Outdoor-Messe der Stadtwerke

Die E-Mobilität erlebt einen Sinneswandel

Beim Elektromoblitätstag auf dem Stadtwerke-Gelände wurde die Bandbreite deutlich. Ob der Bus BOB, das E-Bike oder das Auto – zu allem wurde man fündig.
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Beim Elektromoblitätstag auf dem Stadtwerke-Gelände wurde die Bandbreite deutlich. Ob der Bus BOB, das E-Bike oder das Auto – zu allem wurde man fündig.

Die Stadtwerke Solingen konnten 400 Interessenten beim Info-Tag begrüßen.

  • Die gesamte Sparte erlebt aktuell einen riesigen Boom.
  • Die Veranstaltung der Stadtwerke besuchten über 400 Menschen.
  • Aussteller versuchen, verbliebene Zweifel von Besuchern abbauen.

Von Timo Lemmer

Solingen. Besser als am Samstag hätte die Stimmung nicht sein können, zumal nicht nur aufgrund des durchweg guten Wetters das Timing der Outdoor-Messe der Stadtwerke zum Thema E-Mobilität: Denn zum einen freuten sich Teilnehmer und Besucher, nach Monaten der Durststrecke endlich mal wieder miteinander in Kontakt kommen zu können. Und zum anderen, das betonten alle Teilnehmer auf dem Gelände der Stadtwerke an der Beethovenstraße, erlebt die gesamte Sparte aktuell einen riesigen Boom. Organisatoren, Aussteller und Besucher lobten den Elektromobilitätstag, besuchten ihn rege und befeuerten damit die Aufbruchstimmung in der Szene.

Die herrscht seit einigen Monaten, und die Aussteller sahen sich auf dem SWS-Gelände bestärkt. Das Mindset in der Bevölkerung habe sich geändert, bemerkte Holger Häde vom Zukunfts-Campus stellvertretend für den aufstrebenden Sektor: Es habe inzwischen einen Sinneswandel gegeben, nachdem Elektromobilität einige Jahre lang eher stiefmütterlich behandelt worden sei –und eben auch lange nicht in der Mitte der Bevölkerung angekommen war. „Es ist einfach beeindruckend, wie viel in den letzten zwei, drei Monaten passiert ist.“

„Im Bereich Elektromobilität ist in Solingen viel los.“

Lisa Nohl, Stadtwerke Solingen

Die Gastgeber von den Stadtwerken zählten am Ende der Ausstellung im Freien mehr als 400 Besucher, was die eigenen Erwartungen übertroffen hatte. Dank kostenfreiem Online-Ticket, das für Entzerrung am Einlass und auf dem Gelände sorgte, einer klaren Führung auf dem Gelände und vielen weiteren Vorkehrungen verlief der Tag organisatorisch einwandfrei. Die Stadtwerke verdienten sich Bestnoten.

Pressesprecherin Lisa Nohl sagte: „Bei den Ausstellern haben wir eine schöne, bunte Mischung. Man sieht, wie viel in dem Bereich Elektromobilität in Solingen bereits los ist.“ Es bestehe ein gutes Netzwerk: „Wir haben ein sehr schönes Miteinander im Bereich Elektromobilität, und das zeigt sich hier wunderbar.“

Die Palette der Aussteller war umfangreich.

Die Palette der Aussteller war umfangreich. Dem klassischen Sektor ist dabei Markus Meyer als Vertreter des Autohaus Fischer und Böhm zuzurechnen. Eine der vielen Anekdoten, mit denen er die Besucher unterhaltsam band: Den ersten Hybrid verkaufte sein Autohaus bereits 1999. „Seitdem haben wir sämtliche Wellenbewegungen auf dem Markt mitgemacht.“ Partner Honda habe sich zwischenzeitlich komplett aus dem Markt zurückgezogen. „Jetzt sind alle Wagen aber elektrisch, ob voll oder als Hybrid.“ Die Grundstimmung habe sich komplett gewandelt: „Die weitreichende Förderung durch den Staat kommt zu einer guten Zeit.“

Meyer nutzte wie die weiteren Aussteller eine der Ideen hinter der Messe: So gab es nicht nur Informationen für die Besucher, bei denen zudem verbliebene Zweifel abgebaut werden sollten, sondern es wurde untereinander auch eifrig „genetzwerkt“.

Neben klassischen Akteuren waren eben auch Handwerker, Anbieter von Lastenrädern oder Akteure im Bereich der Smart City vor Ort. Gut, wie Häde befand: „Wir wollen das Thema Elektromobilität größer denken. Es geht nicht nur um Autofahren, sondern auch um E-Bikes, Ladestationen, alternative Stromgewinnung. Wir sind positiv überrascht, über den Zuspruch und die Offenheit, mit der hier über das Thema gesprochen wird.“

Rigo Kirschner von den Klingenstromern, die die Elektromobilität in Solingen fördern, erklärte: „Wir haben uns vor fünf Jahren gegründet, um der Allgemeinheit das Thema E-Mobilität näher zu bringen.“ Damit ist die Szene weit gediehen, wie der Zuspruch zeige. „Es sind aber immer noch argumentative Widerstände zu brechen.“

Info-Tag

Aussteller: 26 Akteure zeigten ihr Produkte und Expertise zum Thema. Vom Gelingen der Veranstaltung überzeugte sich Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Schwarberg am Nachmittag bei einem Rundgang mit OB Tim Kurzbach (SPD) selbst. Auch dessen CDU-Kontrahent Carsten Becker drehte eine Runde auf dem SWS-Gelände.

Über neue Entwicklungen in Sachen Elektromobilität berichteten im Mai bei einem Webinar Vertreter der Stadt und der Stadtwerke Solingen, des Autohauses Schönauen, des Solinger Vereins Klingenstromer sowie des in Bochum ansässigen Vereins Ruhrmobil-E. E-Mobilität nimmt in Solingen Fahrt auf.

Auf dem Rasspe-Gelände ist Großes geplant. Denn der Verein Bergische Museumsbahnen möchte auf einem Teil des Areals ein Bergisches Forum für Elektro-Mobilität entstehen lassen.

Moderne Transportmittel ermöglichen Familienausflug und bequemen Einkauf: E-Lastenräder kann man in Aufderhöhe per App ausleihen.

Standpunkt: Fortschritt ist elektrisch

Von Philipp Müller

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Was haben die Menschen gelacht, als der Forstbeamte Karl von Drais seine Laufmaschine 1817 vorstellte. Man ritt zu Pferde oder saß in der Kutsche. Was haben die Menschen gelacht, als Elon Musk 2009 verkündete, ausschließlich moderne E-Autos zu bauen. Heute wird der Konzern jeden Tag wertvoller. Heute sausen wir Urahnen von Drais mit dem E-Bike umher. Skeptisch war auch der Blick von uns Solingern auf die Anfänge des Elektromobilitätstags. Heute hat sich das Format als Ideen-Messe längst etabliert. Und doch stehen wir erst am Anfang. Das machen die Diskussionen deutlich.

Es fehlt an Ladeinfrastruktur. Oft wirkt die Technik noch nicht ausgereift. Wird am Ende der Wasserstoff als Energieträger über die Batterie gewinnen? Das ist längst nicht ausgemacht. Ausgemacht ist aber, dass die Mobilität mit erneuerbaren Energien gelingen kann, wenn man das will. Das geht einher mit dem Trend zum autonomen Fahren, bei dem uns die Künstliche Intelligenz ins Lenkrad greifen wird. Das ist nicht aufzuhalten, spannend – und Solingen hat die Nase zwar nicht vorne, aber liegt gut im Rennen.

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