Alternative zum Auto

E-Lastenräder in Aufderhöhe per App ausleihen

Sigo-Geschäftsführer Tobias Lochen (v. l.), Oliver Sloot, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Eigenheim, und OB Tim Kurzbach haben die E-Lastenräder ausprobiert. Foto: Christian Beier
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Sigo-Geschäftsführer Tobias Lochen (v. l.), Oliver Sloot, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Eigenheim, und OB Tim Kurzbach haben die E-Lastenräder ausprobiert.

Moderne Transportmittel ermöglichen Familienausflug und bequemen Einkauf.

Von Alexandra Dulinski

Solingen. In Aufderhöhe wurde am Dienstag die erste E-Lastenrad Station der Stadt eröffnet. Zwei Lastenräder bieten in der Friedenstraße von nun an die Möglichkeit, schwere Gegenstände oder den Wocheneinkauf über längere Strecken bequem zu transportieren – die Ausleihe ist per App möglich.

„Die Fahrradbranche geht momentan durch die Decke. Das Fahrradfahren wird entspannter durch einen E-Motor“, berichtet Tobias Lochen, Geschäftsführer der Firma Sigo, der die Lastenräder gehören. Eine Strecke von etwa 40 Kilometern können die Räder zurücklegen, bis sie wieder geladen werden müssen – das geschieht per Induktion an der Ladestation in der Friedenstraße. Für den Kunden sei das System sehr komfortabel, weil keine Kabel angeschlossen werden müssen. An der Station werden die Räder auch abgeholt und zurückgebracht.

Auch eine Reservierung ab 30 Minuten vor Fahrtbeginn ist über das Smartphone möglich. An längeren Reservierungszeiten arbeite die Firma Sigo zurzeit noch, erklärt Lochen. Des Weiteren gibt die Anwendung Auskünfte über die Verfügbarkeit der Räder und deren Ladestand und steuert auch das Rahmenschloss, das für kurze Stopps unterwegs gesperrt und wieder entsperrt werden kann. Die Bezahlung läuft ebenfalls über das System.

Bis zu 25 Stundenkilometer erreicht der Elektromotor, durch die eigene Kraft kann das Rad aber schneller fahren. Das Lastenrad sei daher eine ideale Alternative zum Auto, um den Einkauf nach Hause zu bringen oder einen Familienausflug zu machen. Denn dank Sicherheitsgurten und Sitzbank im Korb können auch kleinere Kinder im Lastenrad mitgenommen werden. Auch biete sich das Sharing an, wenn man das Rad nur zwei bis drei Mal in der Woche benötige.

„Wir wollen bewusst da hingehen, wo auch Bedarf ist.“

Tobias Lochen, Geschäftsführer

„Die Nutzung muss leicht und 24 Stunden am Tag verfügbar sein und natürlich Spaß machen – nur so können wir damit was erreichen“, erklärt Lochen. Denn E-Fahrräder tragen sowohl zur Verkehrsberuhigung als auch zum Klimaschutz bei. Ebenso entfalle die Parkplatzsuche. „Wir brauchen eine Alternative, die die Bedürfnisse der Menschen abdeckt“, sagt er. Dafür müssen die Angebote besser werden.

„Wenn fünf Prozent der Leute ihren Drittwagen abgeben und dafür auf das Rad umsteigen würden, hätten wir viel gewonnen“, sagt Oliver Sloot. Er ist Geschäftsführer der Baugenossenschaft Eigenheim, die Kooperationspartner der Firma Sigo ist und die E-Lastenräder im Wohnviertel unterstützt.

Jede Ausleihe an sich kostet 1,50 Euro, zusätzlich wird je angefangene halbe Stunde ein Euro fällig. Wartung und Instandhaltung wird von Sigo übernommen, sollte es einmal Probleme geben – wenn etwa ein Rad beschädigt ist – ist ein Kundenservice erreichbar.

Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden

Tobias Lochen wünscht sich, noch weitere Standorte in Solingen mit E-Lastenrädern auszustatten. Das hänge aber von weiteren Partnern und Genossenschaften ab. „Wir wollen nicht nur in Großstädten sein, sondern bewusst da hingehen, wo auch Bedarf ist“, erklärt Lochen.

Weitere Standorte in Solingen würde auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) begrüßen. „Das ist eine super Initiative, die zeigt, dass Mobilität sich verändert “, sagt er. Solingen werde immer mehr zur Fahrradstadt, dafür müssten noch mehr Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es gebe bereits eine umfangreiche Liste für geplante Radwege in Solingen.

https://sigo.green/

Gemeinsame Fahrspuren für Autos und Radfahrer sind für die Stadt während der Coronazeit keine Option. Der ADFC drängt auf Maßnahmen für den Radverkehr.

Korkenziehertrasse: Durch Radfahrer und Sportler wird es an beliebten Stellen zeitweise eng.

Die Veloroute soll als gut ausgebauter und ausgeschilderter Radweg für Freizeitradler und Fahrrad-Pendler gleichermaßen attraktiv sein. Sie führt von Hilden über Ohligs, Wald und Gräfrath in Richtung Wuppertal-Vohwinkel.

Hintergrund

Die Verkaufszahlen von Lastenrädern steigen von Jahr zu Jahr, erklärt Sigo-Geschäftsführer Tobias Lochen. Das Thema Fahrradfahren werde immer präsenter. Der E-Bike-Motor befördere diesen Trend.

Lastenräder dienen dem Transport von Lasten und Personen. Laut ADFC werden Leihräder mehr genutzt als Privaträder.

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