vier Kinderfiguren. Ihre magischen Begleiter liefern letztlich nicht bloß Unterhaltung, sondern werden ebenso in ihrer moralischen Funktion hervorgehoben. Unterstützt wird das durch ein Bühnenbild, das durch seine Vielseitigkeit den Sprung zwischen unserer Welt und der Magie der Wintersteinschule meistert: Bildprojektionen, wandelbare Requisiten und kontrastierende Beleuchtungen schaffen viele Orte an einem einzigen. Spotlights auf einzelne Figuren pausieren die Zeit und vertiefen den Einblick in die emotionale Welt der Charaktere.

Wo der Spielfilm jedoch auf die die Kräfte der Computereffekte setzen konnte, steht die Theaterinszenierung vor einer Herausforderung: nämlich in der überzeugenden Rekreation der magischen Tierchen. Das Junge Theater Bonn entschied sich dabei für eine Form des Puppenspiels. Dass ein gewisser Effekt-Bruch nicht ausbleibt, wenn Pinkie, die Elster, nicht selbstständig fliegen oder Rabbat, der Fuchs, nicht alleine springen kann, ist dabei wohl unumgänglich.

Kinder entdeckten die menschlichen Begleiter

Doch obwohl auch die Kleinen im Publikum schnell auf die menschliche Begleitung aufmerksam wurden – „Da ist jemand!“, kommentierte eines der Kinder während der zweiten Szene; „Du musst ihn ignorieren“, sagte ein anderes später –, wird ebenso schnell deutlich: Bemerken bedeutet nicht gleich Kritisieren.

Denn die Freude und das Gelächter der Kinder schienen von dieser Maßnahme unberührt; die animierte Mimik der Darstellenden erhöhte stellenweise gar die Komik des Stückes – und ganz besonders der pompös-arrogante Kater Karajan hat es dabei den Zuschauern angetan. Darsteller Jan Herrmann überzeugte mit französischem Akzent und komödiantischem Timing und sorgte so bereits während der Szenen für reichlich Applaus in den Publikumsreihen.

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