Drei Künstler gestalten Lesung mit morbidem Charme

Marcel Lamour (v. l.), Ingo Schleutermann und Martina Hörle bereiteten den Gästen einen schaurig-schönen Abend. Foto: Yannick Monschau
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Marcel Lamour (v. l.), Ingo Schleutermann und Martina Hörle bereiteten den Gästen einen schaurig-schönen Abend.

Abend mit Martina Hörle, Ingo Schleutermann und Marcel Lamour

Von Wolfgang Günther

Im Atelier Kunstraum im Südpark präsentierte Martina Hörle am Freitagabend ihr Buch „Es geschah (n)irgendwo“, eine vielseitige Sammlung von etwa 30 kurzen Geschichten, inspiriert durch die Werke des Schriftstellers Edgar Allan Poe. Die Lesung zog viele Besucher in das kleine Atelier.

Zum ersten Mal arbeitet die Autorin mit dem Solinger Künstler Ingo Schleutermann zusammen. Der Maler und Zeichner hat sich stark mit den mystischen, skurrilen und manchmal auch schockierenden Geschichten von Martina Hörle beschäftigt. „Er hat meine Geschichten gelesen, und ich habe mir dann seine Skizzen angesehen“, erzählte die Autorin zur Geschichte der erfolgreichen Zusammenarbeit.

Der Künstler zeigte bei der Lesung im Original seine jeweils zur Geschichte passenden, faszinierenden Bleistiftzeichnungen, die durch ihre raffinierte Gestaltung mit teilweise verstecktem Humor den Betrachter in ihren Bann ziehen. Seine großformatige Bleistiftzeichnung „Leda mit dem Schwan“ ist ein absolutes Meisterwerk.

Dritter im Bunde war am Freitag der Musiker Marcel Lamour, der auch seit kurzem in Solingen lebt. Mit düsteren elektronischen Sounds, sphärischer Musik und wabernden Musikimpressionen sorgte er für die minimale, aber genau passende musikalische Begleitung.

Die Erzählungen von Martina Hörle sind voll von Fantasie und überraschenden Wendungen – bei der einen oder anderen Pointe kommt aber auch der Humor nicht zu kurz. Mit einem kleinen Dreh offenbart die Autorin verblüffende, aber manchmal auch schockierende Pointen. Dabei ist der Einfluss von J. R. R. Tolkien nicht von der Hand zu weisen. Die Freunde des Irrealen kommen auf ihre Kosten.

Eine Moritat spielt in Norwegen, wo Werwölfe und finstere Trolle ihr Unwesen treiben. Dichter an zu Hause ist die Geschichte über das mörderische Wasserrad am Schleifkotten. Die Geschichte über eine Fledermaus entwickelt sich aber in eine erotische Richtung die niemand erwartet, mehr soll hier nicht verraten werden.

In den Zeichnungen von Ingo Schleutermann zeigen sich immer neue Details, sie können für angenehmes Gruseln oder feines Schmunzeln sorgen.

Buchtipp: Martina Hörle: „Es geschah (n)irgendwo“, 312 Seiten, ISBN 978 3754 918

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