Hilfe

DRK versorgt 150 Betroffene und schmiert 800 Brötchen

Ehrenamtler bauten binnen kürzester Zeit eine Notunterkunft an der Schützenstraße auf.

Von Manuel Böhnke

Der 14. Juli hat für Dirk Hermes um 4 Uhr begonnen. Vor Sonnenaufgang machte sich der Richter auf den Weg zu seinem Arbeitsplatz in Düsseldorf. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, dass er die nächsten eineinhalb Tage ununterbrochen auf den Beinen sein würde.

Hermes ist der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Solingen. Als die Pegel am Mittwoch vor zwei Wochen unaufhörlich stiegen, wurden die ehrenamtlichen DRK-Kräfte gegen 18.20 Uhr alarmiert. Ihre Aufgabe: In einer Sporthalle an der Schützenstraße eine Notunterkunft für Menschen schaffen, die wegen der Fluten ihr Zuhause verlassen mussten.

„Um 20.30 Uhr war alles vorbereitet“, blickt Hermes zurück. Einsätze dieser Art übt die Hilfsorganisation regelmäßig. Der Ernstfall tritt jedoch nur selten ein. Nichtsdestotrotz haben Aufbau und Versorgung reibungslos funktioniert. „Wenn es darauf ankommt, sind alle voll konzentriert“, betont der Solinger.

Knapp 150 Betroffene fanden an der Schützenstraße Schutz. Das DRK versorgte sie mit Speisen, Getränken und trockener Kleidung. Alle Personen mussten registriert, ihr Aufenthaltsort festgehalten werden, um auf mögliche Vermisstenmeldungen reagieren zu können. Städtische Mitarbeiter versuchten, Übernachtungsmöglichkeiten zu organisieren. Nur ein Teil schlief auf den Feldbetten in der Halle.

Trotz der Extremsituation hat Hermes die Stimmung als gefasst wahrgenommen. Betroffene spendeten einander Trost, Notfallseelsorger waren vor Ort. Im Laufe des Donnerstagvormittags verließen die letzten Personen die Unterkunft. Auf das DRK, das an beiden Tagen mit knapp 60 Ehrenamtlern im Einsatz war, wartete derweil die nächste Herausforderung. Kurzfristig hatten sie den Auftrag bekommen, die Einsatzkräfte in den Hochwassergebieten zu verpflegen. Binnen weniger Stunden wurden 400 Lunchpakete vorbereitet, 800 Brötchen geschmiert und ein warmes Mittagessen vorbereitet. „Das war doch ein recht hoher logistischer Aufwand“, sagt Hermes.

Die Notunterkunft ist längst abgebaut, die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt.

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