Drogenprozess

Mann gesteht Lagerung und Handel mit Drogen in Solingen

Noch ist für die Richter am Landgericht unklar, wer die beiden 16- und 24-Jährigen mit Messerstichen verletzt haben soll. Archivfoto: Leon Hohmann
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Vor dem Landgericht Wuppertal hat der Angeklagte den Drogenhandel gestanden.

32-Jähriger lagerte 11,5 Kilo Marihuana im Keller der Großeltern.

Von Dirk Lotze

Solingen. In einem Drogenprozess um Marihuana- und Haschisch-Handel im Kilogramm-Bereich in Solingen hat ein 32 Jahre alter Angeklagter vor dem Landgericht Wuppertal gestanden. Der Mann machte umfangreiche Angaben zur Lagerung von Betäubungsmitteln in fünf Wohnungen in und außerhalb von Solingen. Mehr als 11,5 Kilogramm Marihuana hatte er ohne deren Wissen im Keller seiner Großeltern versteckt. Die Menge reicht anhand des Wirkstoffgehalts für mehr als 130 000 Joints. Laut Ermittlern soll ein Komplize über ihn gesagt haben: „Der wusste nicht mehr, wohin mit dem ganzen Zeug.“

Drehpunkt des Verfahrens sind Durchsuchungen an vier der fünf Standorte von Oktober vergangenen Jahres: Ein Spezialisten-Team der Polizei brach die Tür an der damaligen Wohnung des Mannes in Wuppertal auf, ergriff und fesselte ihn. In den karg eingerichteten Räumen war teils Sperrmüll gelagert. Auf Tischen und Arbeitsplatten lagen mehrere Beutel Marihuana. In Schränken fanden sich Waagen und Plastiktüten zur Verpackung, auf einem Couchtisch lag eine gefälschte Rolex-Armbanduhr in einem Karton. Die Polizeifotos vom Tatort zeigten die Richterinnen und Richter auf Bildschirmen. Die damalige Ermittlungsleiterin berichtete: „Er gab uns bereitwillig Auskunft.“

Prozess mit mehreren Angeklagten: Gericht verhängt lange Strafen für Drogengeschäfte in der City

Landgericht will die Verhandlung am 29. April fortsetzen

Im Untersuchungsgefängnis war die Beamtin erneut dabei, als der Mann Besuch von seiner schwangeren Verlobten erhielt. Die Beamtin berichtete: „Er war ziemlich emotional. Es tat ihm leid, seine Großeltern mit reingezogen zu haben. Er hatte Angst, sie durch seine Haft vielleicht nicht mehr lebend wiedersehen zu können.“ Wichtig sei ihm gewesen, dass Großvater und Großmutter mit den Drogen nichts zu tun hatten. Er habe die Ware in deren Keller versteckt, um sie portionsweise weiter zu verkaufen. Anhand des Geständnisses ist bestätigt, dass der größte Teil der Betäubungsmittel aus Eindhoven in den Niederlanden stammt und über einen Komplizen bezogen wurde, der noch nicht ermittelt ist.

Zusätzlich zu Marihuana fand sich in der Wohnung des Angeklagten noch Amphetamin. Laut seinen Angaben hat er diese Droge von einem Kunden in Zahlung genommen, der zu wenig Geld hatte. Er kenne sich damit nicht aus und habe später erfahren, dass es von geringer Wirksamkeit und praktisch unverkäuflich sei.

Laut Angaben bei einem Gerichtspsychiater konsumiert der 32-Jährige seit dem Alter von zwölf Jahren Cannabis. Später seien Alkohol und Kokain dazugekommen. Er habe zuletzt mehrere Jahre nicht gearbeitet, sondern „Party gemacht“. Alkoholbedingt leide er an Fettleber und habe einen Nierenschaden.

Das Landgericht will die Verhandlung am 29. April fortsetzen.

Lesen Sie auch: Mafia-Prozess: Solinger sollte den Import von einer Tonne Kokain unterstützen.
Ermittler nehmen mutmaßliche Drogenkuriere fest.

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