Workshop

Drohnen und Recht: Was Hobbypiloten wissen sollten

Drohnenpilot Michael Goll erklärte den Teilnehmern eines VHS-Kurses, was es beim Drohnenflug zu beachten gilt.
+
Drohnenpilot Michael Goll erklärte den Teilnehmern eines VHS-Kurses, was es beim Drohnenflug zu beachten gilt.

Drohnen werden immer beliebter. Experte Michael Goll leitete ersten Workshop zum Thema in der Bergischen Volkshochschule.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Der Traum vom Fliegen – aber mit festem Boden unter den Füßen: Drohnen lassen ihn wahr werden. Egal ob zur privaten oder kommerziellen Nutzung: Die Multikopter erobern den Luftraum im Sturm. Aber auch in der Luft gibt es Gesetze – und die sind oftmals besonders für Einsteiger gar nicht so einfach zu überblicken. Daher bot der selbstständige Drohnenpilot Michael Goll in diesen Tagen zum ersten Mal einen Drohnen-Workshop in der Bergischen Volkshochschule an, „um die recht komplizierte EU-Drohnenverordnung ein bisschen näher zu bringen“.

Die sieben Teilnehmer durften zuerst eine kleine „Indoor-Drohne“ fliegen und sich später draußen an einer größeren versuchen. Zudem klärte Goll sie über die Gesetzeslage auf und verriet Tipps und Tricks im Umgang mit dem Fluggerät und bei der Anfertigung von Foto- und Videoaufnahmen. „Das Problem ist, dass viele Leute die rechtliche Situation gar nicht kennen“, stellt Michael Goll fest. „Seitdem die so günstig sind, ist der ‚Hype‘ darauf sehr groß“, beobachtet er. Aber: „Man muss das Ding beherrschen, und man muss wissen, wo man das Ding fliegen darf.“ Anfängern empfiehlt er, mit einer Spielzeugdrohne anzufangen. „Die kosten um die 50 Euro.“ Mit ihnen könne man erst einmal einfache Flugmanöver absolvieren und Figuren fliegen, denn der „Propellerschutz“ und ein „stabiler Aufbau“ würden einige Missgeschicke, Abstürze und ungewollte Kollisionen unerfahrener Piloten verzeihen.

Wer nun beschließt, eine größere Drohne zu kaufen, sollte sich vorher mit der im Jahr 2019 beschlossenen EU-Drohnenverordnung auseinandersetzen. Früher hätten sich die Piloten oftmals in einer „rechtlichen Grauzone“ bewegt – das sollte die neue Verordnung ändern. „Zukünftig wird es so sein, dass jede Drohne eine Zertifizierung haben muss“, erklärt Michael Goll; bislang sei aber nur eine einzige Drohne vom TÜV zertifiziert worden, weshalb es eine Übergangsregelung bis Ende 2023 gebe. Ab dann gelte eine verschärfte Regelung für Bestandsdrohnen ohne CE-Zertifizierung. „Wenn ich mir eine Drohne kaufe, würde ich eine kaufen, die entweder weniger als 250 Gramm wiegt oder eine CE-Zertifizierung hat“, erklärt er.

Drohnen werden in drei Betriebskategorien eingeteilt

Drohnen unter 250 Gramm sind im Hinblick auf die EU-Drohnenverordnung besonders interessant, denn in dieser Gewichtsklasse haben sie wesentlich weniger Auflagen. Die Fluggeräte werden in die drei Betriebskategorien „Offen“, „Speziell“ und „Zulassungspflichtig“ eingeteilt. Die „Offen-Kategorie“ ist noch einmal in die drei Unterkategorien A1, A2 und A3 geteilt. Je massiver die Drohne ist, desto höher sind die Anforderungen an das Gerät, und die Pflichten des Piloten steigen. So sind etwa ab einem bestimmten Gewicht eine Registrierung beim Luftfahrtbundesamt (LBA), das Erbringen bestimmter Kenntnisnachweise und die Kennzeichnung der Drohne erforderlich.

Eine Drohne mit einem Gewicht von unter 250 Gramm fällt beispielsweise in die Kategorie „Offen A1“. Ist die Drohne jedoch mit einer Kamera ausgestattet, muss man sich unabhängig vom Gewicht registrieren. Bei Verstößen gegen die geltenden Gesetze drohen Bußgelder von bis zu 50 000 Euro. Bei einem gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr ist sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren möglich.

Auch Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Daher rät er, wenn man sich unsicher sei, vor dem Start immer auf Nummer sicher zu gehen. „Am einfachsten finde ich es, immer zuerst mit dem Ordnungsamt zu sprechen“, sagt er. Das sei immer ein guter erster Ansprechpartner. Doch trotz der komplizierten Gesetzeslage lohne sich der Aufwand. Denn am Ende aller Vorbereitungen wird er dann Wirklichkeit: Der Traum vom Fliegen.

Termin

Am 8. Oktober bietet Michael Goll erneut einen Kurs in der Bergischen Volkshochschule an. Dieser richtet sich besonders an Interessierte, die noch keine eigene Drohne oder wenig Flugerfahrung besitzen. Neben den gesetzlichen und technischen Inhalten werden im Workshop zwei Praxiseinheiten durchgeführt. Das Entgelt beträgt 49 Euro für 9 Unterrichtsstunden. Anmeldungen und weitere Informationen hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Christoph-Kramer-Tribüne: Weltmeister will in Solingen einsteigen
Christoph-Kramer-Tribüne: Weltmeister will in Solingen einsteigen
Christoph-Kramer-Tribüne: Weltmeister will in Solingen einsteigen
Nachhaltigkeit: Solingen ist Vorreiter
Nachhaltigkeit: Solingen ist Vorreiter
Nachhaltigkeit: Solingen ist Vorreiter
120 Helfer sammeln eine Tonne Müll in der Ohligser Heide
120 Helfer sammeln eine Tonne Müll in der Ohligser Heide
120 Helfer sammeln eine Tonne Müll in der Ohligser Heide
Chöre und Tänzer begeistern auf Fronhof
Chöre und Tänzer begeistern auf Fronhof
Chöre und Tänzer begeistern auf Fronhof

Kommentare