Traditionsveranstaltung

Dürpelfest fällt dieses Jahr kleiner aus

Frauke Pohlmann ist optimistisch.
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Frauke Pohlmann ist optimistisch.

Umbau der Fußgängerzone hat Folgen für Ohligser Großveranstaltung.

Von Andreas Tews

Solingen. Eine E-Mail an die Ohligser Vereine hat in dieser Woche manche Freunde des Dürpelfestes aufgeschreckt. Darin berichtet die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG), dass es in Folge des Umbaus der Fußgängerzone Probleme bei der Organisation der Veranstaltung gebe. Gesucht würden Ersatzflächen für die wegen der Baustelle als Festgelände wegfallende Düsseldorfer Straße. Die Vereine und Gruppen mögen sich melden und mitteilen, ob sie am Dürpelfest teilnehmen wollen.

Als Alarmsignal oder Hilferuf sei dieses Schreiben aber nicht zu verstehen, versichert Frauke Pohlmann vom Organisationsteam der OWG. Sie betont: Das Dürpelfest werde im Mai stattfinden – wenn auch etwas kleiner als sonst. Vergangenes Jahr gab es neben der Kirmes fünf Bühnen und 100 Stände. 2023 könnten es etwas weniger werden.

Nach dem Ohligser Markt wird in diesem Jahr die Fußgängerzone der Düsseldorfer Straße umgebaut. Das Dürpelfest, das sonst zum großen Teil dort stattfindet, muss ausweichen. In welche Straßen genau, steht noch nicht fest, berichten Organisatorin Pohlmann und Rathaussprecherin Sabine Rische jeweils auf Anfrage. Näheres werde wohl innerhalb der nächsten zwei Wochen bekanntgegeben, kündigt Rische an.

Völlig überraschend komme diese Entwicklung nicht, erklärt Frauke Pohlmann. Eine Zeit lang habe man gehofft, dass trotz der Baustelle zumindest ein Teil der Düsseldorfer Straße für das Dürpelfest zur Verfügung stehen könnte. Dies werde aber nicht möglich sein.

Dürpelfest: Planungen zwischen Stadt und Betreiber laufen

Jetzt werde geprüft, in welche Straßen man ausweichen könne. Ganz einfach ist das offenbar nicht. „Es gibt überall nur Probleme, zum Beispiel mit Parkhauszufahrten“, wird in der OWG-Mail berichtet. „Natürlich können wir keine Parkplätze oder Tiefgaragen zubauen“, erklärt Frauke Pohlmann gegenüber dem ST. „Wir sind jetzt am Puzzeln.“

Dies geschieht in Abstimmung mit Vertretern der Stadtverwaltung, der Feuerwehr und der Polizei. Denn die müssen am Ende die Planungen für das größte Ohligser Volksfest genehmigen.

„Auf der Suche nach Alternativen stehen Stadt und Betreiber in engem Austausch“, berichtet auch Rische. Derzeit werden nach ihren Angaben verschiedene Ideen geprüft. Dies geschehe vor allem auch unter Sicherheitsaspekten. Rische: „Deshalb sind Feuerwehr und Polizei mit im Boot.“ Ergebnisse seien „in einigen Tagen, vermutlich spätestens in zwei Wochen“ zu erwarten.

Pohlmann bewertet es positiv, dass alle Beteiligten darum bemüht seien, an einem Strang zu ziehen. Wenn dies gelinge, „wird es etwas Gutes“, zeigt sich die Vorstandsfrau der OWG optimistisch.

Fest steht nach ihren Angaben, dass der Kirmesbereich auf seinen angestammten Plätzen stattfinden kann. Der Ohligser Markt sowie auch Lenne- und Aachener Straße seien vom Umbau der Fußgängerzone nicht betroffen, berichtet die Ohligser Goldschmiedin. Dort sei mit keinen Einschränkungen zu rechnen.

Auf den Aufruf per E-Mail habe sich bisher ein Drittel der Angeschriebenen zurückgemeldet – alle mit einer positiven Reaktion. Pohlmann geht davon aus, dass viele weitere Vereine noch zusagen werden. Bevor die sich melden, müssten sie sich aber noch intern abstimmen.

Dürpelfest

Termin: Das Dürpelfest findet in diesem Jahr von Freitag, 12., bis Sonntag, 14. Mai, statt.

Organisation: Organisiert wird das Fest von einem Team der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft.

Stände: Viele Stände – üblicherweise etwa 100 – werden von Ohligser Vereinen betrieben.

Standpunkt von Andreas Tews: Zusammenhalten

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Das Dürpelfest ist eine der wenigen Solinger Großveranstaltungen, deren Bestehen bislang nicht durch den sich verändernden Zeitgeist in Frage gestellt wird. Solche bunten und identitätsstiftenden Ereignisse sind es unter anderem, die die Lebensqualität in einer Stadt positiv beeinflussen. Deshalb gilt es, diese Traditionen zu hegen und zu pflegen. Eine Baustelle wie die auf der Düsseldorfer Straße ist in diesem Zusammenhang natürlich kurzfristig eher hinderlich.

Doch was wäre die Alternative dazu? Vergessen sollte man bei allen Beschwerlichkeiten, die die Baustelle mit sich bringt, nicht, dass es um eine Aufwertung der Ohligser Fußgängerzone geht. Somit dürften am Ende vom Umbau außer Einzelhändlern, Gastronomen und den täglichen Passanten auch die Macher der dort stattfindenden Freiluftveranstaltungen profitieren. Bis dahin gilt: Zähne zusammenbeißen, zusammenhalten und gemeinsam pragmatische Lösungen finden, die den Betroffenen in Baustellenzeiten helfen.

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