Gericht

Drogenfund: Solinger kommt mit Bewährung davon

Landgericht Wuppertal
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Das Landgericht in Wuppertal.

Nur durch Zufall fanden Polizisten in einer Privatwohnung 1,4 Kilogramm Marihuana.

Von Dirk Lotze

Solingen. In einem Prozess um Marihuanahandel in einer Solinger Wohnung hat das Landgericht Wuppertal einen 24 Jahre alten Angeklagten zu Bewährungsstrafe verurteilt. Er braucht ein Jahr und sechs Monate Haft nicht zu verbüßen, wenn er zwei Jahre lang monatlich an eine gemeinnützige Einrichtung zahlt und ein drogenfreies Leben nachweist.

Nicht nachgewiesen ist bewaffnetes Handeltreiben, von dem die Staatsanwaltschaft ursprünglich ausgegangen war. Dann hätte die Strafe für den nicht vorbestraften Mann mindestens fünf Jahre ohne Bewährung betragen. „Sie haben Riesen-Mist gebaut und sie haben ganz viel Glück gehabt, dass sie das Gericht auf freiem Fuß verlassen können“, sagte die Vorsitzende Richterin.

Der Drogenfund im Schlafzimmer des Mannes war ein Zufallsergebnis von Polizeiarbeit im November 2019: Zwei Beamte sollten an dem Tag einen Nachbarn im selben Haus festnehmen, er hatte eine Geldstrafe nicht bezahlt. Im Treppenraum des Mehrfamilienhauses sollen sie Marihuana gerochen haben.

Solingen: Im Treppenhaus roch es nach Marihuana

Dem seien sie nachgegangen – bis zur Wohnung des Angeklagten. Das Ergebnis der Durchsuchung: 1,4 Kilogramm Drogen gehobener Qualität. Die Wirkstoffmenge reicht für mehr als 14 000 Portionen. Der Mann wurde dem Haftrichter vorgeführt.

Bei derselben Durchsuchung stellte die Polizei einen Baseballschläger im Wohnzimmer und einen Schlagstock auf einer Ablage im Flur sicher. Laut Angeklagtem gehörten beide Gegenstände einem Mitbewohner. Er selbst wiederum habe bei einem Auslandsurlaub von einer Reisebekanntschaft den Hinweis erhalten, dass man durch Drogen an Geld kommen kann. Das Marihuana sei seine erste Lieferung gewesen. Das alles blieb unwiderlegt, stellte das Gericht klar. Urteil und Strafe entsprechen dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der 24-Jährige war zur Tatzeit arbeitslos, inzwischen hat er erneut Anstellung in seinem erlernten Beruf. Nicht durchsetzen konnte sich der Anwalt des Mannes: Er hatte eine noch mildere Strafe gefordert. Dem folgten die Richterinnen und Richter nicht. Die vorsitzende Richterin erläuterte: „So ganz ungeplant war das Geschäft ja auch wieder nicht.“

Erst gerade war ein 48-jähriger Solinger am Landgericht wegen Betrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

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