Geringfügig Beschäftigte

Erhöhung des Mindestlohns macht Nebenjobs attraktiver

Mindestens 12 statt 10,45 Euro pro Stunde, maximal 520 statt 450 Euro im Monat - Das gilt ab Oktober.

Bergisches Land. Zum 1. Oktober steigt der Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde – und damit die Entgeltgrenze für sogenannte Minijobs auf durchschnittlich 520 Euro im Monat. Auch für geringfügig Beschäftigte gilt die gesetzliche Lohnuntergrenze. Und damit die nach der Erhöhung noch ungefähr zehn Stunden pro Woche arbeiten können, genauer 43,33 Stunden pro Monat, wird die Grenze angepasst.

Diese doppelte Erhöhung macht, gerade in einer Zeit, da sich immer mehr Menschen wegen gestiegener Lebenshaltungskosten eine Nebentätigkeit suchen, solche Jobs deutlich interessanter. Auch wenn die Bundesregierung daran vermutlich nicht gedacht hat, als sie sich in der ersten Jahreshälfte mit dem Thema beschäftigte.

Bedeutung und Vorteile der geringfügigen Beschäftigungen sind unbestritten: Arbeitnehmer, aber auch Schüler, Studenten und Rentner, können sich ohne große Abzüge was hinzuverdienen, zudem sind solche Arbeitsverhältnisse meist unkompliziert. Arbeitgeber erhalten die Möglichkeit, flexibler auf sich verändernde Auftragslagen zu reagieren. Oder die vorhandene Arbeit besser auf mehrere Schultern zu verteilen.

So wie bei der Zeitungszustellung. Um das knappe Zeitfenster am frühen Morgen zu nutzen, um möglichst vielen Lesern den RGA schon vor dem Frühstück in den Briefkasten zu stecken, agiert man dort überwiegend mit nebenberuflichen Zustellern, die vor ihrem Hauptjob ein bis zwei Stunden unterwegs sind. Ähnliches gibt es teilweise in der Gebäudereinigung. Oder bei Servicekräften, die sich am frühen Morgen um das Brotregal im Supermarkt kümmern.

In der Gastronomie, im Einzelhandel, aber auch in anderen Dienstleistungsbereichen, im Handwerk und in der Industrie können die Unternehmen mit Minijobbern Spitzen abfangen. Im Weihnachtsgeschäft zum Beispiel, wenn ein großes Catering ansteht oder auch am Wochenende im Hallenbad. Minijobber finden sich in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft. Und viele Unternehmen sind auf sie angewiesen. wey

Häufige Fragen: Das gilt für Minijobber und ihre Chefs

Was ist ein Minijob?
Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung, bei der der Arbeitnehmer entweder regelmäßig nicht mehr als 450 Euro (ab 1. Oktober: 520 Euro) im Monat erhält oder nur kurzfristig, in der Regel maximal 70 Arbeitstage pro Jahr, arbeitet.

Welche Abzüge werden bei Minijobs fällig?
Für den Arbeitnehmer ist ein Minijob in der Regel steuerfrei, er zahlt auch nicht in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ein. Allerdings sind Minijobs rentenversicherungspflichtig, dafür werden 3,6 Prozent abgeführt und man erwirbt einen geringen Rentenanspruch. Davon kann sich der Arbeitnehmer aber auf Antrag befreien lassen. Arbeitgeber führen hingegen eine pauschale Lohnsteuer und Sozialabgaben ab.

Für welche Personen kommen Minijobs in Frage?
Grundsätzlich kann jeder eine geringfügige Beschäftigung aufnehmen, für einige Gruppen gelten aber zusätzliche Regeln. Bei Rentnern und Beamten im Ruhestand gibt es zum Beispiel Zuverdienstgrenzen, Ähnliches gilt bei Arbeitslosen. Bei Schülerinnen und Schülern greift das Jugendarbeitsschutzgesetz. Asylsuchende mit Aufenthaltsgestattung und geduldete Personen brauchen eine Arbeitserlaubnis, die die Ausländerbehörde nach Ablauf der Wartezeit von drei Monaten erteilen kann. Anerkannte Flüchtlinge dürfen jeder Beschäftigung, also auch Minijobs, nachgehen.

Wer kümmert sich um die Anmeldung von Minijobs?
Das ist Aufgabe des Arbeitgebers, der das geringfügige Beschäftigungsverhältnis bei der Minijob-Zentrale bei der Knappschaft-Bahn-See in Bochum melden muss. Diese unterscheidet zwischen gewerblichen Minijobs und solchen in Privathaushalten, das macht für den Minijobber aber keinen großen Unterschied.

Was gilt arbeitsrechtlich?
Minijobber haben wie andere Angestellte auch Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlten Urlaub und ein Arbeitszeugnis. Auch andere Regelungen wie der Kündigungsschutz oder der gesetzliche Mindestlohn greifen wie bei anderen Arbeitnehmern.

Was passiert, wenn man mehr als 520 Euro verdient?
Wer ab dem 1. Oktober zwischen 520,01 und 1600 Euro verdient, gilt dann als Midijobber. Änderung: Der Arbeitnehmeranteil an den Sozialversicherungsbeiträgen sinkt.

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