Mit dem ST wandern

Drei Wanderungen rund um die Müngstener Brücke

Sehr Lohnenswert: Ein Besuch des Aussichtspavillons auf dem beliebten Klingenpfad.
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Sehr Lohnenswert: Ein Besuch des Aussichtspavillons auf dem beliebten Klingenpfad.

Diederichstempel, Schaberg, Küppelstein – zum 125. Geburtstag des Wahrzeichens stellen wir Touren vor.

Von Andreas Erdmann

Das wildromantische Tal der Wupper und die bewaldeten Berge an der Müngstener Brücke bieten tolle Möglichkeiten für Wanderungen.

Ein erlebnisreicher Rundweg führt über den Diederichstempel nach Wiesenkotten. Wir starten vom Parkplatz Brückenpark an der B 229. Gegenüber der Kreuzung führt ein Wanderweg in den Remscheider Schimmelbusch. Es geht steil bergan. Wir halten uns rechts, folgen der Kehre durch das Reinshagener Bachtal, bis der Diederichstempel in 65 Metern Höhe über dem Fluss am Berghang aufragt. Treppenstufen führen zu dem 1901 erbauten, von Säulen getragenen Pavillon auf dem Felsvorsprung. Weiter geht es durch Buchen- und Mischwald. Darin brütet der Uhu.

Wir nähern uns der Müngstener Brücke, unterqueren den Stahlkoloss. 1893 bis 1897 erbaut, überspannt Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke das Tal in 107 Meter Höhe. Wir gehen weiter, halten uns rechts, gelangen bergab an die Wupper. Die Tour lässt sich rechtsum über den Uferweg abkürzen, der flussaufwärts auf ebener Strecke zur Schwebefähre führt. 2006 als Weltneuheit eröffnet, „schwebt“ man in einer Gondel 64 Meter weit über den Fluss. Wir folgen dem Weg linksum, flussabwärts durch eine urwüchsige Landschaft.

Mehr Wanderungen im Bergischen

An der Hangseite öffnen sich das Küppelsteiner, dann das Schildsiepener Bachtal sowie die Geländeeinkerbung des Ohlsiepens, der sich in einem kleinen Wasserfall ergießt. Einen Abstecher nach Unterburg unternimmt man geradeaus über die Müngstener Straße. Hin- und Rückweg dauern zusammen etwa 40 Minuten. Wir passieren die Wupper über die Wanderbrücke am Wiesenkotten. In dem 1720 erbauten Kotten wurden erst Messer, dann auch Sägen geschliffen. Er diente später als Schenke, bis ein Brand ihn 2018 zerstörte.

Dieser Blick bietet sich Spaziergängern vom Küppelsteiner Bahnhof aus.

Rechts dahinter führt der Müngstener Brückenweg über den Wiesenkottener Bach und bietet schöne Ausblicke auf die Wupper, in kleine Täler und zur riesigen Brücke. Nach einer Steigung folgt eine steinerne Treppe. Die bis zu fünf Meter hohen Kuppen darüber bilden bizarre, teils von Buchenfarn bewachsene Felsformationen, im Volksmund „Zwergenklippen“ genannt. Einer alten Sage nach „hausten einst Zwerge“ in den Felsspalten. Bald erspäht man am Ufer die Wüstung des Arnsberger Kottens. 1628 entstand die erste Hälfte des Doppelkottens für Messer, Schlittschuhe und Sägen. Vor 1900 verfiel die Anlage. Der Weg führt bergab, geradewegs in den Brückenpark.

Dauer: 2,5 bis 3 Stunden (mit Unterburg)

Ein weiterer reizvoller Wanderweg, ein Teilstück des mit „S“ bezeichneten Klingenpfads, geht vom Parkplatz am Bahnhof Schaberg aus. Der Vorgängerbahnhof existierte seit Einweihung der Brücke 1897, bis ein Tornado ihn 1906 zerstörte. Der heutige massive Bau wurde 1908 fertiggestellt. Wir folgen dem Pfad zwischen dem früheren Haus Schaberg bzw. Café Merlin, das heute ein Wohngebäude darstellt, und den Bahngleisen in den Wald.

Dort gelangen wir zu einer Rutsche und einem Kletter- und Erlebnisparcours mit Spielgeräten für Kinder. Am ersten Wegkreuz führt ein Wanderweg links Richtung Grunenburg, wir gehen rechtsum, unterqueren die Brücke. Immer wieder ergeben sich eindrucksvolle Ausblicke vom Hochweg aus auf den Stahlkoloss. Es geht durch die Geländeeinkerbungen des Dorperhofer Siefens und des Dorperhofer Bachs. In den kühlen Gewässern entwickeln sich die Larven des Feuersalamanders. Am oberen Weg steht eine Bank zum Rasten und eine Gedenktafel, die an den Bau des Klingenpfades durch Erwerbslose ab Ende der 1920er Jahre erinnert.

Es folgt ein 1912 erbauter, 1984 restaurierter Aussichtspavillon mit grandioser Aussicht auf die Brücke. Weiter geht es durch weitläufige alte Buchen- und Eichenwälder. Wegkehren führen durch das Buschpötter- und das Windhagener Bachtal. Schließlich kommen wir zum Wiesenkottener Bach und hinunter nach Wiesenkotten. Von dort aus folgen wir der oben beschriebenen Strecke zum Müngstener Brückenpark. Gegenüber dem Restaurant Haus Müngsten führt danach ein steiler Pfad bergauf, zurück zum Bahnhof Schaberg.

Dauer: 1,5 bis 2 Stunden

Eine alternative Wanderstrecke ergibt sich, wenn wir zu Anfang im Schimmelbusch anstatt rechtsrum zum Diederichstempel weiter geradeaus das zerklüftete Reinshagener Bachtal hinaufgehen. Wir folgen dem Bachufer. Vorsicht nach starkem Regen – Rutschgefahr! Unterwegs treffen wir auf eine Reihe von Kunstwerken, bis wir am sogenannten Teufelsfelsen anlangen. Dabei handelt es sich um einen Felsdurchbruch mit einer Gedenktafel. Eine Bank lädt zur Rast ein. Weiter geht es rechtsrum über die Brücke.

Der heute noch erhaltene Bau des Schaberger Bahnhofs wurde im Jahr 1908 fertig gestellt.

Wir folgen dem Weg, der bald unterhalb der Gebäude des Waldhofs verläuft. An der Stelle des heutigen Kinderheims stand einst das Ausflugslokal Schloss Küppelstein. 1893 von einer Brauerei erbaut, bot es herrliche Aussichten auf die Müngstener Brücke. In den 1950er-Jahren erfolgte der Abriss. Wir folgen dem zweiten Abzweig rechts durch den Wald. Es geht nach einer Kehre geradeaus an den Gleisen entlang bis zur Küppelsteiner Straße. Diese führt rechter Hand zu einem Übergang mit einem außergewöhnlichen Blick auf die Brücke. Danach bietet sich uns eine fantastische Sicht auf die Wupperberge. Wir gelangen zu der bereits 1715 auf einer Karte bezeichneten Hofschaft Küppelstein, deren Name die Bergkuppe beschreibt, auf der sie erbaut wurde. Wir durchqueren den Ort. Es geht bergab, über den Schildsiepener Bach, dann rechts den Waldweg hinunter, bis wir auf die oben beschriebene Strecke zum Wiesenkotten treffen.

Dauer: circa 2 Stunden

Ein Flyer unserer Zeitung mit Kurzbeschreibungen der Wandertipps rund um die Brücke ist ab dem Wochenende im Haus Müngsten und beim Kiosk im Brückenpark kostenlos erhältlich.

Samstag: Um 9.30 Uhr startet die Six-Bridges-Rally. Ab 19.30 Uhr spielen die Bergischen Symphoniker. Tickets für Konzert und Brückensteig: bergische-erlebniswelten.de

Samstag und Sonntag: Ab 19.30 Uhr wird die Brücke beleuchtet, um 21 Uhr steigt ein Heißluftballon auf. (Achtung: Zutritt am Samstagabend nur mit Konzertkarte).

Sonntag: Großer Familientag unter anderem mit Musik, den Wuppertells und der Höhenrettung der Feuerwehr.

Programm: Das ausführliche Programm hat das Tageblatt vorgestellt. Online nachlesen.

Hier gibt es die GPX-Daten zur Wanderung Diederichstempel

Hier gibt es die GPX-Daten zur Wanderung Küppelstein

Hier gibt es die GPX-Daten zur Wanderung Schaberg

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